Der Schulalltag ist für Lehrer oft nicht amüsant. Doch mit seinem Programm "40 Jahre Ferien - ein Lehrer packt ein" gelingt es dem Kabarettisten Han's Klaffl als ehemaligem Gymnasiallehrer, sein "Fachpublikum" so richtig zum Lachen zu bringen. So waren denn auch fast alle Zuhörer, die seinen Auftritt beim Kulturamt Haßfurt in der ausverkauften Stadthalle begeistert feierten, Lehrer aus dem gesamten Landkreis, und selbst das Schulamt war komplett vertreten.

Mit schonungsloser Offenheit, feinsinnigem Humor und großer sprachlicher Gewandtheit offenbarte Klaffl, was Lehrer Tag für Tag im Unterricht erleben. Mal in kurzen Episoden, mal in Liedern, bei denen er sich selbst am Kontrabass oder am Klavier begleitete. Ob er nun Lehrertypen charakterisiert, die Stilblüten seiner Schüler wie "Der dritte Satz der Symphonie heißt Minarett" zum Besten gibt, die Absicht junger Menschen, Lehrer zu werden, als "Der Gedanke ist der Wunsch des Vaters" bezeichnet, oder die Schüler als "rotzfrech und stinkfaul, kaane Maniern und nix im Hirn" beschreibt. Immer trifft er genau ins Schwarze.

"Er hat mit viel Fein- und Hintersinn, besonders aber auch mit großer Zuneigung unserem Schulleben den Spiegel vorgehalten", sagte Schulamtsdirektorin Ulrike Brech, die sich in Vielem wiedererkannte und befreiend lachen konnte. "Außerdem hat dieser kurzweilige Abend innerhalb der in großer Zahl anwesenden Lehrerschaft ein Wir-Gefühl erzeugt, das viele offizielle Anlässe bei weitem nicht erzielen können. Han's Klaffl ist ein Meister seines Genres oder, um es mit seinen Worten zu sagen, wirklich eine Konifere", so Ulrike Brech. Dieses "Insiderkabarett", wie es ihr Mann beschrieb, begeisterte in der Tat vor allem die "Leidensgenossen".

"Aus dem Herzen gesprochen"

"Wir haben uns in seinem Programm selbst wieder erkannt und er hat uns voll aus dem Herzen gesprochen", meinten Susanne Vodde, Rektorin der Albrecht-Dürer-Mittelschule in Haßfurt, und Conny Genslein, Rektorin der Grundschule Zeil-Sand. Beide gaben an, dass die vielen Wahrheiten über den Schulalltag den Nerv ihrer Lehrerseele getroffen hätten und dass sie sich sowohl an ihre Lehrtätigkeit als auch an ihre Schulzeit erinnert hätten.

Denn Klaffl nimmt nicht nur als Lehrer des "Lukas-Podolski-Gymnasiums" die Schwächen der immer älter werdenden Lehrer, die Handreichungen aus dem Kultusministerium und die Wechsel an dessen Spitze sowie die Pisa-Studie mit spitzem Humor aufs Korn. Er kann sich durchaus auch in die Seele der Schüler hineinversetzen; so wie er es in dem Lied über das Klo als Rückzugsort, wo gespickt, geflirtet und geraucht wird, besingt.

Einer der vielen Höhepunkte war die lebendige und "wahrheitsgemäße" Schilderung einer Lehrerkonferenz, die so spannend ist, wie wenn man dem Trocknen einer Farbe zusieht. "Ich habe beschlossen, zur Auflockerung der nächsten Lehrerkonferenz das Lied von Han's Klaffl einzuspielen", sagte Conny Genslein dazu.

Für große Erheiterung sorgte der Kabarettist aber auch, als er dem berüchtigten Elternsprechtag auf den Grund ging. "Dabei stellt sich heraus, dass es von jedem Schüler zwei Exemplare gibt: eines, von dem die Eltern in den höchsten Tönen schwärmen, und eines, das sie in die Schule schicken", so seine spöttische Erfahrung. Nicht zuletzt sprach er vielen Musiklehrern aus der Seele, als er veranschaulichte, was eine fünfte Klasse mit 35 "Blödflocken" anstellen kann: "Das ist Tinnitus für Fortgeschrittene. Dagegen klingt Heavy-Metal wie Stubenmusik", sagte er.

Mit Leib und Seele Lehrer

Dass Han's Klaffl dennoch mit Leib und Seele Lehrer war, zeigte er in seiner musikalischen Zugabe, einem Lied über die alljährliche Abiturfeier, die für ihn auch immer einen Moment der Rührung bedeutete. Nach drei Stunden bester Unterhaltung gab es abschließend noch einmal stürmischen Applaus.

Übrigens, die Schreibweise seines Vornamens erklärte Han's Klaffl folgendermaßen: "Der sogenannte Deppenapostroph ist ein sehr schönes Beispiel für Sprachentwicklung: Vor der Rechtschreibreform von 1996 war er verboten, seither ist er erlaubt. Weil aber erfahrungsgemäß alles, was zuerst verboten, dann aber erlaubt war, im nächsten Schritt Pflicht wird, eile ich dieser Entwicklung voraus."