"Sensationell, begeisternd, faszinierend." Dr. Bernt Paukte aus München, der mit einer Wonfurterin verheiratet ist, kam nach dem ersten Konzertabend unter freiem Himmel nicht mehr aus dem Schwärmen heraus. "Zum einen bietet der schöne Schlosshof mit seinen blühenden Rosen ein tolles Ambiente für dieses stilvolle Musikfest und zum anderen sind die Musiker hervorragende Künstler."

In der Tat sind die Mitwirkenden der Musikfeste Schloss Wonfurt immer renommierte und berühmte Musiker. Mit der Gründerin und Intendantin des Musikfestes, Caroline von Bismarck, und ihrem Mann Eliah Sakakushev freundschaftlich verbunden, kommen sie aus aller Welt nach Wonfurt, um hier gemeinsam Werke zu erarbeiten.

Das hatte auch Wilhelm Schneider, Bürgermeister aus Maroldsweisach, beeindruckt. "Ich habe gerne die Schirmherrschaft übernommen, um dieses herausragende Musikfest selbst einmal kennen zu lernen", sagte er. Das Thema "Russische Märchen" gepaart mit der schönen Atmosphäre des Schlosshofes sei äußerst reizvoll. So wie uns russische Märchen verzaubern können, so wollen wir uns heute von der Musik verzaubern lassen."

Ein großes Kapitel

"Ich habe gerade dieses Thema gewählt, weil es ein großes Kapitel ist, wenn man daran denkt, dass sich russische Komponisten stark von Märchen haben inspirieren lassen", gab Eliah Sakakushev an. "Die Werke, die ich ausgesucht habe, sind märchenhaft, bildhaft und voller schöner Geschichten. Selbst Schostakowitsch, der als eher ernster, intellektueller und verkopfter Komponist gilt, ist ein Geschichtenerzähler und kann auch sehr leicht und schwunghaft sein."

Davon wurde das Publikum gleich beim ersten Konzert überzeugt, als die Professoren für Violine und Viola am Royal College of Music in London, Natalia Lomeiko (Violine) und Yuri Zhislin (Viola), Caroline von Bismarck (Violine), Mitglied des Auckland Philharmonic Orchestra in Neuseeland, Tatjana Vassiljeva, eine der führenden Cellistinnen, und der vielfach ausgezeichnete Pianist Steven Vanhauwaert das Klavierquintett in g-moll, Op. 57 von Schostakowitsch darboten.

Beeindrucktes Schweigen

Nachdem der letzte, leichte Ton des fünften Satzes verklungen war, schwiegen die Zuhörer noch einige Zeit, bevor der Applaus für die einzigartige Interpretation aufbrandete und Bravo-Rufe erschallten. "Vor allem das Spiel der ersten Geigerin Natalia Lomeiko war atemberaubend", kommentierte Dr. Bernd Pautke enthusiastisch. "Das war eine grandiose Aufführung!"

Zuvor hatten Eliah Sakakushev, Caroline von Bismarck und Steven Vanhauwaert das monumentale Klaviertrio a-moll op.50 Èlegiaque" von Peter Tschaikowski präsentiert. Es ist im Gegensatz zu der unterdrückten Dramatik des Klavierquintetts von Schostakowitsch ein Höhepunkt elegischer Stimmungsmalerei in der romantischen Kammermusik. Die drei Künstler konnten ihre Ausdrucksfähigkeit in allen Stimmungsbereichen, vom Elegischen über Verspieltes bis hin zum Grandiosen, unter Beweis stellen und bekamen ebenfalls sehr viel Applaus.