70 Stück Geflügel und 93 Hasen waren zur 30. Jungtierschau im Züchterheim des Kleintierzuchtvereins Untermerzbach, Lahm und Umgebung am Kirchweihwochenende ausgestellt. Das sei eine Steigerung um 50 Tiere zum Vorjahr, sagte Vorsitzender Helmut Schmidt. Am Sonntag wurden die Preisträger prämiert.

Offizielle aus den Verbänden der Kleintierzüchter waren nicht nach Untermerzbach gekommen, weshalb sich der Vorsitzende freute, dass Bürgermeister Helmut Dietz erschienen war. Dieser würdigte die Arbeit und den enormen Zeitaufwand der Züchter und sagte, dass die Jungtierschau eine Bereicherung für das Kirchweihwochenende sei. Dietz rief die Züchter dazu auf, ihre Kinder und Enkel für die Kleintierzucht zu gewinnen.


Der Nachwuchs fehlt

Hier knüpfte Vorsitzender Schmidt an, der bedauerte, dass es im Verein keine Kinder und Jugendlichen mehr gebe, die dieses schöne Hobby betreiben. "Mit Tieren ist man immer gebunden, und das möchte die heutige Jugend nicht mehr", sagte Schmidt.

Einer, der die Kleintierzucht schon seit Jugend an betreibt - genau seit 57 Jahren -, ist der 77-jährige Oskar Vogel aus Memmelsdorf. "Im Jahr 1959 bin ich dem Kleintierzuchtverein in Ebern beigetreten", erinnert sich der Senior. Davor habe er Fußball gespielt und öfters mal "eine auf die Knochen" bekommen. Trotzdem musste er immer zur Arbeit weil seine Mutter sagte: "Wer Fußball spielt, kann auch zur Arbeit." Irgendwann war es Vogel dann zu bunt und er hängte die Fußballschuhe an den Nagel.

Als Hobby habe er sich dann die Kleintierzucht auserkoren. Familien aus Memmelsdorf, die damals Hasen hatten, halfen ihm dabei. Sein erster Verein, dem er noch heute angehört, ist der Kleintierzuchtverein Ebern. "Dort war ich auch 30 Jahre Kassier und in Ebern war immer etwas los."

Hinsichtlich des Nachwuchses sagt Oskar Vogel, dass sich die Jugend "nicht mehr anbinden" lassen wolle. Wenn jemand Tiere hat, könne er diese nicht von jetzt auf nachher alleine lassen, die bräuchten Zuwendung und Pflege. Aus eigener Erfahrung könne er sagen, dass die Kleintierzucht ein schönes Hobby wäre. "Man muss halt seine Freude daran haben, wie meine Frau Erika und ich seit vielen Jahren", sagt der erfolgreiche Züchter, der auch bei der 30. Jungtierschau mit seinem Angorakaninchen "Separator", welches er stolz präsentiert, Jungtiermeister wurde. Beim Verein in Untermerzbach habe er keine Funktion und Vogel bedauert, dass es mit dem Verein relativ "bergab" gehe.

Nach herausragenden Zuchterfolgen gefragt berichtet er, dass vor vielen Jahren in Kitzingen bei der staatlichen Leistungsprüfung von einem seiner "Angorahasen" bei vier Schuren übers Jahr 2397 Gramm Wolle gewonnen wurde. "Das war die beste Häsin in Bayern, dieses Ergebnis ist bis heute nicht übertroffen worden", freut sich Vogel. Auch Gruppensieger sei er öfters bei den staatlichen Leistungsprüfungen geworden und in den Vereinen zählt er zu den erfolgreichsten Züchtern.


Die Siegerehrung

Vorsitzender Schmidt und Bürgermeister Dietz zeichneten die erfolgreichen Züchter aus. Beim Geflügel wurde Otmar Pitschka mit "Zwerg-Wyandotten weiß" Jungtiermeister. Eine Landesverbandsprämie (LVP) erhielt Thomas Höhn, ebenfalls mit "Zwerg-Wyandotten." Bei den Tauben wurde mit "Coburger Lerchen" Dieter Böhm Jungtiermeister, die LVP erhielt hier Julian Amon mit "Texaner schwarz." Oskar Vogel wurde bei Kaninchen mit "Separator" Jungtiermeister. Hier erhielten LVP`s Thomas Höhn mit "Graue Wiener" und Otmar Pitschka mit "Alaska." Einen Kreisverbandsehrepreis (KVE) bekam Michael Brehm mit "Helle Großsilber." Beim Geflügel gab es Sachpreise für Thomas Höhn, Otmar Pitschka und Helmut Schmidt, bei den Tauben für Mathias Zier und bei den Kaninchen für Adolf Hansky und Thomas Höhn.