"Worauf muss man achten, wenn man den Betrieb weiterentwickeln will?" Das ist ein Thema, das viele Landwirte in der heutigen Zeit betrifft. Johann Habermeyer, Beratungsleiter und stellvertretender Geschäftsführer vom Kuratorium bayerischer Maschinen- und Betriebshilfsringe aus Neuburg/ Donau, versuchte, die Frage in seinem Referat bei der Jahresversammlung des Maschinenrings Haßgau in Augsfeld zu beantworten. Ehrungen, Regularien und eine Satzungsänderung standen weiterhin auf der Tagesordnung im Hotel Goger.


Den Hof sichern

Seit 14 Jahren arbeitet Johann Habermeyer im Dachverband des Maschinenrings. Primäres Ziel solle es sein, sagte er, die dauerhafte Fortführung der landwirtschaftlichen Produktionstätigkeit zu sichern.

Die Kostensteigerung allgemein sei ein Problem, mit dem viele Landwirte in der heutigen Zeit zu kämpfen haben. Allein die Pachtkosten sind nach seinen Angaben seit 2007 kontinuierlich gestiegen. Es stelle sich immer die Frage: "Wie viel Gewinn braucht mein Betrieb?"

Die Kooperation von landwirtschaftlichen Betrieben bezeichnete Habermeyer als einen Lösungsansatz. Man müsse alles auf den Prüfstand stellen, um Reserven zu finden. Die Maschinenkosten drosseln und das gebundene Kapital lockern waren einige Handlungsempfehlungen, die der Fachmann den interessierten Besuchern mit auf den Weg gab.


855 Landwirte sind dabei

Das Prinzip der Kooperation praktiziert der Maschinenring Haßgau schon seit Jahren. Er ist ein Zusammenschluss von 855 Landwirten im Landkreis Haßberge und im nördlichen Landkreis Schweinfurt. Die landwirtschaftlichen Unternehmen tauschen zwischenbetrieblich Maschinen und Arbeitsleistung aus. Durch diese gemeinsame Nutzung steigt die Wirtschaftlichkeit der einzelnen Betriebe. Als Ansprechpartner steht Thomas Rüppel den Landwirten mit Rat und Tat zur Seite, wie der Vorstandsvorsitzende Werner Wunderlich in Augsfeld erklärte.

Herbert Lang, Leiter am Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten, sprach sich ebenfalls für eine enge Zusammenarbeit aus. Denn nur gemeinsam und durch überbetriebliche Zusammenarbeit könne man sich neue Einkommensquellen erschließen, Vorteile erwirtschaften, das nötige Know-How austauschen und Netzwerke zum Bestehen im harten Wettbewerb knüpfen.

Auf Kerndaten und verschiedene Projekte beim Maschinenring ging dessen Geschäftsführer Tino Scheithauer näher ein. Bei den ordentlichen Mitgliedern müsse ein leichter Rückgang auf momentan 855 verbucht werden. Bei den fördernden Mitgliedern freue man sich über ein Plus von 106 Mitgliedern. Die Mitgliederfläche ist laut Scheithauer von 40 209 auf 39 130 Hektar gesunken. Auch der Verrechnungswert habe sich im Vergleich zum Vorjahr von 4,55 auf 3,43 Millionen Euro verringert.


Wenn Hilfe nötig wird...

Auf die Betriebshilfe ging Einsatzleiterin Waltraud Stephan näher ein. Die Betriebshilfe vor Ort bezeichnete sie als lebensnotwendig. Es sei nicht immer einfach, Leute zu finden, die kurzfristig einspringen. Als umso erfreulicher wertete sie, dass sie mit Tina Städler die neue hauptberufliche Betriebshelferin vorstellen konnte. Aber auch allen anderen Betriebshelfern galt ein besonderer Dank, die weit mehr als 500 Stunden im vergangenen Jahr im Ringgebiet unterwegs waren, hauptsächlich im Krankheitsfall von Betriebsleiter oder -leiterin. Sie erfuhren alle eine Ehrung seitens der Geschäftsführung. Gewürdigt wurden: Steffen Jeuthe (Hellingen in Thüringen), Bernhard Schleyer (Hesselbach, hauptamtlicher Betriebshelfer seit 20 Jahren), Helga Wacker (Uchenhofen), Ilse Schmidt (Wasmuthhausen), Waltraud Stephan (Einsatzleitung), Thomas Lutsch (Bischwind), Franz-Josef Stöhr (Sulzdorf), Irene Schmitt (Krum), Elisabeth Hümpfner (Aidhausen), Arthur Schmidt (Wasmuthhausen) sowie Christine Reinwand (Bischwind) und Franz-Josef Göller (Aidhausen).