Am 1. September beginnt in der Regel für die neuen Auszubildenden der erste Arbeitstag. Heuer war dieses Datum nicht nur für die neun neuen Azubis am Landratsamt Haßberge in Haßfurt bemerkenswert, da für sie nun ein neuer Lebensabschnitt anfängt. Auch für Landrat Wilhelm Schneider war dieser Tag etwas Besonderes, da er zum ersten Mal in seiner Amtszeit junge Frauen und Männer als Auszubildende willkommen hieß.
"Ich hoffe, dass Sie nun voller Elan in die Arbeitswelt starten", sagte er bei der Vorstellung im Spitzbogen des Landratsamtes. "Denn mit Ihren Leistungen, aber auch Ihrem Verhalten in den kommenden Jahren stellen Sie die Weichen für das vor Ihnen liegende Berufsleben." Als Arbeitgeber verpflichte sich das Landratsamt, den jungen Menschen eine solide Ausbildung zu vermitteln, sie zu fördern und zu formen und das berufliche Fundament für ihren weiteren Lebensweg zu gießen. "Junge Leute auszubilden, ihnen hier vor Ort eine Perspektive zu bieten, ist für uns alle überlebenswichtig und eine Investition in die Zukunft", so der Landrat. Schließlich sei, um mit den Worten des amerikanischen Präsidenten John F. Kennedy zu sprechen, nur eine Sache auf der Welt teurer als Bildung: nämlich keine Bildung. Die Ausbilder, Kollegen und Vorgesetzten würden sich bemühen, von Anfang an Hilfestellung und Anregungen zu geben.
Auf der anderen Seite seien bei den Azubis im Alltag Durchhaltevermögen und langer Atem gefragt. Das Landratsamt sei ein moderner Dienstleistungsbetrieb, der immerhin 251verschiedene Leistungen erbringen müsse. "Das macht die Arbeit im Landratsamt auch sehr reizvoll und interessant", erklärte Schneider. "Sie werden schnell merken, dass das Bild von einer verstaubten, langsamen Verwaltung von gestern ist. Bei uns sind Flexibilität, Kreativität, voller Einsatz und natürlich Top-Leistungen gefragt!" Den Auszubildenden riet er, sich mit all ihren Stärken einzubringen und zu überzeugen. Sie hätten auch bei eigenen Projekten und Veranstaltungen oder bei der Mitarbeiterzeitung die Möglichkeit, sich über den Arbeitsalltag hinaus zu engagieren. "Widmen Sie sich bitte unvoreingenommen und ernsthaft den Anliegen unserer Besucher. Seien Sie immer freundlich und grüßen Sie. Helfen Sie, wenn Sie sehen, dass Besucher etwas orientierungslos herumirren. Seien Sie Ihren Arbeitskollegen gegenüber respektvoll und aufgeschlossen und haben Sie auch Mut zu Anregungen und Verbesserungsvorschlägen", so seine Wünsche. Die Auszubildenden sollten die Ausbildung mit allen ihren Facetten als eine Chance betrachten. Dann sei er sich sicher, dass man gemeinsam etwas für sie selbst, für das Landratsamt und für den Landkreis erreichen könne.
Unter den neuen Auszubildenden, die an ihrem ersten Arbeitstag im Landratsamt Haßberge etwas aufgeregt waren, ist auch Selina Welz aus Zeil. Die 17-Jährige die nun ihre Ausbildung zur Verwaltungsfachangestellten begonnen hat, kennt das Landratsamt allerdings schon. Denn sie hat bereits ein Jahr lang im Regionalmanagement gearbeitet. "Nach der Mittleren Reife an der Realschule Eltmann im vergangenen Jahr habe ich beim Landratsamt keine Ausbildungsstelle erhalten", teilte sie mit. Sie hatte sich zwar auch bei Firmen und bei der Stadt Bamberg um einen Ausbildungsplatz beworben und eine Zusage für eine Ausbildung zur Industriekauffrau in Haßfurt erhalten. Doch wollte sie ihren Traum, ans Landratsamt zu kommen, nicht aufgeben.
Daher nahm sie das Angebot, ein Jahr lang im Regionalmanagement zu arbeiten und danach eine Ausbildung zu beginnen, an. "Mich interessiert der Landkreis sehr", sagte sie. "Außerdem interessiert mich der Beruf der Verwaltungsangestellten, weil er sehr vielseitig ist und mir den Kontakt zu vielen Menschen ermöglicht." Von der Ausbildung verspricht sie sich, mehr vom Landkreis und den Aufgaben des Landratsamtes kennen zu lernen und für die Anliegen der Bürger sensibel zu werden.
Zum 1. September hat der Landkreis Haßberge mit Tobias Korn aus Knetzgau und Selina Welz aus Zeil zwei Auszubildende zu Verwaltungsfachangestellten, mit André Kuhn aus Pfarrweisach einen Beamtenanwärter im mittleren nichttechnischen Verwaltungsdienst sowie mit David Erhardt aus Stöckach und Melissa Krämer aus Sand zwei Auszubildende zum Fachinformatiker, Fachrichtung Systemintergration, eingestellt.
Für den Freistaat Bayern werden Johannes Bertram aus Fatschenbrunn, Fabian Popp aus Knetzgau und Bettina Scherer aus Hofheim zu Beamtenanwärtern im mittleren nichttechnischen Verwaltungsdienst ausgebildet.
Im Kommunalunternehmen Haßberg-Kliniken erlernt Lisa Kühn aus Steinbach den Beruf der Köchin. Hinzu kommen 14 Schülerinnen und Schüler, die ab 1. Oktober eine Ausbildung zu Gesundheitspflegern/innen beim Zweckverband "Berufsfachschule für Krankenpflege und Kinderkrankenpflege Haßfurt/Schweinfurt" aufnehmen werden.
Insgesamt stehen beim Landkreis beziehungsweise beim Landratsamt Haßberge 20 Personen in der Ausbildung. Weitere vier Personen werden für den Freistaat Bayern ausgebildet. Hinzu kommen sieben Auszubildende beim Kommunalunternehmen Haßberg-Kliniken, eine Auszubildende beim Zweckverband Schulzentrum und 41 Personen, die beim Zweckverband Berufsfachschule für Krankenpflege und Kinderkrankenpflege Haßfurt/Schweinfurt eine Ausbildung absolvieren.