Keine Frau im Landkreis hat so viele "Stammhalter" wie Birgitt Ulrich. Die Frau ist der "Herr über Unterfrankens Baumstämme". Deswegen buhlen viele Holzhändler nicht um die Geschäftsführerin der Forstbetriebsgemeinschaft (FBG) Haßberge, aber um die Produkte, die sie im Auftrag von acht Forstbetriebsgemeinschaften, die unter dem Dach der forstwirtschaftlichen Vereinigung Unterfrankens zusammenarbeiten und Jahr für Jahr auflegen und feilbieten. Holz bester Güte. So auch jetzt wieder auf den Lagerplätzen in Ebern (277 Festmeter) und Sailershausen (860 Festmeter).

Unterfrankenweit lagen 2400 Festmeter Laubholz zur Versteigerung auf (Vorjahr: 2154 Festmeter). Bis auf 17 Stämme wurden sie alle verkauft. Im Vorjahr blieben noch 81 liegen.

"Quer durch alle Baumarten und Sortimente haben wir mit 435 Euro je Festmeter das beste Ergebnis erzielt, seit wir vor elf Jahren mit dieser Form der Submission begonnen haben", liest Birgitt Ulrich aus den Zahlen heraus.
43 Firmen hatten Angebote abgegeben, darunter fünf aus Frankreich und eine aus Polen. "Die Fassholz-Käufer haben die Preise schon nach oben getrieben. Die guten Ergebnisse bei der Eiche wurden aufgrund der seit Jahren anhaltenden Nachfrage möglich", betont die FBG-Geschäftsführerin.

Wieder zeigte sich: Die Submission Sailershausen, unter diesem Namen läuft die unterfrankenweite Aktion, genießt in der Fachwelt einen guten Ruf. "Das Bestreben unserer Forstbetriebsgemeinschaften, möglichst hochwertige Hölzer aufzulegen, wird honoriert", so die FBG-Geschäftsführerin aus Hofheim. Das Spitzenergebnis erzielte ein Eichenstamm aus Hendungen (Forstbetriebsgemeinschaft Rhön-Grabfeld), wo insgesamt 239 Festmeter für die Bieter bereit lagen. 1944 Euro legte der Käufer für den Festmeter hin.

"Bei der Eiche ist die Nachfrage seit Jahren ungebrochen und die Ergebnisse entsprechend gut. Beim Buntlaubholz wurde die Talsohle durchschritten", freut sich die Stämme-Hüterin über die "Braut", wie der beste Stamm einer Submission in Fachkreisen genannt wird. Am Lagerplatz Ebern erzielte eine Eiche aus dem Stadtwald den höchsten Preis mit 1889 Euro je Festmeter. Bei 1,56 Festmeter fast 2950 Euro für den Kämmerer beziehungsweise in Förster Gannts Abrechnung.

Ob seiner Größe mit 3,69 Festmetern warf ein Stamm aus dem gräflichen Wald bei Birkenfeld (Maroldsweisach) über 6100 Euro für derer zu Ortenburg ab.