Rudi Ruß überlegt. Warum jemand, der in der unberührten Natur Erholung sucht, kotgefüllte Plastiktüten im Gebüsch versenkt? "Hmm. Schwer zu sagen", sagt der Sander Winzer und zuckt mit den Schultern. Wenige 100 Meter hinter seinem Winzerhof beginnt das Naturschutzgebiet am Altmain. Der Rundweg ist beliebt, etwa bei Spaziergängern und Sportlern. Die meisten von ihnen, erklärt Ruß, wüssten das Idyll auch zu schätzen und achteten auf die Umwelt.


Ein Ärgernis

Ein paar wenige aber sorgen für ein Ärgernis: Sie werfen Hundekot ins Gebüsch. In Plastiktüten verpackt. "Dann doch lieber noch ohne die Tüten", sagt Ruß. Immer noch ziemlich unlogisch, das Ganze. Ruß denkt weiter nach. Rekonstruktion der Ereignisse: Ein Hundebesitzer läuft mit seinem Hund spazieren, der Hund muss mal, und er schert sich dabei nicht darum, wo er seine Stinkbombe absetzt. Herrchen holt eine Tüte hervor, um den Kot aufzusammeln, damit der Haufen nicht zur "Tretmine" für andere Spaziergänger wird. Das ist löblich, findet Ruß.

Dann folgt das, was der Sander Winzer nicht versteht: Die Tüte wird in der Natur entsorgt. Jetzt dämmert's ihm, Ruß hat eine Erklärung für das Verhalten. Möglicherweise hat der Spaziergänger den Hundekot innerorts aufgesammelt, trägt ihn eine Weile mit sich herum, aber weil der Gestank auch trotz Plastiktütenverpackung ziemlich heftig sein kann, will er den übelriechenden Ballast schnell wieder loswerden. Etwas abseits der Sander Zivilisation fühlt er sich unbeobachtet und haut das Zeug weg. Trotzdem: So ein Verhalten ist respektlos, findet Ruß.

Die Gemeinde Sand will sich dem Problem annehmen. Der Rundweg am Altmain wird laut Verwaltungsmitarbeiter Norbert Böhm regelmäßig bei Mäharbeiten durch den Bauhof mitgereinigt. Es sei angesichts der Tatsache, dass die Hundekot-Tüten dort wild entsorgt werden, eine Überlegung wert, mehr Entsorgungsbehälter aufzustellen, auch entlang des Altmaingebiets. Die Gemeinde kündigte an, nach einer Lösung für das Problem zu suchen.