Rund 50 Besucher erlebten in der intimen Atmosphäre des Saals ein ganz besonderes Konzert mit souligem und bluesigem Jazz, das von der Ausstrahlung und der herausragenden Stimme der Sängerin lebte.

Doch obwohl Nicole Metzger mit ihrer Stimme naturgemäß das Programm dominierte, kam auch das Instrumentalspiel nicht zu kurz. Bernhard Pichl, Rudi Engel und Florian Kettler ließen sich von ihren Impulsen inspirieren und zu klangintensiven und virtuosen Improvisationen hinreißen. Denn in der Jazzmusik geht es schließlich darum, Impulse zu geben und aufzunehmen.

Warm und beweglich


Um dies dem Publikum einmal zu verdeutlichen, hatte die sympathische Sängerin mit der kraftvollen, wohlklingenden, warmen und äußerst beweglichen Stimme die Besucher aufgefordert, ihre Hände jeweils gegen die Hände des Nachbarn zu drücken und sie zu bewegen. "Lassen Sie sich zuerst von Ihrem Gegenüber führen und übernehmen Sie danach selbst die Führung", sagte sie. "Irgendwann kommt der magische Moment, in dem keiner mehr führt. Das ist das, was wir Musik nennen", so Nicole Metzger, die auch erklärte, warum sie ihren Beruf so liebt: "Man trifft ständig neue Musiker, auf die man sich einlassen muss und will."

Natürlich mache jeder für sich "seine Hausaufgaben", doch im gemeinsamen Spiel gebe es auf der Bühne sehr viel Spielraum für Spontanität, für eine feine Kommunikation und für die Improvisation. Sie habe zwar schon oft in verschiedenen Besetzungen mit Rudi Engel musiziert, sei aber bisher nur einmal mit Bernhard Pichl im Jazzkeller in Frankfurt aufgetreten und stehe heute das erste Mal mit Florian Kettler auf der Bühne.

Die "Sprache" des anderen


Dass sich alle Künstler trotzdem so hervorragend verstanden, lag an ihrer Fähigkeit, aufeinander zu hören, die "Sprache" des anderen zu verstehen und vor allem an ihrer Musikalität. Nicole Metzger ist eine Sängerin, deren Stimme über unglaublich viele Klangfarben und Ausdrucksmöglichkeiten verfügt, die den Scatgesang beherrscht und ihr Publikum in den Bann ziehen kann.

Lieder wie "Over the rainbow", "Sophisticated Lady", "Sugar", "Smile" (von Charlie Chaplin) oder "Better than anything" gingen direkt unter die Haut und erzeugten bisweilen Gänsehautfeeling. Die Musiker antworten auf ihren Gesang so emotional, ausdrucksvoll und schwungvoll, dass die Zuhörer geradezu mitgerissen wurden. Einer der Höhepunkte war das Lied "But not for me", bei dem Nicole Metzger eine Zeitlang "Zwiesprache" mit Florian Kettler hielt und der junge Schlagzeuger anschließend seine ganze Kunst im Solo offenbarte, während seine drei Kollegen ebenso wie das Publikum bewundernd zuhörten.

"Ich hoffe, wir konnten Sie heute Abend ein bisschen verrücken", sagte Nicole Metzger am Ende, "und wir wollen Sie mit einem verrückten Song, dem Lied ‚Twisted‘, verabschieden." Doch bevor die Sängerin und die Musiker von der Zuhörerschar entlassen wurden, stimmten sie als Zugabe noch den Song "They can't take that away" an. Dabei übersetzte Nicole Metzger, die sich über die schöne Atmosphäre und die tolle Akustik der Rathaushalle lobend äußerte, den Titel mit den Worten: "Diesen Moment, diesen schönen Abend kann uns niemand mehr nehmen!" und das Publikum stimmte ihr begeistert und mit viel Applaus zu.

Bürgermeister Rudi Eck, der als Jazzliebhaber wie versprochen das Konzert besuchte, zeigte sich am Ende zum einen vom Veranstaltungsort und zum anderen von der Musik fasziniert. "Jeder einzelne Musiker ist hervorragend", gab er an. "Die Sängerin ist absolute Spitze, und Florian Kettler ist ein unglaublicher Schlagzeuger!" Es sei schön, dass diese Jazzreihe ins Leben gerufen worden sei und er hoffe, dass sie auch weiterhin viel Resonanz erfahren werde.

Einer, der die Jazzkonzerte regelmäßig besucht, ist Hans-Joachim Brandt, der in Schweinfurt wohnt und in Zeil arbeitet. "Ich liebe Jazz", sagte er, "und das heutige Konzert war super." Auch er war von der Sängerin tief beeindruckt und lobte die Musiker. "Was in Haßfurt alles geboten wird, ist sehr gut", betonte er. "Das gibt es nicht einmal in Schweinfurt."