Im ersten Akt wurde in der Stettfelder Pfarrgemeinde eine neue Schließanlage eingerichtet. Im zweiten Akt wurde die Kirche von Schädlingen befallen. Nun hat die Kirche den Holzwurm und der Bürgermeister keinen Schlüssel. Für den vorerst letzten Akt des Stettfelder Schauspiels hob sich der Vorhang in der Sitzung des Gemeinderates am vergangenen Mittwoch.

Die Pfarrgemeinde hatte einen Antrag auf Zuschuss zu einer Maßnahme gegen den Holzwurmbefall in der Kirche gestellt. Ein Kostenvoranschlag für die Begasung von Kirche und Turm liegt vor und beläuft sich auf knapp 29 000 Euro. Der Antrag der Pfarrei ging von 30 000 Euro aus. Hiervon würde die Diözese 22 000 und die Kirchenstiftung 5000 Euro tragen. Die politische Gemeinde, so die Bitte, soll sich mit den verbleibenden 3000 Euro beteiligen.

Kein Zuschuss ohne Schlüssel

Dem stünde generell nichts im Wege, allerdings ist derzeit nicht nur in der Kirche sondern auch im Verhältnis zwischen der kirchlichen und der politischen Gemeinde "der Wurm drin", so der Bürgermeister Alfons Hartlieb (CSU). Seit dem Einbau einer neuen Schließanlage liegen der Gemeinde keine Schlüssel mehr für Pfarrhaus und Annakapelle vor.

"Das war früher selbstverständlich", erklärte Alfons Hartlieb. "Es kann nicht angehen, dass Einzelne sagen ihr bleibt jetzt außen vor, aber beim Geld holen wir euch wieder ins Boot." Pfarrer Rusin versprach, sich darum zu kümmern. Doch auch der Zugang zum Pfarrhaus kann zum Problem werden. Dort wird eine gemeinschaftlich angeschaffte Lautsprecheranlage gelagert. "Es kann nicht sein, dass wir etwas gemeinsam kaufen und dann ausgeschlossen werden", ärgerte sich Hartlieb erneut.

"Die Kirchenverwaltung ist mit der Verwaltung der Gebäude beauftragt, also haben die die Schlüssel. Ich sehe keine große Notwendigkeit, dass so viele Schlüssel verteilt werden", betonte Johann Müller. Bezüglich der Lautsprecher müsse eben eine Regelung getroffen werden. Das sah der Bürgermeister anders: "Da muss ein Schlüssel her, wie es schon hundert Jahre war", stellte er fest. So habe die Gemeinde zum Beispiel nach Sturmschäden oder in anderen Fällen immer ausgeholfen. "Wenn es in Zukunft einen Schaden gibt, geht halt kein Gemeindearbeiter mehr rein. Wenn die politische Gemeinde ausgeschlossen wird, dann wird sie ohne wenn und aber ausgeschlossen", machte Hartlieb deutlich.

Mit zehn zu zwei Stimmen beschloss der Rat deshalb, den Zuschuss zu vertagen, bis bei einem klärenden Gespräch zwischen den drei Bürgermeistern und der Kirchenverwaltung die Unstimmigkeiten ausgeräumt werden können.

Hartlieb will unten bleiben

Wie hoch die künftige Aufwandsentschädigung für die ehrenamtlichen Bürgermeister der Gemeinde sein solle, war ebenfalls Theme bei der Sitzung. Auf Antrag von Johann Müller, beschloss der Rat einstimmig die Beratungen darüber aus der nichtöffentlichen in die öffentliche Sitzung zu verlegen. Die aktuelle Gesetzeslage sieht bei Gemeinden mit einer Einwohnerzahl zwischen 1001 und 3000 eine Aufwandsentschädigung zwischen 2681 und 4022 Euro vor. Da Bürgermeister Alfons Hartlieb in diesem Punkt selbst betroffen war, übernahm Doris Simon die Sitzungsführung. "Der Bürgermeister hat seinen Wunsch geäußert und möchte auf dem untersten Level bleiben", erklärte sie.

Dem Wunsch wurde mit zehn zu einer Stimme entsprochen.
Ebenfalls mit zehn zu einer Stimme wurde die jährliche Fahrtkostenpauschale von 1000 Euro gewährt. Eine monatliche Telefonpauschale von 15 Euro wurde mit neun zu zwei Stimmen bewilligt. Die zweite Bürgermeisterin erhält künftig 350 Euro monatliche Aufwandsentschädigung. Bei längerfristigen Dienstvertretungen kommen ab dem 15. Tag täglich 50 Euro hinzu. Die dritte Bürgermeisterin erhält für Vertretung jeweils 20 Euro und die anfallenden Fahrtkosten.

GPS-Gerät mit Bedingungen

Für die Bauverwaltung der VG Ebelsbach soll ein GPS Gerät angeschafft werden. An den Gesamtkosten von gut 12 700 Euro soll sich Stettfeld mit 2000 Euro beteiligen. Siegfried Wilhelm stellte den Antrag, den Kauf abzulehnen (er wolle das Gerät nur bei Bedarf mieten). Der Vorschlag wurde mit zwei zu zehn Stimmen abgelehnt.
Stattdessen entschied man sich, dem Kauf unter den Bedingungen zuzustimmen, dass die Bedienung ausschließlich von Mitarbeitern der Bauverwaltung erfolgt, das Gerät allen Gemeinden zur Verfügung stehen muss und die Folgekosten von der VG getragen werden.