Manchmal scheint das mit dem Menschsein gar nicht so einfach. Woran es hakt? An der Sache mit dem Menschlich-Sein.

Angefangen hat alles mit Grau-Wölfen, ganz harmlos. Zum Ende ist aus dem Gespräch mit der Naturschützerin etwas Größeres geworden. Es ging um Heimat, um Zahlen, um Grenzen. Um das, was wir Menschen sind, oder vielmehr zu sein vermögen wollen: Pseudo-Herrscher. Zahlen seien typisch nordeuropäisch, erklärt Dürr, und kurz darauf ertappe ich mich selbst: "Wie viele Wölfe wären in Deutschland in Ordnung?"
Das ist er: Dieser Drang, immer alles genau wissen, kontrollieren zu wollen. Für die Auswanderin ist das eine seltsame Eigenart. Sie schlägt stattdessen vor, sich in der Mitte zu treffen. Die Natur mal machen lassen, schließlich arbeite sie mit "possibility" - mit Möglichkeit. Der Weg in die Steinzeit zurück könne schließlich auch nicht die Lösung sein.

Vielleicht können wir stattdessen einer Indianer-Weisheit folgen: So mit der Welt - mit den Lebewesen, den Ressourcen - umgehen, dass noch die siebte Generation nach uns gut leben kann. Das wären dann die Urururur- und nochmal Ur-Enkel. Klar, im Alltag kreisen wir oft um uns selbst - die Erde macht es einem ja immerhin täglich vor. Aber ist es zu viel verlangt, ab und an diese Wohlfühlzone zu verlassen? Stellung zu beziehen, im besten Fall anzupacken, auf jeden Fall einmal hinzusehen und hinzuhören.

Die Menschen haben schon viele Narben in der Welt hinterlassen. Walfang in Japan, ganz weit weg. Ein sinkendes Boot vor Lampedusa, ganz weit weg. Klimaziele für 2050, noch ganz lange hin. Folgende Argumente dürfen in Zeiten der "Globalisierung" schlichtweg nicht mehr akzeptiert werden: "weit weg" und "mir doch egal". Die Frau, die davon überzeugt ist, dass jeder etwas beizutragen hat, erklärt warum: "Heimat ist wichtig, aber man kann doch auch zur Erde gehören?" Und die, die reicht eben auch über den eigenen Tellerrand hinaus.