Eine Redensart heißt: "Was lange währt, wird endlich gut!" Und das trifft auch das geplante Vorhaben in Königsberg auf der Wiese am Lauerbach. Hier ein Seniorenwohnheim zu bauen, das Vorhaben umzusetzen hat zwar etwas länger gedauert, und es mussten einige besondere Hindernisse überwunden werden. Aber nun ist es soweit, und Bürgermeister Claus Bittenbrünn und Uwe Seifen, Vorstandsvorsitzender der "SeniVita Social Estate AG", unterzeichneten einen Vertrag.


48 Wohnungen

An der Alleestraße soll die Pflegewohnanlage, ein dreigeschossiges Gebäude mit 48 seniorengerechten Wohnungen, errichtet werden. Angeschlossen sind Tagespflege und Sozialstation für den ambulanten Dienst.
Baustart ist voraussichtlich Mitte 2017. Die Fertigstellung ist für Herbst 2018 geplant.

Das Unternehmen "SeniVita" gilt, wie Seifen deutlich machte, bayernweit als Vorreiter für innovative Pflegewohnkonzepte. Der Kaufvertrag für das Baugrundstück an der Alleestraße ist unterzeichnet.
"Wir sind froh, pflegebedürftigen Senioren bald hier vor Ort ein Angebot machen zu können", meinte Claus Bittenbrünn. Bislang mussten die Königsberger nach Hofheim, Haßfurt oder Zeil umziehen: "Dabei wollen viele in Königsberg, in der Nähe ihrer Angehörigen, bleiben."

Das passende Grundstück gab es seit Jahren, erste Kontakte zu einem Investor hatten sich jedoch seinerzeit zerschlagen. Als "SeniVita" nach Standorten für Pflegewohnanlagen suchte, wurden die Verantwortlichen in Königsberg sofort aktiv. "Das Grundstück ist toll, mit Blick auf die Burg, zentral und doch im Grünen", lobte Bittenbrünn die Standortvorteile: "Eine schöne Lage für ältere Menschen." Selbst für ein auf dem Grundstück lebendes geschütztes Insekt, den Wiesenknopfameisenbläuling, eine besondere Schmetterlingsart, ließ sich eine gute Lösung finden. Es wird auf eine andere Fläche umgesiedelt, darüber einigte man sich mit den Naturschutzbehörden.

Uwe Seifen erläuterte anlässlich der Unterzeichnung des Notarvertrags: Demografische Alterung und sozialer Wandel stellten Städte und Gemeinden vor neue Herausforderungen. Nicht nur, dass die Zahl der Senioren, die Pflegebedarf anmelden, steigen werde.


In der gewohnten Umgebung

Die Senioren formulierten auch klare Bedürfnisse: Viele wollen im Alter in ihrer gewohnten Umgebung bleiben, suchen die Sicherheit einer Rundum-Betreuung und wollen selbstbestimmt leben. "Diese Wünsche wird die neue Anlage in Königsberg erfüllen, sie ist ein Paradebeispiel für modernes Pflegewohnen." Seifen würdigte die Stadt Königsberg und ihren Bürgermeister als "sehr engagierte Partner". Größe der Stadt und das hervorragende Grundstück hätten für den Standort in Unterfranken gesprochen. In Kürze soll laut Seifen das offizielle Planänderungsverfahren beginnen: "Wenn alles glatt läuft, werden im Herbst 2018 die ersten Bewohner einziehen können."


Drei Geschosse

Geplant ist eine dreigeschossige Anlage mit 48 hellen, seniorengerechten, barrierefreien Wohnungen. Jedes Apartment ist 34 Quadratmeter groß und mit eigener Küche und rollstuhlgerechtem Badezimmer sowie Anschlüssen für Telefon, Fernsehen, Internet und Hausnotruf ausgestattet. Bei Bedarf könnten Ehepaare einziehen, so Seifen, dann würden zwei nebeneinanderliegende Wohnungen mit einer Verbindungstür versehen.
Zu der einen Säule (Wohnen mit einem Höchstmaß an Privatsphäre) kommt als zweite Säule die Tagespflege: Dafür sind im Erdgeschoss 1000 Quadratmeter mit geschützten Terrassen vorgesehen. Die Tagespflege steht neben den Bewohnern auch externen pflegebedürftigen Senioren offen. Das kann soziale Kontakte fördern, zumal große Aufenthalts- und Ruheräume zur Verfügung stehen sowie Möglichkeiten für gemeinsame Mahlzeiten und die Freizeitgestaltung. 22 Stellplätze erleichtern den Besuch von Verwandten und Freunden.


Ambulanter Pflegedienst

Die dritte Säule ist die Sozialstation mit dem ambulanten Pflegedienst, der im eingeschossigen Mittelgebäude Platz findet. Er gewährleistet bei Bedarf die professionelle Rund-um-die-Uhr-Versorgung der Bewohner - auch am Wochenende - und garantiert maximale Sicherheit auch außerhalb der Tagespflegezeiten. In der Verwaltung, in der Tagespflege und in der Sozialstation werden voraussichtlich rund 40 neue Arbeitsplätze entstehen. "Wir denken auch darüber nach, Kooperationen mit örtlichen Anbietern einzugehen; außerdem werden wir natürlich - immer wenn dies möglich ist - Produkte und Dienstleistungen vor Ort beziehen ", erklärte Uwe Seifen.
Die "SeniVita Social Estate AG", Hauptsitz in Bayreuth, plant weitere Anlagen in Süddeutschland. Ihr Konzept nennt sie "AltenPflege 5.0". Es wird nach Angaben des Unternehmens wissenschaftlich begleitet, beinhaltet professionelle Pflege, 24-Stunden-Pflegesicherheit und selbstbestimmtes Wohnen. Umgesetzt wird es in elf von 14 Pflegewohnanlagen; ein weiteres Heim befindet sich im Landkreis in Eltmann.