60 frische Knaben- und Junge-Männer-Stimmen erklangen: Die "Regensburger Domspatzen" unter der Leitung von Domkapellmeister Roland Büchner erfüllten am Samstagabend die vollbesetzte Marienkirche in Königsberg mit einem Klangerlebnis der besonderen Art und erzeugten bei den Zuhörern mit ihrem geistlichen Konzert ein "Gänsehautgefühl".

Es war tief beeindruckend und ging sprichwörtlich "unter die Haut", mit welcher harmonischen Präzision und trotzdem Leichtigkeit dieser große Klangkörper auch die schwierigsten Passagen in den meist sehr komplizierten Stücken vortrug. Da wurden selbst die Disharmonien moderner Komponisten zu Harmonien. Exakte Einsätze und das Auf- und Abblenden der Lautstärke wurden ohne jeglichen Qualitätsverlust vollzogen.

Die "Regensburger Domspatzen" boten einen Konzertabend auf höchstem Niveau, der den Zuhörern, die die Sänger mit stehenden Ovationen verabschiedeten, noch lange in Erinnerung bleiben dürfte.

Knapp 90 Minuten dauerte das Konzert. Das Repertoire umfasste Musik aus dem 16. Jahrhundert ("O Domine Jesu Christe" von Tomás Luis de Victoria und "In monte Oliveti" von Orlando di Lasso) ebenso wie Werke der Moderne mit Kompositionen von Enjott Schneider und Fritz Schieri. Eine große Palette feinster geistlicher Chormusik kam zum Vorschein.

Einen kleinen Wermutstropfen hatte Pfarrer Peter Hohlweg zu Beginn des Konzerts verkünden müssen. So konnte die altehrwürdige, in die Jahre gekommene Orgel in der Marienkirche, den Vortrag von zwei im Programm vorgesehenen Orgelstücken durch zwei "Regensburger Domspatzen", die Preisträger in dem Bundeswettbewerb "Jugend musiziert" sind, nicht ohne Störungen gewährleisten und musste abgesetzt werden. Die am Ende des Konzerts für die Restaurierung der Orgel erbetene Spenden sind also dringend erforderlich und sie brachten augenscheinlich ein ansprechendes Ergebnis.

Mit diesem geistlichen Konzert war das musikalische Wirken der "Domspatzen" in Königsberg aber noch nicht beendet. Nach einem kleinen Ausklang auf dem Königsberger Marktplatz sowie der Übernachtung in Privatquartieren feierten die Sänger am Sonntagmorgen in der katholischen Kirche St. Josef zunächst die sonntägliche Eucharistiefeier. Anschließend gestalteten sie in der evangelischen Marienkirche mit Pfarrer Peter Hohlweg eindrucksvoll den sonntäglichen Gottesdienst mit.

Der Auftritt der "Regensburger Domspatzen" war der zweite Beitrag in der Konzertreihe in den Königsberger Kirchen mit verschiedenen Varianten. Weitere Auftritte folgen mit dem Amadeus-Chor aus Neuendettelsau am 20. September, mit "Viva Voce" am 4. Oktober und einem Gospelkonzert von Kirchenmusiker Matthias Götte-mann am 17. Oktober.

Daneben soll in Königsberg ein Auditorium für einheimische Künstler geschaffen werden, die Auftrittsmöglichkeiten bekommen und dabei von renommierten Künstlern und bekannten Gruppen unterstützt werden. Die Kirche soll als "Klangraum" entdeckt werden, denn es gibt kaum einen Raum, der geeigneter ist als die Marienkirche in Königsberg, die mit ihrer Höhe und ihrer Größe eine wahrhaft "himmlische Akustik" liefert.