Über Kunst lässt sich streiten. Manchmal aber auch nicht, vor allem wenn es um deren Funktion geht. "Kunst ist auch für eine Verwaltung ein wichtiges Thema, weil wir wissen, dass Kunst ein bedeutender Standortfaktor für eine Region ist", ist sich Landrat Wilhelm Schneider (CSU) mit Renate Ortloff, Kulturbeauftragte bei der Kreisentwicklung im Landratsamt Haßberge, einig. In Zukunft soll das so reiche und vielfältige kulturelle Leben im Landkreis Haßberge erfasst, sichtbar und vernetzt werden.
Zu einem ersten Treffen fanden sich die Kunstschaffenden der Sparte "Bildende Kunst" vergangene Woche in Haßfurt zusammen.
Mit einer Gesamtsumme von 86 200 Euro hat sich der Landkreis im Jahr 2015 fördernd in die Kulturarbeit eingebracht, führte Schneider in seinem Grußwort aus.
Diese Gelder seien zweckgebunden und würden nicht nur in verschiedene musikalische Bildungseinrichtungen fließen, sondern auch initiativen wie "Kulturcafé" und "Kunststück" mitfinanzieren.


Datenbank entsteht

Jetzt soll es darüber hinausgehen. Die Kunstschaffenden sollen sich bei Renate Ortloff melden, es wird eine Datenbank aufgebaut und für alle über eine Homepage, wofür die Verantwortliche bereits konkrete Vorstellungen hat, leicht zugänglich gemacht.
Ein mit kreativen Köpfen voll besetzter Sitzungssaal im Landratsamt Haßberge hatte Landrat Schneider und die Kulturbeauftragte Ortloff in ihrer Idee vergangene Woche bestärkt: "Dass sie heute so zahlreich gekommen sind, zeigt das Interesse und auch den Bedarf. Und es ist ein Zeichen, dass Sie sich mit ihrem Können auch einbringen wollen", so Schneider.
Das taten die Künstler gleich beim ersten Treffen. "Es ist mein Ziel, mal einen Kunstpilgerweg durch den Landkreis Haßberge zu erschaffen", brachte Bert Niklaus aus Ebern ein. Kunstausstellungen auf Burgen und die Vermarktung über den Burgenwinkel, Kunst an besonderen Orten und in der Waldi-Schuhfabrik in Haßfurt waren weitere Ideen. Alle interessieren sich für eine gemeinsame Ausstellungsfläche: "Dazu laufen schon Gespräche. Einen Raum bekomme ich mit Sicherheit", versprach Renate Ortloff den Kunstschaffenden.
Sie sieht ihre neuen "Kunden" auch als Unternehmer und will deren Arbeit rentabel machen. In den Räumen und im Garten der Kreisentwicklungsstelle im Landratsamt Haßberge wurde eine Ausstellungsfläche geschaffen. Konkret sind weiterhin ein E-Mail-Verteiler und eine Homepage im Aufbau.
Die Kunstschaffenden wünschen den direkten Kontakt zum Landratsamt ohne zwischengeschaltete Agenturen, die Weitergabe von Informationen, Kontakten und Fördermöglichkeiten und die Möglichkeit zu Schulprojekten. Für Letzteres hatte Kulturbeauftragte Ortloff gleich die Lösung parat: "Unser Thema für das Jahr 2016 soll "Kinder und Kultur" heißen. Ein nächstes Treffen wird im November stattfinden.