"Wenn mir das jemand vor eineinhalb Jahren gesagt hätte, ...", deutete Stadtrat Markus Fausten seine Überraschung über seine Wahl zum Vorsitzenden der CSU Jesserndorf und Umgebung an. Noch vor eineinhalb Jahren, so gab er zu, habe er sich nicht vorstellen können, zur CSU zu gehören, Stadtrat zu werden oder gar Vorsitzender des Ortsverbands zu werden.

Vorausgegangen waren seiner Wahl am Freitag spannende Momente. Der bisherige Vorsitzende Norbert Schumann, legte sein Amt aus gesundheitlichen Gründen nach nur vier Jahren nieder. Dann fingen die Überlegungen an, wer sein Nachfolger werden könnte. Schließlich erwies sich Fausten als der "logische Kandidat", wie es mehrere Mitglieder des Ortsverbandes formulierten. Als Stadtrat ist er ohnehin über alles informiert, was die Stadtpolitik angeht. Also mache es Sinn, dass er die Führung des Ortsverbandes übernimmt. Entsprechend einstimmig fiel das Wahlergebnis aus.

Dämpfer als Motivation

Fausten versprach: "Ich will hier kein Lückenfüller sein. Ich will etwas bewegen." Zwar sei er sich darüber bewusst, dass die Kommunalwahl 2014 seiner Partei einen ordentlichen Dämpfer versetzt habe, aber genau deswegen wolle er nun umso härter arbeiten, um die Menschen in Jesserndorf und Umgebung wieder für die Politik zu begeistern. "Dazu gehört auch, dass wir wieder Aktivitäten und Ausflüge anbieten, damit uns die Leute kennenlernen", sagte Fausten: "Ob die Gespräche dabei dann politischer Natur sind oder nicht, ist zweitrangig." Wichtig sei ihm vor allem auch, dass nichts stagniert, dass niemand den Kopf in den Sand steckt, sondern, dass es weitergeht.

Auch Wolfgang Borst, der Hofheimer Bürgermeister (CSU), der als Referent vor Ort war und die Wahlleitung übernommen hatte, stimmte Markus Fausten zu. "Die Weichen für die Wahl 2020 müssen rechtzeitig, also jetzt gestellt werden."

Denn gerade beim Bürgermeister, so Borst, entscheiden die Bürger nicht nach dem Parteibuch sondern danach, ob sie den Kandidaten kennen. Anhand der Erfolge der "Hofheimer Allianz" zeigte er auf, wie man mit vereinten Kräften dafür sorgen kann, dass Leben in den Dörfern bleibt: "Klar können wir immer neue Siedlungsgebiete ausweisen und so weitermachen wie bisher, aber damit machen wir systematisch unsere Orte kaputt" ist er überzeugt. Sinnvoller und meist güstiger als ein Neubau sei die Sanierung eines alten Anwesens. Dies komme auf lange Sicht, so Borst, auch den Kommunen zugute, die ja die Infrastruktur im Sinne von Straßen, Kanälen und Leitungen vorhalten und vor allem erhalten müssen. Aber auch soziale Strukturen ließen sich so leichter aufrechterhalten oder neu aufbauen.

Gewählt wurden:

Vorsitzender: Markus Fausten
Stellvertreter: Daniel Schmitt, Günter Huppmann, Otmar Schmitt
Schatzmeister: Berthold Reitwießner
Schriftführer: Hubert Ankenbrand
Beisitzer: Norbert Schumann, Heinz Fausten, Lisa Barthelmann, Marco Rödel, Dieter Schmitt
Kassenprüfer: Michaela Huppmann, Dieter Schmitt
Delegierte zur Kreisvertreterversammlung: Markus Fausten, Daniel Schmitt, Günter Huppmann, Otmar Schmitt, Hubert Ankenbrand
Ersatz-Delegierte: Lisa Barthelmann, Heinz Fausten, Marco Rödel, Christian Schmitt, Dieter Schmitt