Staatsanwalt Christopher Rosenbusch legte in der Anklageschrift dem Angeklagten "Einkaufsfahrten" in die tschechische Republik, strafbar als unerlaubte Einfuhr von Betäubungsmitteln, zur Last sowie unerlaubtes Handeltreiben mit Betäubungsmitteln. Aufgeflogen ist die Sache im Rahmen von Ermittlungen im Drogenmillieu.

So war der 24-Jährige im Januar mit anderen im Auto nach Tschechien gefahren, um dort auf dem Vietnamesenmarkt einmal 30 Gramm Methamphetamin zu kaufen - deutlich mehr, als für Eigenbedarf notwendig wäre. Ein weiteres Mal , im März 2011, hatte der Angeklagte laut Staatsanwaltschaft einem anderen Geld mitgegeben. 15 Gramm Methamphetamin, sprich Crystal und Speed, hatten auf diese Weise den Weg zu ihm gefunden.

Die Ermittlungsbeamten fanden bei der Durchsuchung der Wohnung der Freundin des 24-Jährigen im Maintal 106 Gramm Methamphetamin. Gleichzeitig stellten Polizisten die Wohnung der Eltern des jungen Mannes in einem benachbarten Ort ebenfalls im Maintal auf den Kopf und fanden hier 1,1 Kilogramm Marihuana. Laut Analyse aus dem Landeskriminalamt handelte es sich um Rauschgift mit einem überdurchschnittlichen THC-Gehalt.

Die Vernehmung des Mannes vor Gericht gab am Vormittag Einblick in eine Kindheit und Jugend, die früh durch Alkohol und Rauschgift geprägt worden ist. Bereits mit elf Jahren, gab der 24-Jährige an, habe er mit Alkohol angefangen, bald kam Haschisch dazu. Erst nur am Wochenende, später immer öfters. Nach der achten Klasse Hauptschule flog der Jugendliche ohne Abschluss von der Schule, besuchte ab da berufsvorbereitende Einrichtungen. Danach hielt er sich mit Jobs von Zeitarbeitsfirmen über Wasser. Zwei Jahre lang sah es sogar so aus, als könnte alles noch gut werden. Bei einer Firma war der Chef recht zufrieden mit ihm.

Doch die Drogen zogen den jungen Mann runter. Er wurde aggressiv, hektisch, gereizt, lustlos. Seiner Mutter will, wie sie im Zeugenstand angab, die Veränderung des Sohnes erst im Alter von 22 Jahren aufgefallen sein. Der junge Mann stammt aus einem ordentlichen Elternhaus. Vater und Mutter fielen aus allen Wolken, als die Polizisten zur Hausdurchsuchung anrückten.

Die Zeugenbefragung am Nachmittag soll weiter klären helfen, in welcher Form und welchem Umfang der junge Mann tatsächlich Handel mit Betäubungsmitteln getrieben hat.