Gibt's eigentlich die Gameboys noch? Holzbausteine haben jedenfalls die virtuelle Revolution im Kinderzimmer, die durch Computerspiele und Smartphones ausgelöst wurde, überstanden. Das zeigte sich am Rande des Kirchweihmarktes am Sonntag in der Rathaushalle.

Dort tummelten sich Kinder wie Erwachsene und erfreuten sich am Bau einer eigenen Murmelbahn, Hochhausbau und am Domino-Effekt. Dazu hatte der Vorstand der Tourismus- und Werbegemeinschaft das Team von MainConnect engagiert, das seit 1. April in dieser Form existiert und über Spiele Menschen zusammenbringen will, wie Geschäftsführer Michael Keim sein Konzept im Gespräch mit unserem Portal beschreibt.

Die Spiele mit Naturmaterialien hat der Familienvater und Spieletrainer aus Königsberg zusammen mit dem Unternehmensberater und Coach Bernd Bullnheimer aus Ebern entwickelt. "Wir setzen damit pädagogische Ansätze um, wobei der Spaß stets im Vordergrund steht. Die Kinder lernen spielend."

Bernd Bullnheimer: "Beim Städtebau haben sich die Kinder heute selbst übertroffen." Und mit ihren Holzstäbchen Hochhäuser von über zwei Meter hochgezogen. Wozu Fingerspitzengefühl, Teamwork und Strategie notwendig waren. "Mit 2,24 Meter wurde unser bisheriger Rekord übertroffen", freute sich Bullnheimer, der ebenfalls mit der gesamten Familie als Zeitnehmer und Protokollführer im Einsatz war.

Der pädagogische Ansatz zeigte sich auch beim Murmeln, da die Teams mit Klötzchen eine Bahn bauen sollten, auf der ein Ball von oben nach unten möglichst langsam rollt. Zehn Minuten standen für den Aufbau zur Verfügung. Bei drei Versuchen, bei denen die Zeit genommen wurde, bestand die Möglichkeit, Korrekturen vorzunehmen.

Das erfordert (Vor-)Planung, Absprachen, Tests, Korrekturen, fördert Teamgeist und auch die Feinmotorik getreu dem Motto: "Du hast es in der Hand." Da braucht es keinen Ergo-Therapeuthen. Motorische und manuelle Fähigkeiten werden spielerisch geübt. Ebenso wie räumliches Denken.

In der Eberner Grundschule sorgte jüngst so ein Aktionstag für Riesenstimmung bei 150 Teilnehmern. "Wir arbeiten auch mit Firmen zusammen, bei Azubi-Camps als Ansatz zur Teambildung", erzählt Bernd Bullnheimer. Der Unternehmensberater: "Unser Spielekonzept lässt sich zu 90 Prozent auf Unternehmer übertragen."

Auch Firmen-Chefs sollen beim Spiele-Wettbewerb schon ihren Spaß gehabt haben, der ihren Ehrgeiz und den Spirit zur Zusammenarbeit anstachelte. "Jeder geht heim und fand es super."

Nicht anders war es am Sonntag bei vielen Erwachsenen, die mit ihren Kindern die Herausforderungen sprichwörtlich "in die Hand nahmen".

Neben den Spieleveranstaltungen, ihren Beiträgen zu Festen, den Firmen-Event sowie dem Verleih und Vertrieb von Teilen, wie dies beispielsweise zum Altstadtfest passiert ist.

Daraus entwickelte Bernd Bullnheimer aber schon einen ganz neuen Ansatz: "Wie wär's, wenn wir mit unseren Konzept künftig ein Jung- und Altstadtfest organisieren?"

Eine weitere Spiele-Aktion, bei der u.a. 100 000 Holzbausteine und 12 000 Domino-Steine zum Einsatz kommen, findet schon am nächsten Sonntag, 25. September, von 11 bis 17 Uhr in der einstigen Bundeswehrhalle statt.