Beim Jahresrückblick der Bürgerenergiegenossenschaft (BEG) brachte es der Vorsitzende Siegmund Kerker auf den Punkt: Die BEG, betonte er stolz, hat sich zur "größten Bürgerinitiative der Energiewende in der Region" entwickelt. Seit der Generalversammlung Ende letzten Jahres sei die Mitgliederzahl auf rund 400 angestiegen und habe sich damit praktisch verdoppelt. Da von dem für die BEG reservierten "Topf" von drei Mio. Euro noch ein Restbetrag offen sei, so der ehemalige Oberauracher Bürgermeister weiter, habe man sich entschlossen, die Zeichnungsfrist um wenige Wochen zu verlängern.
Mit Blick auf die zahlreichen Genossenschafter betonte Kerker, dass diese aus dem gesamten Kreisgebiet kämen. Aus diesem Kreis, ergänzte der stellvertretende Vorsitzende Hans-Georg Häfner, kenne er etliche Unternehmenschefs und Firmeninhaber, die als Privatpersonen eingestiegen seien. Dies beweise einmal mehr, dass es sich bei der Einlage um eine sichere Investition in eine ökologische Zukunftstechnologie handele, so der Kreishandwerksmeister.
Erfreulich, so Kerker, sei auch das enorme kommunale Engagement. Insgesamt 18 Städte und Gemeinden haben beschlossen, sich am Bürgerwindpark zu beteiligen. Elf davon, informierte er weiter, seien mit Beträgen von 50 000 Euro und mehr als Kommanditisten in der Betreibergesellschaft vertreten. Die anderen unterstützen das Projekt mit kleineren Beträgen und sind damit der BEG beigetreten.
Geradezu ideal, sagte Bürgermeister Dieter Möhring als Vorsitzender des Aufsichtsrats, sei im Fall des Bürgerwindparks Sailershausen das Zusammenspiel von Umweltschutz einerseits und wirtschaftlichem Handeln andererseits. Auf der Grundlage von drei renommierten Gutachtern gehe man - vorsichtig kalkuliert - von einer durchschnittlichen jährlichen Rendite von drei bis fünf Prozent aus. Da die Windhöffigkeit stark schwanke, sei der Windpark keine automatische Gelddruckmaschine, aber eine solide Anlage.
Vor Ort machten sich die Verantwortlichen der BEG ein Bild vom Baufortschritt. Dabei versicherte Projektingenieur Markus Eichhorn, dass man voll im Plan liege. Wie er erläuterte, ist die Verkabelung zwischen den Windrad-Standorten fast abgeschlossen und zurzeit seien etliche Firmen mit den Wegebauarbeiten beschäftigt. Von großem Vorteil sei dabei, dass man weitgehend das vorhandene Wegenetz nutzen könne.
Um den Unterbau zu verstärken, wird mit Lkws der örtlich ansässigen Firma Och der Schotter vom Steinbruch der Basaltwerke Zeilberg bei Maroldsweisach angefahren. In diesem Zusammenhang betonte Eichhorn, dass die Zu- und Abfahrt für alle Baustellenfahrzeuge ausschließlich von der B 303 aus erfolge. Damit sei sichergestellt, dass während der gesamten Bauzeit kein einziger Lastwagen durch eine der umliegenden Dörfer wie Sailershausen, Rednershof, Uchenhofen, Kleinmünster oder Kleinsteinach fahren müsse. Eine Belästigung der Bürger mit Lärm, Staub und Dreck sei damit ausgeschlossen. Im nächsten Schritt, sagte der Ingenieur, werden bis April 2015 alle Fundamente für die Windräder eingebracht.
In die Zukunft blickend, erklärten die BEG-Verantwortlichen, dass man beim Engagement für die Energiewende nicht einseitig auf Windkraft setze. Deshalb hat die BEG im letzten Jahr bereits zwei Photovoltaikanlagen erworben, die auf dem Dach der Haßberg-Klinik in der Kreisstadt gebaut sind. In Kürze werden zwei weitere PV-Anlagen mit rund 93 kWp übernommen. Diese befinden sich als Dachflächen auf der Wertstoffhalle bzw. der Umladestation des Geländes der Deponie in Wonfurt. Dieser Mix der verschiedenen Energieerzeugungsanlagen erhöhe nochmals die Sicherheit aller Einlagen. Und die Erträge, unterstrich Möhring abschließend, flössen nicht in die Tasche großer Privatinvestoren, sondern kämen allen BEG-Mitgliedern zugute.
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