Im 15. Jahr befindet sich die Reihe "Musik in fränkischen Schlössern". Derart jugendlich frisch wie ein Teenager kam die Musik alter Meister beim Konzert am Wochenende in Schloss Burgpreppach daher, großartig und erwartungsgemäß hochprofessionell gespielt von der "Fürstlich Löwensteinischen Hofmusik", neun Musikern an Flöte, Oboe, Klarinette, Horn und Fagott.

Musikalisches Erbe

Zur Reihe gehört, dass die Programme auf das Ambiente des jeweiligen gastgebenden Hauses abgestimmt werden. Anne Meiners, Initiatorin und Konzertagentin, beweist dabei ein geschicktes Händchen. So ist es wohl kein Zufall, dass die neun Musiker, deren Engagement darauf zielt, das musikalische Erbe Süddeutschlands am Leben zu erhalten, im Schloss Burgpreppach ihren Auftritt hatten.

Mit jedem Ton schwebte Erinnerung an höfische Zeiten in den Haßbergen durch den Saal. Musik des 18. Jahrhunderts stand im Vordergrund, wobei die lockere Moderation des Ensembleleiters Hans-Peter Vogel Musikgeschichtliches enthüllte, das überraschte.

Harmoniemusik für Bläsernonett, geschaffen von Komponisten, die ehemals an fränkischen Höfen wirkten, und zwei Kompositionen von Wolfgang Amadé Mozart standen auf dem Programm. Die Verbindungen von Franken bis nach Wien zu Mozart erläuterte der Moderator zwischendrin.

Musik habe im nördlichen Franken von jeher eine Rolle gespielt, klärte Vogel auf, und es müsse wohl "hier einst mehr Komponisten gegeben haben als Einwohner", scherzte er. Johann Friedrich Anton Fleischmann war einer von ihnen. 1766 wurde er in Marktheidenfeld geboren und trat später in den Dienst des Herzogs Georg I. von Sachsen-Meiningen. Neben dieser Tätigkeit als Kabinettssekretär war Fleischmann Mitglied der fürstlichen Hofkapelle und nebenher als Komponist und Musiktheoretiker tätig. Im jungen Alter von 32 Jahren starb er 1798 in Meiningen. Als eine seiner Kompositionen erklang die Sinfonie B-Dur für neun Bläser, ein variantenreiches Stück in fünf Sätzen, bei dem jedes Instrument sein Solo hatte und die Flöte die Hauptrolle spielte. Andreas Haas erwies sich bei dieser Premiere als ausgezeichneter Virtuose im Ensemble exzellenter Bläser. Die Beziehung zwischen Fleischmann und Mozart war schnell erklärt: "Fleischmann vertonte nach neueren Forschungen als erster das berühmte Wiegenlied "Schlafe, mein Prinzchen". Lange dachte man, Mozart hätte es komponiert, was Wissenschaftler als Irrtum herausstellten.

Meister aus Burgpreppach

"Fast auf den Tag genau vor 265 Jahren erblickte Philipp Ernst Meissner hier auf Schloss Burgpreppach am 24. September 1748 das Licht der Welt", enthüllte der Moderator an anderer Stelle. Von den Haßbergen aus war Meissner auf Wanderschaft gegangen und unter anderem in Paris gelandet, wo er als Klarinettist an der Oper eine Anstellung erhielt. Als 28-Jähriger kehrte er nach Franken zurück, spielte in Würzburg in der Hofkapelle.
Mit der Aufführung seiner "Piece D'Harmonie" kam der Komponist Meissner quasi an diesem Sonntag "wieder nach Hause". Ein begeistertes Publikum honorierte sowohl die Entdeckung als auch die ausgelassene Spiellaune der Interpreten mit viel Applaus.

"Was Salzburg und Burgpreppach gemeinsam haben?" Die Frage stand im Raum und wurde musikalisch geklärt. Altmeister Mozart gab dem geistreichen Geflecht mit seiner "Pariser Sinfonie" und mit Musik aus der Oper "La Clemenza Di Tito" einen Rahmen.

Zu den Auftraggebern dieser Mozart-Oper gehörte einer, der hierzulande kein Unbekannter ist: Heinrich Franz Graf von Rot(t)enhan, ein Angehöriger des alten fränkisch-bayerischen Adelsgeschlechts Rotenhan.

Herrliche Melange

So erlebten die Besucher an diesem Nachmittag fränkische Geschichte hautnah und authentisch. Brillante Musik, Geschichte und Geschichten verbanden sich zu einer höfischen Begegnung. Die "Fürstlich Löwensteinische Hofmusik" spielte in der Besetzung: Andreas Haas (Flöte), Dimitrij Haritonov, Gabi Rossberger (Oboe, Oboe d'amore), Hans Ernst, Harald Rossberger (Klarinette), Peter Ternay, Simon Zehentbauer (Horn), Ellen Hennen, Hans-Peter Vogel (Fagott).