Die Verantwortlichen beim Landkreis Haßberge wissen durchaus, was sie an der Jugendsozialarbeit an Schulen (JaS) haben. Problem: Der jährliche finanzielle Aufwand ist hoch, und Ergebnisse von präventiven Maßnahmen lassen sich "monetär nicht messen", sagte Landrat Wilhelm Schneider (CSU) bereits im vergangenen Jahr bei einer Sitzung des Jugendhilfeausschusses des Landkreis Haßberge.

Eben jenes Gremium beriet am Donnerstag erneut über die JaS, und die Situation hat sich kaum verändert: Der Bedarf an Sozialpädagogen, die mit Schülern zusammenarbeiten und Aufklärungsprojekte anstoßen, sei es in Bezug auf Alkohol und andere Drogen, Mobbing, Toleranz oder Integration, ist nach wie vor da. Und das Landratsamt will diesen Bedarf auch so gut es geht abdecken, muss dabei aber beachten, das finanzielle Budget nicht zu überreizen. Als eine effektive Methode hat sich für die Landkreisbehörde deswegen die kontinuierliche Bedarfsabfrage an den Schulen gezeigt, um bereits vorhandene JaS-Stellen zu verschieben.

Am Donnerstag etwa beschloss der Ausschuss, eine bestehende halbe Stelle an der Mittelschule Eltmann and die Mittelschule Theres zu verlagern. An der Mittelschule Zeil wurde zudem eine eine ganze Stelle auf eine halbe reduziert mit Beginn des kommenden Schuljahres. "Das ist natürlich abgesprochen mit der Stadt Zeil und auch mit unserem Schulamt", sagt Schneider. Die eingesparte halbe Stelle kann nach Ansicht des Jugendamtes des Landratsamts an die Grundschule Zeil verlagert werden. Die Mittelschule Zeil hat mittlerweile "die Marke von 100 Schülern unterschritten", hatte Christoph Schramm vom Jugendamt den Kreisräten im Jugendhilfeausschuss erklärt. Die Schülerzahlen (aktueller Stand: 97) seien seit Jahren rückläufig.

Probates Mittel

Landrat Wilhelm Schneider hatte immer wieder deutlich gemacht, dass er die JaS-Projekte an den Schulen für notwendig erachte und seitens des Landkreises nach Lösungen gesucht würden, den Anträgen verschiedener Schulen im Landkreises auf die Einrichtung oder Verlängerung einer Stelle gerecht zu werden. Die Verlagerung von von vorhandenen Stellen habe sich dabei als probates Mittel erwiesen.

Schulamtsdirektorin Ulrike Brech würdigte die Bereitschaft des Landkreises, sogar die JaS an Grundschulen zu unterstützen. Viele Kommunen lehnen das ab, weil in ihren Augen der Bedarf nicht erkennbar ist. Laut Brech jedoch gehe es um die präventive Arbeit an den Grundschulen, durch die etliche spätere Problemfälle und -situationen vorgebeugt werden könnten, was letztlich zu großen Einsparungen in der Zukunft führen kann. "Grundschulen, da ist der Landkreis schon wieder ein bisschen Vorreiter", lobte Brech.

Die JaS gibt es im Kreis Haßberge bereits seit 2003. Der Kreisverband Haßberge des Baerischen Roten Kreuzes (BRK) ist hier Kooperationspartner des Kreisjugendamtes Haßberge und des Bayerischen Sozialministeriums und stellt das pädogische Personal bereit.