Am Freitag hielt der Bürgerverein Ebern eine Mitgliederversammlung ab. Aber nicht nur, um Bilanz über das vergangene Jahr zu ziehen und einen Ausblick auf 2012 zu geben, sondern auch, um treue Mitglieder für besondere Dienste zu ehren.

Für Ingo Hafenecker kam's total überraschend. Er wusste von nichts. Der Vorsitzende des Eberner Bürgervereins bekam einen ganz speziellen Orden, einen selbst gebastelten für sein Engagement im Heimatmuseum der Stadt. 33 Jahre fungiert er jetzt schon als Präsident des Vereines und nahm den "Inventar-Orden" freudig an. "Ich bin total überrascht", strahlte der Eberner, "ganz stolz trag' ich den jetzt an meiner Brust." Und das tat er wahrlich den ganzen Abend lang mit einem Grinsen auf dem Gesicht.


Treue wird belohnt



Ehrungen für hervorragende Dienste erhielten auch Walter Dold, der seit 1996 Vereinsmitglied ist, Paul Fuchs (seit 1990 dabei) und Walter Dippold, der seit 31 Jahren dem Verein treu ist. Sie wurden zu Ehrenmitgliedern gekürt. "Die drei haben wirklich viel geleistet", würdigte Ingo Hafenecker. Das Wein- und Punschfest ist ins Leben gerufen worden und das Heimatmuseum wurde wieder in Schwung gebracht und ist jetzt auch überregional bekannt geworden. "Ohne diese Drei wäre das alles nicht möglich gewesen", lobte er. Auf die Frage, warum er dem Bürgerverein so lang treu geblieben ist, antwortete Paul Fuchs schlicht und einfach: "Na, weil's so schön ist!" Der Zusammenhalt sei großartig und aus Mitgliedern hätten sich Freunde entwickelt: "Außerdem liegt es mir sehr am Herzen, etwas für meine Heimat zu tun, denn die liebt man ja."

Am besten haben ihm die Dienste im Heimatmuseum gefallen. Da hat er "alles gemacht, was gerade so angefallen ist". Er war immer zur Stelle und hat mit angepackt. Fuch freute sich sehr, eine goldene Ehrennadel bekommen zu haben, "denn da merkt man, dass man trotzdem noch dazu gehört. Obwohl man nicht mehr aktiv ist."


"Lebendiger denn je"



Der Bürgerverein versammelte sich am Freitag aber auch , um Bilanz zu ziehen. Froh stellte Hafenecker fest, dass "der Verein wohl nie lebendiger war als heute." Und obwohl mehr als die Hälfte der Mitglieder das 50. Lebensjahr schon überschritten hat, macht sich Hafenecker keine Sorgen um den Nachwuchs. "Wenn die Zeit, in der man als Jugendlicher in die Disco oder zum Sport geht, vorbei ist, schließen sich viele einem Verein an, um etwas für ihr schönes Städtchen zu tun", meinte der Vorstand. "Wir brauchen die Jugend; sie muss sich Gedanken machen und modern denken", appellierte er.

Bei der Versammlung wurde auch fleißig aus dem Nähkästchen geplaudert. Ab Sonntag, 4. März, wird sich im Heimatmuseum alles um den Schuh drehen. "Schuster, Schuh & Strümpf" heißt die neue Ausstellung, die bis 1. Mai immer sonntags von 14 bis 17 Uhr geöffnet ist.

Als Inge Günther die Idee für eine Schuhausstellung angebracht hatte, war der Vorstand zuerst skeptisch: "'Was will man da denn machen?' Hab' ich mir gedacht. Aber dann war ich überrascht, wie viel es darüber zu erzählen gibt", sagte der Vorsitzende. Das Entstehen, die Entwicklung und die Geschichte des Schuhs werden thematisiert. Vom Tanzschuh bis zum Wanderschuh. Vom Rollschuh bis zum Arbeitsschuh. Ales wird vertreten sein.