Die Kirchengemeinde Unterpreppach hatte zum vierten Male den weithin bekannten Franziskaner-Pater Christoph Kreitmeir aus Vierzehnheilgen zu einem Vortrag in die Pfarrkirche eingeladen. Der Geistliche überzeugte dabei, wie Zuhörer berichten, mit Impulsen und Beispielen zur Stress-Bewältigung. Und er nahm dankbar Spenden für das Hilfswerk "Little Smile Sri Lanka" in Empfang. Sein Bruder Michael Kreitmeir hatte dieses vor rund 14 Jahren für singhalesische und tamilische Kinder in Not gegründet.

Wie achtsam und stressfrei sind wir?

Diesmal ging es um das Thema: "Achtsamkeit - ein Medikament für den gestressten Menschen". Anhand einer Aufmerksamkeits-Übung, bei der er die Zuhörer aufforderte, einfach einmal eine Minute lang an nichts zu denken (was den wenigsten gelang), zeigte er auf, wie wichtig es sei, loszulassen von all den Gedanken, die kommen und gehen - ob gewollt oder ungewollt - fast wie die Handy-Frequenzen nahezu an allen Aufenthaltsorten.

Das Gehirn, dessen Leistungsfähigkeit nach aktuellen Forschungsergebnissen zu 90 Prozent noch ungenutzt sei, biete viel Potenzial, die eigenen Gedanken "von innen her" wahrzunehmen. Man sollte, wie Kreitmeir sagte, den "inneren Beobachter" einschalten und die spirituellen Fähigkeiten nutzen, um seine Gedanken positiv zu steuern. Schließlich gelte das chinesische Sprichwort: "Achte auf deine Gedanken, denn sie werden deine Worte, ... deine Gefühle, Verhalten, Gewohnheiten, Charakter, Schicksal!"

"Die Welt braucht mehr positive Nachrichten"

Nachdenklich sollte die Tatsache stimmen, dass Kinder heutzutage sechs mal so viele negative Äußerungen hören wie positive. "Nicht verwunderlich, dass dies nach unten zieht!", sagte der Pater. Wahre Wunder könnte hier der Rat des griechischen Philosophen Sokrates wirken, jede Aussage durch drei (symbolische) Siebe zu prüfen. Demnach sollte man sich fragen: Ist das, was ich sagen will, wahr, ist es gut und ist es notwendig? (Oder lasse ich es besser begraben sein!).

Dies führt laut Kreitmeirs Gedankengang zur ganz konkreten Anwendung der Achtsamkeit. Er riet dazu, viel öfter die kleinen Dinge im täglichen Leben zu nutzen, wie etwa einen Regentropfen am Fenster zu beobachten oder sich beim Warten an der Ampel oder beim Wäsche-Bügeln zu entschleunigen. Auch Meditieren solle man üben, um die echte Mitte, das Zentrum des Lebens, zu entdecken - so wie es der Buchautor und Meditationsexperte Ulrich Ott empfiehlt: "Unser Gehirn, unseren inneren Computer, effektiv zu trainieren."

Fünf Schritte

Zusammenfassend empfahl Kreitmeir folgende fünf Schritte, um während des Tages Achtsamkeit zu praktizieren:
1. Tun Sie, wenn möglich, immer nur das eine nach dem anderen;
2. Zollen Sie dem, was sie tun, Ihre volle Aufmerksamkeit;
3. Wenn der Geist von dem, was Sie gerade tun, abschweift, holen Sie ihn zurück;
4. Wiederholen Sie Schritt 3 immer wieder - darauf kommt es an;
5. Untersuchen Sie das, was Sie ablenkt!
Dass diese eindringlichen Botschaften über die Achtsamkeit ankamen, zeigte der reiche Applaus der Zuhörer. Am Schluss folgten sie gerne dem Appell des Referenten, eine Geldspende für das Hilfsprojekt "Little Smile Sri Lanka" zu geben. von Bruno Deublein