Viele Städte und Gemeinden schlossen oder beabsichtigen, aus Kostengründen ihre Hallenbäder zu schließen. Auch die Stadt Königsberg hatte vor einiger Zeit fast keine andere Wahl, denn zu groß war das jährliche Defizit, das sich jeweils auftat. Doch inzwischen hat sich die Lage entscheidend verändert. Nach umfangreichen Umbau- und Renovierungsarbeiten wurde das Bad am Freitag wieder geöffnet. Neuer Pächter und Betreiber des Bades, die Stadt Anfang der 1970er Jahre in deutlich besseren Zeiten erbaute, ist die FSG - Fränkische Sport und Gesundheit GmbH & Co. KG.


Neu sind Sauna und Fitnessbereich sowie das Bistro

Wie der Name der Betreibergesellschaft und der Slogan über der Eingangstür aussagen, bietet das "neue" Hallenbad seinen Besuchern deutlich mehr als früher. Ein Saunabereich, ein mit modernen und hochwertigen Geräten ausgestatteter Fitnessraum und ein Bistrobereich ergänzen jetzt die Schwimmhalle.

Ausschlaggebend für die Umgestaltung und Wiedereröffnung des Bades ist Unternehmer Otto Kirchner (Fränkische Rohrwerke), der bei der Wiedereröffnung seine Beweggründe schilderte. Es habe ihn vor einigen Jahren sehr enttäuscht, als es hieß, er und seine Frau Dagmar seien die "Totengräber des Hallenbades". Die Stadt könne sich die laufenden hohen Zuschüsse auf Dauer nicht leisten. Schon damals habe er Vorschläge zur Umgestaltung gemacht, die aber nicht angenommen wurden.


Kinder und Jugendliche brauchen ein Schwimmbad

Was ihn auch motivierte, hier Geld zu investieren, sei der Gedanke gewesen, dass die heimischen Kinder und Jugendliche, die bislang in dem Bad immer das Schwimmen lernten, durch eine endgültige Schließung "ausgebremst" würden; und ob sie regelmäßig in die Bäder der Region gelangen würden, das sei zweifelhaft. So würden viele Kids wahrscheinlich nie oder erst später das Schwimmen lernen. Dazu sei das Bad eine Einrichtung für diejenigen in der Stadt, die gerne einmal ins Wasser gehen, und sinnvoll für die Kindergärten, Schulen, Vereine und das Volksbildungswerk Königsberg, das bisher immer etliche Kurse im Schwimmbad abhielt. Otto Kirchner gab zu, ehrgeizig zu sein: Mit Kreativität und einer fixen Idee wollte er etwas Neues versuchen. Freilich könne er, meinte er, keine Garantie dafür geben, dass alles einwandfrei funktioniere. Es sei nicht leicht, eine schwierige in eine positive Situation umzuwandeln.

Ausdrücklich betonte er, dass es nicht seine Absicht sei, sich mit dem Bad ein Denkmal zu setzen. Und hinter dem Projekt stehe auch kein Profitdenken. Vielmehr wollte er, wie deutlich wurde, mit dieser Initiative etwas für die Attraktivität seines Heimatortes tun und sicherstellen, dass das Hallenbad als wertvolle Einrichtung langfristig für die Königsberger erhalten bleibt.

Kirchners Ideen setzten Innenarchitektin Ursula Sauer-Hauck und als Leitung des Bades Michaela Fietz um. Ihnen dankte er für ihr großes Engagement.

Am Ende betonte er: "Jetzt müssen die Bürger von Königsberg und den Ortsteilen mit den Füßen abstimmen, ob sie das annehmen. Je besser es angenommen wird, umso größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass die Einrichtung eine lange Lebensdauer hat!"


Überregionale Wirkung

Bürgermeister Claus Bittenbrünn erinnerte an die Grundsteinlegung 1972. Seit damals hat in Königsberg fast kein Kind die Schule verlassen, das nicht schwimmen konnte. Und die Grundschüler erreichten bayernweit oft vordere Plätze bei Schwimmwettbewerben. Bittenbrünn bedankte sich bei Otto Kirchner dessen uneigennützige Motivation. Bittenbrünn übergab an Michaela Fietz und Otto Kirchner symbolisch einen Schlüssel.

Oskar Ebert, Stellvertreter des Landrates, bezeichnete Otto Kirchner als "Retter in höchster Not". Kirchner habe wieder einmal bewiesen, dass ihm die Entwicklung seiner Heimat sehr wichtig sei.

Für Königsberg sei dieses Bad ein echter Gewinn. Bevor Michaela Fietz zum Rundgang einlud, ließ Ursula Sauer Hauck launig die Umbauphase Revue passieren; sie dankte den Firmen, Behörden und Verantwortlichen. Und sie dankte Otto Kirchner für den Freiraum, den er ihr bei diesem Projekt, in das kein Firmenkapital einfloss, gewährte.

Öffnungszeiten Das Hallenbad ist geöffnet Montag, 18.30 bis 21.30 Uhr; Dienstag, 9.30 bis 12 Uhr; Mittwoch, 18.30 bis 21.30 Uhr; Samstag, 14 bis 19 Uhr; Sonntag, 9 bis 13 Uhr.

Sport/Sauna Montag, 16 bis 21.30 Uhr Damensauna; Dienstag, 9 bis 12 Uhr; Mittwoch, 16 bis 21.30 Uhr; Donnerstag, 16 bis 21.30 Uhr; Samstag, 14 bis 19 Uhr; Sonntag, 9 bis 13 Uhr (am Freitag keine Sauna und kein öffentlicher Badebetrieb). Man kann sich Hand- und Sauna-Tücher leihen; der Eintritt ist gering.