Am Wochenende fand im Silberfisch in Haßfurt der Ohura-Workshop "Express Yourself" statt. Mädchen im Alter von 13 bis 19 Jahren konnten sich in den Bereichen Songwriting, Gesangs-Performance und vielem mehr weiterbilden.

In gemütlicher Runde bei Tee und Kuchen sitzen die 13 Teilnehmerinnen um einen großen Tisch zusammen. Emilia erzählt eben, was sie sich von den beiden Tagen erhofft. In der Vorstellungsrunde des Ohira-Workshops "Express Yourself" interessieren Dozentin Felicia Peters vor allem die musikalische Vorbildung der Mädchen, deren Vorbilder sowie die Erwartungen an den Workshop.

Bereits zum dritten Mal veranstaltete die Musikinitiative Haßberge e.V. zusammen mit dem "living room", der Ganztagesbetreuung am Schulzentrum Haßfurt, das Mädchenmusikförderprojekt Ohura, das konzeptionell und thematisch auf Mädchen und junge Frauen ausgelegt ist und vielseitige Projekte in ganz Bayern anbietet.


Profimusikerin unterrichtet

Dieses Jahr führt die aus Ohio stammende professionelle Musikerin Felicia Peters durch den Workshop. Sie selbst habe mit klassischer Musik begonnen, erklärt sie den Mädchen. "Ich spiele Bratsche. Da wird dir genau vorgeschrieben, was du spielst und wie du spielst", erzählt Peters.

Dabei dürfe man nicht kreativ sein, erläutert sie, und so habe sie sich selbst beibringen müssen, wie man Melodien erfinde. Bereits seit 14 Jahren veranstaltet sie Workshops. Privat hört sie am liebsten "old soul" und verehrt die Musik von Michael Jackson.

Emilia Sommer aus Unfinden ist soeben mit ihrer Vorstellung fertig. Sie war schon bei den letzten beiden Workshops dabei und ist derart begeistert, dass sie sich dieses Jahr wieder angemeldet hat. "Ich habe beispielsweise gelernt, wie man Songs schreibt", erzählt die Neuntklässlerin, die auch selbst Klavier spielt und seit sieben Jahren Gesangsunterricht nimmt.

Außerdem spielt sie seit zwei Jahren in der Schulband des E.T.A.-Hoffmann-Gymnasiums mit, mit der sie in und um Bamberg auftritt. Musik spielt in ihrem Leben eine große Rolle und so kann sie sich durchaus vorstellen, auch später nebenberuflich als Musikerin zu arbeiten.

Neben ihr sitzt Kira Stecher. Die 15-jährige Haßfurterin nimmt zum ersten Mal am Workshop teil. Von einer Schulkollegin erhielt sie den Flyer und ihr Interesse war sofort geweckt. "Ich singe wahnsinnig gerne", verrät sie "und erhoffe mir vom Workshop Spaß und mehr Erfahrung, die ich dann im Schultheater umsetzen kann".
Das Hobby "Singen" teilt mit ihr Jana Weinmann aus Sand. "Ich singe für mein Leben gern", sagt sie und ergänzt: "Wenn Musik läuft, fällt es mir schwer, nicht mitzusingen."

Das freut Felicia Peters, denn sie möchte den Mädchen zu helfen, ihre eigenen Stärken zu entdecken und zu fördern. Das Projekt bringt Mädchen aus Mittelschule, Realschule und Gymnasium zusammen, die die Leidenschaft zur Musik verbindet. Das Programm ist offen und flexibel. Peters notiert sich in der Vorstellungsrunde, was die Mädchen interessiert und gestaltet so das Programm nach den Wünschen und Vorlieben der Teilnehmerinnen.


Passt ins Konzept

Tina Lorz, Leiterin des "living rooms", ist angetan, dass der von Sponsoren geförderte Workshop derart gut angenommen wird. Das Projekt ziele darauf ab, die Fähigkeiten und das Selbstvertrauen der Mädchen zu stärken, schildert Lorz.

"Der ,living room' ist nicht nur eine offene Ganztagsbetreuung", berichtet sie. Auch andere außerschulische Projekte seien für die Zukunft geplant. Ein Teil des Teams der Ganztagesbetreuung übernimmt während des Workshops die pädagogische Betreuung und sorgt für die Verpflegung. Bis Sonntagnachmittag wird dann gesungen, performt und das eigene musikalische Talent weiterentwickelt.

"Es ist ein tolles Erlebnis, wenn man am Ende des Workshops am Mikro steht und sein eigenes Lied aufnimmt", freut sich Lorz. "Das stärkt einen und das wiederum passt super ins Konzept des ,living room'."