Die Königsberger Stadtbücherei hat eine neue Bleibe gefunden, nachdem sie das Hallenbad verlassen musste. Der reibungslose Umzug ist den Zuständigen des Volksbildungswerkes (VBW) zu verdanken. Jetzt wurde der neue Standort eingeweiht und offiziell wieder der Öffentlichkeit übergeben.

Die Bücherei ist in einem ehemaligen Klassenzimmer untergekommen, in dem nun über 5000 Medien untergebracht sind. Weiterhin betreut und berät Bibliotheksleiterin Marion Cierpinski die Besucher. Der neue Raum ist zudem behindertengerecht angebunden, also auch für Rollstuhlfahrer gut zu erreichen.

Prominenz kam zur Einweihung

Die Leitung des VBW hatte die Geistlichkeit, den gesamten Stadtrat mit dem designierten Bürgermeister Claus Bittenbrünn an der Spitze, die Schulleitung der Grundschule, Kursleiter, Helferinnen und Helfer beim Umzug, den VHS-Kreisverband, Vertreter der Öffentlichkeit, Stammleser aller Altersstufen und mit Stephan Niemeyer, den Vertreter der Landesfachstelle für das öffentliche Bibliothekswesen eingeladen.

VBW-Vorsitzender Kurt Sieber ging auf die Entwicklung der Bücherei in den vergangenen Monaten ein: Für ihn sei die Mitteilung, dass die Bücherei im Königsberger Hallenbad aufgelöst werden soll, ein Schock gewesen, denn "für eine Stadt wie Königsberg wäre es sehr schlimm gewesen, keine Stadtbücherei mehr zu haben". Mit der Unterbringung in der Schule unter der Regie des Volksbildungswerkes und der Leitung von Marion Cierpinski, der er mit einem großen Blumenstrauß für ihr Engagement dankte, konnte nun eine gute Lösung für alle gefunden werden, wie Sieber meinte. In diesem Zusammenhang bedankte er sich mit einem kleinen Präsent auch bei Christoph Pasler, der entscheidend an der Neugestaltung der Bücherei beteiligt war.

Bürgermeister Claus Bittenbrünn freute sich über die neue Bücherei, über die er, wie er sich ausdrückte, bei einem Besuch vor drei Wochen "geplättet" war. Für den Stadtrat sei es keine leichte Entscheidung gewesen wohin die Bücherei verlagert werden sollte, nachdem die Umgestaltung des Hallenbades beschlossen war. Deshalb sei er froh, dass das VBW bereit war, diese Aufgabe zu übernehmen. Wobei die Stadt weiterhin die Kosten für die notwendige Hardware übernehme.

Ein besonderer literarischer Ort

Durch ein Zusammenwirken verschiedener Seiten konnte der Umzug über die Bühne gebracht werden. "Ich bin froh, dass es so weiter geht", mit diesen Worten überreichte Bittenbrünn den Leiterinnen des VBW, Claudia Pasler und Simone Lörzer, für ihren Einsatz beim Umzug einen Blumenstrauß.

Worte der Anerkennung fand auch Stephan Niemeyer von der Landesfachstelle für das öffentliche Bibliothekswesen aus Würzburg, der die Bücherei als einen besonderen literarischen Ort bezeichnete und den Stadtrat der Stadt Königsberg für die Entscheidung der Übergabe an das VBW beglückwünschte. Dieser habe damit etwas ganz Tolles geschaffen und damit bereits als einer der ersten die mittlerweile geforderte Kooperation von Stadt und Volkshochschule bezüglich Büchereien verwirklicht, sagte Niemeyer. Den kirchlichen Segen erteilten die evangelischen Geistlichen Pfarrerin Claudia Winterstein und Pfarrer Peter Hohlweg.