Der Neujahrsempfang der Marktgemeinde Burgpreppach am Sonntagnachmittag im historischen Gemäuer des Schlosses der Familie von Deuster war überschattet vom Tode des örtlichen Arztes, Dr. Alfred Hahn, für den eine Gedenkminute eingelegt wurde. Bürgermeister Herman Niediek (CSU) sagte mit bewegten Worten, dass die Gemeinde in ihm eine ihrer großen Persönlichkeiten, einen guten Berater und Arzt verliere.

Der Bürgermeister blickte in seiner Ansprache auf Entwicklungen in der Gemeinde zurück und warf einen Blick nach vorne: "Ein spannendes Jahr mit vielen Aktivitäten und Entscheidungen liegt hinter uns und ich muss sagen, dass ich trotz der einen oder anderen Unstimmigkeit sehr zufrieden bin." Man könne es nicht jedem recht machen, aber insgesamt gesehen gehe es in der Marktgemeinde Burgpreppach aufwärts, fand das Gemeindeoberhaupt.


gute nachrichten

Es gebe eine Menge guter Nachrichten. So sei die Wasserleitung nach Üschersdorf fertiggestellt worden und der weitere Verlauf nach Hofheim ebenfalls. "Somit sind wir jetzt in der Lage, den Hofheimern Wasser zu verkaufen." In diesem Zusammenhang würdigte Niediek die gute Zusammenarbeit mit seinem Amtskollegen aus Hofheim, Bürgermeister Wolfgang Borst.

Abgeschlossen sei auch der letzte Bauabschnitt in Zusammenhang mit der Kläranlage, die Anlage in Leuzendorf sei saniert und ein Rückhaltebecken installiert. "Wir können davon ausgehen, dass in den nächsten sechs Monaten die Schlussrechnung kommt", sagte der Bürgermeister.


Blick in die Gemeindeteile

Fertiggestellt sei die Kreisstraße durch Üschersdorf und in naher Zukunft würden dort die Randbereiche fertig, sobald der Winter dies zulasse. Niediek dankte der Dorfgemeinschaft, die sich finanziell mit eingebracht habe. Nach jahrzehntelanger Diskussion ist der Dorfplatz in Ibind saniert, wobei die Bürger kräftig Hand anlegten. "Die haben was auf die Beine gestellt und mit finanzieller Unterstützung der Gemeinde den Kostenrahmen niedrig gehalten", freute sich der Gemeindechef. Auch sei die Verbindung vom Dorf zur Schule sicherer geworden und für die dunkle Jahreszeit stehe eine zusätzliche Lampe am Spielplatz, vor der Schule wurde eine Querungshilfe installiert.


Die Bürger sind gefordert

"Wir haben es in diesem Jahr geschafft, überflüssige Bereiche des Anwesens Böswillibald abzureißen um die Voraussetzungen für neue Projekte zu schaffen", sagte der Bürgermeister zur Situation in Burgpreppach. Am runden Tisch wurden Ideen für einen Dorfladen entwickelt und mit Unterstützung der Familie von Hugo bestehe die Möglichkeit, dieses Konzept in der ehemaligen Gastwirtschaft "Goldener Löwe" umzusetzen. Ein neu gegründeter Verein und seine Vorstandschaft hätten nun die Aufgabe, das Projekt anzugehen und hoffe auf Unterstützung durch die Bürgerschaft, die sich in Form von Mitgliedschaft, Spenden oder Darlehen an dem Dorfladen mit einbringen könne und solle.

Erfreulich wäre, dass die Familie von Hugo bestrebt sei, betreutes Wohnen anzubieten und eine Gastwirtschaft zu installieren. Niediek: "Dafür dankt die Gemeinde der Familie." "Wenn ich vor knapp drei Jahren beim Päsentieren unserer Agenda gesagt habe, wenn wir davon 70 Prozent erreichen, sind wir gut, dann kann ich jetzt sagen wir sind auf einem guten Weg dahin", so Niediek.

Viele Punkte, die bei einer Ortsbegehung aufgenommen wurden, seien mithilfe des Bauhofes abgearbeitet worden.

Laut den Worten des Bürgermeisters stünden einige Projekte für das Jahr 2017 im Vordergrund. Eines der wichtigsten sei die ärztliche Versorgung im Ort aufrecht zu erhalten. "Der Gemeinderat arbeitet mit Hochdruck an Lösungsmöglichkeiten."


Ins große Radwegenetz

Die Fahrradverbindung von Burgpreppach nach Gemeinfeld soll umgesetzt werden und als Lückenschluss für die Verbindung Hofheim über Burgpreppach, Römmelsdorf und Lohr an den bestehenden Radweg Ebern - Maroldsweisach dienen. "Damit kann die Marktgemeinde Burgpreppach in ein Netz eingebunden werden, welches die gesamte Infrastruktur stärken soll", so Herman Niediek. Wenn die geplante Fahrradwegstrecke von Hofheim nach Burgpreppach fertiggestellt wird, sei man von den Zweiradfahrern aus vielen Richtungen zu erreichen, was die Marktgemeinde nur stärken könne.

Der Bürgermeister ehrte beim Jahresempfang Thomas Mauer aus Hohnhausen. "Er schloss als Prüfungsbester seinen Beruf als Zerspanungsmechaniker bei der Firma FTE mit der Note 1,3 ab", sagte Niediek. Das sei eine hervorragende Basis für seine weitere berufliche Zukunft.

Etwas Wehmut schwang mit, als das Gemeindeoberhaupt sich an Pfarrer Peter Bauer wandte. Dieser verlasse nach sieben Jahren seelsorgerischen Wirkens Burgpreppach. Beim Bau des Gemeinde- und Pfarrhauses habe er sich sehr stark engagiert, brachte seine Vorstellungen und Ideen ein. Geschichtsforschung sei eines seiner Hobbys und das Gemeindehaus habe er mit Leben erfüllt. "Sie haben Großes geleistet in der Ökumene der beiden Kirchen, waren immer interessiert und engagiert bei allen weltlichen Dingen", so Hermann Niediek.

Im Februar werde Bauer die Marktgemeinde verlassen, um in einem neuen Amt eine wichtige Aufgabe zu übernehmen. Der 39-Jährige geht als Pfarrer und Dekan nach Wunsiedel. Als Abschiedsgeschenk überreichten der Bürgermeister und seine beiden Stellvertreter, Günther Stottele und Reinhold Klein, eine gravierte Glasplatte mit der Burgpreppacher Kirche und dem Pfarrhaus darauf.

Gerne nahm der Bürgermeister einen Scheck über 450 Euro entgegen, der ihm vom Vorsitzenden des Feuerwehrvereins Jürgen Mann und dessen Vertreter Matthias Braterschofsky übergeben wurde. Das Geld soll für das "Grüne Klassenzimmer" Verwendung finden. Mit der Bayernhymne und dem Frankenlied, gespielt von der Leuzendorfer Blaskapelle unter Leitung von Stefan Eiermann, wobei die Gäste kräftig mitsangen, endete der offizielle Teil des Empfanges im Schloss derer von Deuster. Für die Schlossherrin gab es vom Bürgermeister einen Blumenstrauß.