Die Probleme ruhen im Untergrund. Im einen Fall liegen sie schon lange, im anderen eben nicht. Ein Paradoxon plagt die Bauarbeiter der Sonnefelder Firma, die derzeit den Ausbau der Neubrückentorstraße und den Parkplatz in der Untergasse vorantreiben. In der Neubrückentorstraße stoßen sie immer wieder auf Funde, die Archäologen auf den Plan rufen (und damit den Baufortschritt verzögern), in der Untergasse war es Bauschutt, der knapp unter der der Grasnarbe lag und dessen Entsorgung Mehrkosten verursachte. "In 5000 Jahre wäre das auch Kulturschutt gewesen, aber so lange wollten wir nicht warten", ulkte Bürgermeister Robert Herrmann (CSU) bei der Bauausschuss-Sitzung am Mittwochabend über 6000 Euro an Mehrkosten.

Name für Parkplatz

Die Baustellen vor des Bürgermeisters Haustür bildeten denn auch den Schwerpunkt der Ortstermine: So erfolgte die formlose "Einweihung" des Parkplatzes in der Untergasse, für den noch ein Name gesucht wird. "Vorschläge sind herzlich willkommen", ermunterte Herrmann.

28 Stellplätze stehen nun für Bewohner und Besucher des Mühlenviertels ab sofort zur Verfügung. "Damit haben wir eine Idee unseres Bauamtsleiters Martin Lang umgesetzt und die Parkplatznot in diesem Bereich gelindert", lobte der Bürgermeister seinen Abteilungsleiter.

Das Projekt, das auch für eine weitere Anbindung zum Anlagenring sorge, werde über die Städtebauförderung gefördert und seitens der Stadt flossen Mittel ein, die an Stellplatz-Ablösesumme verlangt worden seien. "Damit komplettieren wir unser Konzept, ringsum die Altstadt ausgebaute und ausgeleuchtete Stellplätze vorzuhalten. Jetzt fehlt noch der Süd-Parkplatz gegenüber dem Feuerwehrhaus, aber den werden wir in dieser Wahlperiode nicht mehr schaffen", so Herrmann.

Grundsätzlich wertete der Bürgermeister den Parkplatz als Steigerung der Attraktivität, um in die Stadt zu kommen und in der Stadt zu wohnen. "Wir haben wieder etwas geschafft", lautete Herrmanns Formel als Baufreigabe

Als zuständiger Planer zeigte sich Dipl.-Ing. Winfried Lamberty von SRP-Consult überrascht, "dass wir so schnell fertig wurden". Bewährt habe sich die Vergabe zweier Lose an eine Baufirma, die innerhalb der Doppel-Baustelle ausweichen konnte.

Ein Problem beim Parkplatzbau bildete der hohe Wasserspiegel und der gefundene Bauschutt, der als teurer Abraum entsorgt werden musste. Dennoch bleibe man im geschätzten Kostenrahmen von 100 000 Euro. Im Frühjahr sollen die Pflasterfugen noch mit Rasen angesät werden.

Tragschicht vor Weihnachten

In eigener Sache fällte Bürgermeister Herrmann in der Neubrückentorstraße ein Urteil: "Mir als Anlieger gefällt's gut." Danach hielt er sich als Betroffener aber sorgsam zurück, weil es auch ums Geld ging. So erhielten alle Anlieger am Montag ihren Bescheid über die Vorausleistungen für den Ausbau der Gehwege und Nebenanlagen.
Von den Gesamtkosten von 386 000 werden 116 000 Euro auf die Anwohner umgelegt.

Dabei stellte Bauamtsleiter Martin Lang heraus, dass der Straßenanteil vom Freistaat, dem (Straßen-)Bauamt, übernommen wird. Die gefundenen Pflastersteine im Untergrund würden daher auch bezahlt, nachdem die Baufirma ohne deren Entfernung Gewährleistungsprobleme angemeldet hatte.

Zeitliche Verzögerungen - bei einem Jourfix jüngst war von zwei Wochen die Rede - ergaben sich laut Winfried Lamberty durch die notwendigen Kanalsanierungen samt problematischer Hausanschlüsse sowie die Tatsache, dass eine Zeit lang nur eine halbseitige Sperrung möglich gewesen sei.

In der zweiten Dezemberwoche soll die Tragschicht aufgebracht werden, so dass vor Weihnachten der Durchgangsverkehr und Winterdienst wieder möglich werden. Ein Bauende prophezeite Lamberty für Mai 2013.
Auch der Planer und Bauleiter fand, dass "wir durch die Archäologie etwas eingeschränkt wurden, weil die immer wieder begeistert sind, was da auftaucht".

Auf 7500 Euro schätzt Bauamtsleiter Lang die Mehrkosten für das Archäologiebüro, dessen Arbeit "Bestandteil der Zuschussgenehmigung gewesen ist", da Aufschlüsse über die Vorstadt im Übergang zur Baunachaue erwartet wurden, wie der Bürgermeister ergänzte.