Seit vielen Jahren organisiert der Heimatgeschichtliche Arbeitskreis Ebelsbach in der Schlosskapelle Ausstellungen und bietet heimischen Künstlern Gelegenheit, ihre Werke zu präsentieren. Heuer stellt Gerald Weismantel unter dem Thema "Die Magie der Steine" Kunstwerke aus Naturstein aus. Passend zur Ausstellung ließen Michael Scholl und Angelika Eirich Klangsteinmusik ertönen.

"Steine üben schon immer auf mich eine einzigartige Faszination aus", erzählt Gerald Weismantel. "Sie sind in Millionen von Jahren gewachsen, haben eine unverwechselbare Entstehungsgeschichte und besitzen einen individuellen Charakter." Diese Liebe wurde dem Künstler gleichsam in die Wiege gelegt, als er 1958 als Sohn eines Steinbruchbesitzers in Obersinn geboren wurde. Bereits in seiner Jugend sei er vom Material Naturstein inspiriert worden, erklärt Weismantel, der seit 20 Jahren in Ebelsbach lebt. Bald fand er seinen Weg, sich in Werken aus Muschelkalk, Sandstein, Granit und Marmor künstlerisch zu verwirklichen. Weismantels Objekte leben von seiner Experimentierfreudigkeit.

Sein Interesse an fremden Ländern und Kulturen fließt in seine Werke ein. Bei den Anlehnungen an die mexikanische Hochkultur der Azteken schwingt ein Hauch von Mystik und Geheimnisvollem mit, ganz im Sinne des Ausstellungsthemas "Die Magie der Steine".

Wissen und Erfahrung

Die Einmaligkeit des Natursteins mit seiner charakteristischen Struktur und Zeichnung, die hohe Qualität des gestalterischen Entwurfs und die Einzigartigkeit zeitloser, wertbeständiger Ästhetik und formaler Gestaltung charakterisieren die Werke Weismantels. Das Wissen und die Erfahrung über den Charakter des ausgesuchten Steins, seine physikalischen Eigenschaften und seine Eignung nennt der Künstler als Basis seiner Arbeiten.

Bürgermeister Walter Ziegler zeigte sich beeindruckt von der Vielfalt an Werken, die den Reiz der Ausstellung ausmache. Die menschlichen Sinne arbeiten in der Regel selektiv und oberflächlich, erst die Kunst lehre den Menschen zu sehen. Zwar sei auch die Erfahrung des Künstlers subjektiv, er lebe aber in der kritischen Auseinandersetzung mit der eigenen Wahrnehmung. "Die Künstler erweitern und verändern die Wahrnehmung und fordern dadurch den Betrachter zu neuen Denkmustern und Verhaltensweisen heraus", führte Bürgermeister Ziegler aus. Der Künstler habe sein Werk im Kopf und übertrage seine Vorstellung auf den Stein. Die Objekte zeigen handwerkliches Können und meisterliches Handwerk, geformt von einem Künstler.

Roland Mayer, Vorsitzender des Heimatgeschichtlichen Arbeitskreises Ebelsbach, hob hervor, dass sich der Verein nicht nur mit der Erforschung und Aufarbeitung der Historie und dem Erhalt von Traditionen und Denkmälern beschäftige, sondern sich auch zum Ziel gesetzt habe, Menschen Kunst nahe zu bringen. Kunst sei in erster Linie Geschmacksache, die Betrachtung subjektiv. Jeder Anspruch an Objektivität oder gar Normierung würde die Kunst zerstören. Die Werke Weismantels müssten nicht betitelt werden, meinte Mayer, sondern sprechen für sich und lassen Raum für Interpretationen des Betrachters.

Öffnungszeiten

Geöffnet ist die Ausstellung in der Schlosskapelle Gleisenau an den Osterfeiertagen, 20. und 21. April, sowie am Sonntag, 27. April, jeweils von 15 bis 17.30 Uhr.