Die erste von drei Bürgerversammlungen in der Gemeinde Untermerzbach fand in Memmelsdorf in der ehemaligen Schule statt. Bürgermeister Helmut Dietz (SPD) informierte über das Geschehen in der Gemeinde und stellte fest, dass die Ortschaften beste Voraussetzungen für eine gute Weiterentwicklung haben. Das Dorfleben sei dank zahlreicher aktiver Vereine intakt.

Dietz erläuterte Förderprogramme der Gemeinde, mit denen bauwillige Bürger unterstützt würden und die dazu beitrügen, dass junge Menschen in der Gemeinde blieben. Er sprach die Pflege von Traditionen mit einer neuen Tracht an, die Grundschule, Kindergarten mit Kindergrippe. "Kinder in unserem Kindergarten werden weniger, aber die Kinderkrippe wird schier überströmt", sagte Dietz. Hinsichtlich der Nahversorgung durch Dorfläden in Untermerzbach und Memmelsdorf, sowie mit der ärztlichen Versorgung mit Hausarzt und Zahnarzt im Ort, könne man zufrieden sein. "Das alles ist bei uns vorhanden und bietet gute Voraussetzungen in unserer Gemeinde zu wohnen."

Einiges konnte nach seinen Worten hinsichtlich still gelegten Wohnraums auf den Weg gebracht werden, wozu die Förderprogramme der Gemeinde hilfreich seien. Beratungsleistungen gebe es für Bauwillige und Kaufinteressenten, für eine Erstberatung stünden 500 Euro zur Verfügung. Ob des Bevölkerungsschwundes und der Leerstände in den Ortskernen sagte der Bürgermeister: "Diese Entwicklung dürfen wir nicht gewähren lassen, da es sonst viele gesellschaftliche Probleme gibt, wir dürfen den Kopf trotz aller Widrigkeiten nicht in den Sand stecken." Auf Frage von Willi Kirchner, wann der angesagte Neubau in der neu gestalteten Schustergasse entstehe sagte Dietz, dass der Rohbau bis Jahresende stehen soll. Das bedeute mietbaren Wohnraum in der Gemeinde, der gegenwärtig nicht vorhanden sei.


Zahl der Geburten steigt

1688 Einwohner leben im Gemeindebereich Untermerzbach, vierzehn weniger als im Vorjahr. Hoffnung machten die Geburten mit acht in 2013, vierzehn in 2014 und 21 in 2015. Im Jahr 2015 mussten 23 Todesfälle verzeichnet werden. "Unerfreulich ist der Blick auf Schlüsselzuweisungen und auf die Kreisumlage", sagte Dietz. Konnte man im Jahr 2015 noch Schlüsselzuweisungen in Höhe von 266 166 Euro erhalten, wird man im Jahr 2016 leer ausgehen. Gestiegen ist hingegen die Kreisumlage von 642 601 Euro im Jahr 2015 auf geschätzte 990 139 Euro im Jahr 2016.

Der Schuldenstand der Gemeinde belief sich Ende 2015 auf 1 033 283 Euro, was eine Prokopfverschuldung von 552 Euro ausmacht. "Der Landesdurchschnitt liegt bei 861 Euro pro Kopf", so Dietz. Seit Dezember 2015 habe das schnelle Internet im Gemeindebereich Einzug gehalten. Wer Interesse daran habe, könne bei der Gemeinde oder bei Bernhard Ospel in Buch nachfragen.

Nach vorne blickend wies das Gemeindeoberhaupt darauf hin, dass am 18. Juni das 50-jährige Bestehen der Grundschule Untermerzbach gefeiert werde und das sich Untermerzbach an dem Wettbewerb "Unser Dorf hat Zukunft - unser Ort soll schöner werden", beteiligt. "Ich denke, dass wir da Erfolg haben werden."


"Schandfleck wird beseitigt"

Abgeschlossen ist zum größten Teil die Sanierung und Umgestaltung des Friedhofes in Memmelsdorf, wofür er der Initiative im Ort ein Lob aussprach. Ein "Schandfleck" werde mit der Sanierung des Anwesens gegenüber dem Rathaus beseitigt. Das konnte in die Städtebauförderung aufgenommen werden und der Bürgermeister äußerte die Hoffnung, dass der Förderbescheid noch im März kommen werde. Der Biber mache in der Alster bei Memmelsdorf Probleme. Trotzdem: "Das Tier ist geschützt, bei Schäden wenden sie sich an das Landratsamt, Bauten dürfen nicht zerstört werden, das ist strafbar."

Abschließend rief Dietz dazu auf, alle Anstrengungen zu unternehmen, um die Orte attraktiver zu machen, durch Ortspflege und Veranstaltungen. "Das macht einen Ort auch lebenswert." Einen Hinweis gab er auf die "Düll-Chronik", ein Buch, welches die Geschichte von Memmelsdorf lebendig werden lasse. 16,90 Euro koste der Band mit einer Auflage von 300 Stück, der in der Gemeinde erworben werden könne.