Was die Wichtigkeit ehrenamtlichen Einsatzes anbelangt, sind dich die beiden "Neuen" einig. Der neue Hausherr im Rathaus Ebern, Bürgermeister Jürgen Hennemann (SPD), selbst seit vielen Jahren aktiver Feuerwehrmann, und der neue Landrat Wilhelm Schneider (CSU) ehrten verdiente Feuerwehrleute. Der Ehrung ging ein ökumenischer Gottesdienst voraus.

"Eure Arbeit ist unentgeltlich aber nicht umsonst", sagte Hennemann, der selbst in der Eberner Wehr immer mit an vorderster Front war. Feuerwehr sei eine der Pflichtaufgaben für eine Gemeinde. Die Stadt werde die Ausstattung mit Gerät und zum Schutz der Feuerwehrleute weiterhin sicherstellen.

Sorge bereitet Hennemann und Schneider, dass die Wehren in manchen Ortsteilen nicht mehr die erforderliche Anzahl an Aktiven stellen können.

Eine schöne Tradition sei es, Feuerwehrleute am Florianstag zu ehren, sagte Landrat Schneider, der zum ersten offiziellen Termin nach seiner Wahl in Ebern war. An acht von 13 eingeladenen verdienten Wehrleute aus Ebern und Stadtteilen überreichte Schneider Feuerwehrehrenzeichen des Bayerischen Innenministeriums. "Geehrt werden heute Menschen, die seit vielen Jahren, Tag und Nacht zur Stelle sind, wenn es gilt, zu helfen", sagte der Landrat.

"Wir haben heutzutage moderne, schlagkräftige, wachsame und gut ausgerüstete Feuerwehren in unserem Landkreis. Bestes Gerät, praxisorientierte Ausbildung, enorm kurze Alarmierungszeiten und vorbildlicher Idealismus lassen die Bürgerinnen und Bürger ruhig schlafen", so Wilhelm Schneider.

"Echte Vorbilder"

Für die segensreichen Dienste sei die Ehrung mit dem Feuerwehrehrenzeichen gedacht. Uneigennütziges Handeln sei nicht selbstverständlich. Es sei positives Beispiel, sich für das Gemeinwesen einzusetzen, der Staat alleine könne nicht alles leisten. Der Landrat: "Sie, liebe Feuerwehrler, haben mit Ihrem langjährigen Dienst am Nächsten dafür ein Beispiel gegeben, sind echte Vorbilder."

Sorge bereitet dem Landrat die demografische Entwicklung, die auch nicht Halt vor den Feuerwehren mache. "Aktuell haben wir im Landkreis Haßberge 157 Freiwillige Feuerwehren mit insgesamt 4723 Aktiven, davon sind 453 Frauen. Von den 749 Jugendlichen, die sich in unseren Feuerwehren engagieren, sind 223 weiblich. Die Zahl der Aktiven im Landkreis sei von 2007 bis 2014 allerdings zurückgegangen und zwar um 268 Frauen und Männer. "Das sind zwar nur fünf" Prozent. Ich befürchte aber, dass sich dieser Trend verstärkt, wenn es uns nicht gelingt, möglichst viele junge Frauen und Männer für die Arbeit in der Freiwilligen Feuerwehr zu begeistern und zu gewinnen", so Schneider.

Gravierendes Problem


Den Problemen, die hierdurch auch für die Feuerwehr entstehen, dürfe man sich nicht verschließen. "Es gibt mittlerweile schon eine Vielzahl an Ortswehren, die die vorgeschriebene Mindestsollstärke von 27 Aktiven nicht mehr erreichen. Und einige von ihnen noch nicht mal die Mindestgröße von 18 Aktiven." Dieses Problem sei gravierend.

Im Bereich Ebern gebe es drei Wehren mit weniger als 18 Aktiven und für manche Wehren gibt es keine Kommandanten mehr. Schneider: "Die Zahl will ich hier gar nicht nennen." Es gelte, zukunftsfähige Strukturen zu schaffen.

Die Dienst-Jubilare

25 Jahre Gunter Nembach (Feuerwehr Ebern) Manfred Heusinger, Edgar Precht, Andreas Och und Peter Reitwiesner (FFW Bramberg), Markus Fausten (FFW Jessrndorf) sowie Christan Käßer und Stefan Mönch (FFW Heubach).

40 Jahre Gerd Prill und Alfred Dorsch (Feuerwehr Ebern), Werner Paschek (Feuerwehr Eichelberg), Norbert Schuhmann und Peter Hümmer (FFW Jesserndorf).