"Wollt Ihr etwas Schnelles oder etwas Langsames als Zugabe?", fragte Heinz Dauhrer von der "Bavarian Classic Jazzband" am Ende des Konzerts beim Kulturamt Haßfurt in der Rathaushalle. "Beides" lautete die Antwort der höchst zufriedenen Gäste, und so spielten die sieben Musiker neben dem "Tiger Rag" auch das Lied "What a wonderful world". Mit den Worten: "Ihr seid als Publikum der Wahnsinn", verabschiedete sich danach die Band und nahm die spontane Reaktion der Zuhörer auf den Heimweg mit: "Ihr auch!"

Münchner in Franken

Seit sechs Jahren kommt die Münchner Jazzband nach Haßfurt, um dort mit ihrem "Hot Jazz on a Sunday afternoon" zu begeistern. Doch nicht nur das Publikum wartet jedes Jahr gespannt auf das Konzert. "Wir freuen uns immer schon ab München Nord auf Haßfurt Mitte", stellte der Bandleader Heye Villechner klar. "Denn Ihr seid ein tolles Auditorium, und Petra Lettang vom Kulturamt und ihr Team sorgen immer so hervorragend für uns und schmücken den Saal so herrlich", lobte er.
Das Konzert in der alten Rathaushalle unterschied sich ein wenig von den Auftritten der vergangenen Jahre. Zum einen war die beliebte Sängerin Petra Fierlbeck verhindert, so dass die Musiker gesangstechnisch verstärkt zum Einsatz kamen. Zum anderen war statt Charlie Thomass der Pianist Heinrich Rossmann mit von der Partie. Zum Dritten gab es zusätzlich zu dem eindrucksvollen Jazz der 1920er und 1930er Jahre aus New Orleans auch einige Gospels und Spirituals zu hören.
Neben Klassikern wie der "Bourbon Street Parade", "Sweet Georgia Brown", "Ain't Misbehavin‘", dem "West End Blues" oder dem "Basin Street Blues" kamen die Zuhörer in den Genuss des amerikanischen patriotischen Liedes "Glory Halleluja", des Spirituals "Nobody knows" und der Gospel "Down by the riverside" und "Oh when the Saints". Sie selbst durften außerdem mehrmals ihre Stimmkraft unter Beweis stellen - schließlich ist das Haßfurter Publikum als sangesstark bekannt - und auch über Telefon für die Enkelin von Heye Villechner "Happy birthday" singen, die an diesem Tag zwölf Jahre alt wurde und noch nie ein so schönes Geburtstagsständchen erhalten hatte.

Tolles Zusammenspiel

Was den "heißen" Nachmittag so unnachahmlich machte, waren vor allem das Zusammenspiel und die solistischen Einlagen der Musiker Heinz Dauhrer (Trompete, Gesang), Fritz Stewens (Posaune), Torsten Plagenz (Klarinette, Saxophon), Manfred Arriva Zöbisch (Banjo), Heinrich Rossmann (Klavier), Knalle Wall (Tuba) und Heye Villechner (Schlagzeug). Technische Brillanz paarte sich mit großer Musikalität und lässiger Leichtigkeit. Dass auch Manfred Arriva Zoebisch und Knalle Wall mit Heye Villechner ihre Fähigkeiten eindrucksvoll mit "Christmastime in Chinatown" bewiesen, fand großen Anklang wie die witzigen Geschichten und humorvollen Moderationen von Heinz Dauhrer.
"Ich bin total begeistert" sagte Rosmarie Ruppenstein aus Eltmann bewundernd, die die Band zum ersten Mal erlebt hatte. "Diese Art von Jazz gefällt mir sehr gut. Sie ist sehr eingängig, wurde hervorragend gespielt und hat mich mitgerissen. Am besten aber finde ich, dass mein Partner bei dieser Musik so mitging!"
Auch Fritz Fischer aus Eltmann lobte die gediegenen Musiker. "Sie spielen ausgezeichnet und sind eine wunderbare Bereicherung in dieser vorweihnachtlichen Zeit. Denn diese Musik kann man zu jeder Jahreszeit hören", sagte der Eltmanner.