Die Heubacher Kreuzung ist durch die Ampelanlage für Kraftfahrer und auch für Fußgänger und Radfahrer sicherer geworden. Dennoch: Ihm persönlich wäre ein Kreisverkehr lieber gewesen, sagte Verkehrsreferent Harald Pascher (FDP, Freie Wähler) bei der Jahresabschlusssitzung des Stadtrates Ebern am Donnerstagabend.
"Die im Rahmen des Verkehrskonzeptes im innerstädtischen Bereich eingeführte Rechts-vor-Links-Regelung wird inzwischen nach meinem Befinden besser angenommen und berücksichtigt." Pascher kritisierte in diesem Zusammenhang Kommentare im Internet, die seine Person verunglimpften. Die Wartelinien über den Marktplatz hätten sich positiv ausgewirkt, so dass der Umwelt- und Bauausschuss beschlossen hat, auch in der Neubrückentorstraße solche Wartelinien anzubringen. "Obwohl innerhalb der Zone das Parken nur auf gekennzeichneten Flächen erlaubt ist, wird teilweise kreuz und quer geparkt", kritisierte der Verkehrsreferent.

Der Stadtrat habe deshalb mit 16:4 Stimmen beschlossen einen privaten Parküberwachungsdienst zu beauftragen. Pascher ging noch auf weitere, den ruhenden Verkehr betreffende Beschlüsse des Stadtrates ein. Einen "Zebrastreifen", alternativ eine Bedarfsampel, würde er sich für die Gleusdorfer Straße wünschen, wenn Kinder zur übergangsweise eingerichteten Mittagsbetreuung in die Nikolaus-Fey-Straße müssen, damit sie die Straße sicher überqueren können. Allerdings habe das Landratsamt dies am Donnerstag abgelehnt. "Mal sehen, was dort passiert", sagte Pascher.

Für sinnvoll erachte er einen Kreisverkehr an der Kreuzung Coburger-/Gymnasiumstraße, mit dessen Bau voraussichtlich im Frühjahr 2016 begonnen werde. "Bezüglich einer weiteren Zufahrt in das Neubaugebiet Mannlehen von der Coburger Straße aus wurde die Verwaltung vom Stadtrat einstimmig beauftragt, die Planung anzugehen und damit konkrete Kosten zu ermitteln."

Schließlich nannte Harald Pascher noch seine Wünsche: einen weiteren Kreisverkehr an der Kreuzung Gymnasium-/ Gleusdorfer-/ Friedlandstraße, bauliche Maßnahmen am Kapellen-stegsweg und in der Sudetenstraße, um die Geschwindigkeiten zu reduzieren, eine Fußwegverbindung zwischen Sandhof und Heubach und weitere Tempo-30-Zonen zum Beispiel in Heubach.


Zuwachs im Tourismus

"Das Tourismusjahr 2015 geht für Ebern erfreulich zu Ende", sagte Bernd Ebert, Ortssprecher in Eichelberg und Referent für Tourismus. Als Glanzlichter nannte er das Rea Garvey-Konzert beim Open-Air-Festival in Eyrichshof mit 3500 Besuchern, die Bayern-Rundfahrt mit dem dritten Etappenziel in Ebern und fast 1600 Gäste in der Tourismusinformation in Ebern. Besucher kamen laut Bernd Ebert aus ganz Europa, 231 waren es allein im Juli. "Die Besucher fühlen sich mit den Informationen der Stadt gut versorgt", sagte Ebert. Der absolute Verkaufsschlager sei der Plüsch-Lützel, eine Art Eberner Wappentier zum Kuscheln.

Gefragt seien auch das Prospekt "Ebern-Rundgang", sowie Wander- und Radkarten, mit denen man Ebern und seine Umgebung erkunden kann. Am Wohnmobilstellplatz seien mit 3197 Personen weniger Gäste als im Vorjahr (3462) angekommen, die einzelnen Gäste aber länger geblieben als im Vorjahr. 2014 waren es 6206, im Jahr 2015 zählte man 7441 Übernachtungen. 13 Stadtführer weihen die Besucher in die Geschichte und Sehenswürdigkeiten von Ebern ein. "Insgesamt wurden 51 Stadtführungen mit insgesamt 778 Teilnehmern durchgeführt", so Ebert.

Gut kämen auch Themenführungen und die und die Führungen "Kinder führen Kinder" an. Verbessert wurde die Internetpräsenz auf www.ebern.de. 36 500 Zugriffe waren z.B. unter Frankens schönstes Kegelspiel zu verzeichnen.

Die Anziehungskraft für den Weihnachtsmarkt und die Märkte insgesamt und damit auch die für Ebern an sich solle verbessert werden. Die Museumsnacht und der Mittelaltermarkt empfindet Ebert als Bereicherung. Auch das "neue Altstadtfest" sei ein Erfolg gewesen und die Zusammenarbeit und Vernetzung mit anderen Tourismusverantwortlichen laufe gut.
153 Betten stehen im Beherbergungsgewerbe in Ebern zur Verfügung. Übernachtungen gab es im Jahr 2014 insgesamt 19 538, etwa so viele werde man auch im Jahr 2015 erreichen.
Weiter ein Verkaufsschlager sei der Einkaufsschein der Tourismus- und Werbegemeinschaft (TWG) .


Mängel im Kindergarten

Stadträtin Marion Müller (CSU), Referentin für Kindergärten teilt in ihrem Bericht mit, dass im kirchlichen Kindergarten "Arche Noah" eine Erweiterung nötig wurde. 72 Kinder und 25 in der Kinderkrippe werden dort betreut. Im "Kuckucksnest" in Jesserndorf sind 21 Kinder und sieben in der Krippe. "Dort ist einiges zu machen, Mängel sind abzustellen", sagte Marion Müller.

100 Kinder werden im städtischen Kindergarten "Regenbogen" in Ebern betreut, dazu kommen 15 Krippenkinder. Die Plätze in den Kindergärten seien belegt.

"Mit den vorhandenen Einrichtungen im Stadtgebiet können momentan die notwendigen Plätze nicht mehr zur Verfügung gestellt werden", so die Referentin. Die angedachte Schaffung von zusätzlich 25 Regel- und zwölf Krippenplätzen sei durch einen Anbau auf dem Grundstück des städtischen Kindergartens nicht möglich. "Es bleibt deshalb nur der Weg zum Kindergartenneubau." Im Rahmen der Überlegungen der Diakonie, im Bereich Mannlehen ein Pflegeheim errichten zu wollen, wurde erwogen, ein gemeinsames Projekt zu schaffen. Ein solches Modellprojekt auf Landkreisebene wurde ebenso vom Kreisjugendamt begrüßt. Gut wäre die Zusammenarbeit der Kindergärten mit der Grundschule.


Verkehr vor Naturschutz?

Stadtrat Thomas Limpert (Freie Wähler), Referent für "Umwelt und Nachhaltigkeit" berichtete über Stadtentwicklung, Umwelt- und Naturschutz, beleuchtete die Ressource Wald und warf einen Blick nach vorne. Unter dem Stichwort "Baunach-Allianz" sah er Vorzüge von strategischen Partnerschaften für Gemeinden der Region. "Sowohl die Chancen und Stärken als auch die Herausforderungen sind gemeinsam erarbeitet worden", sagte Limpert. Hinsichtlich Natur- und Umweltschutz bezeichnete der Referent die Ortsgruppe des Bund Naturschutz als rührige Organisation, die mit Exkursionen, Landschaftfspflegemaßnahmen und weiteren zahlreichen Aktionen aufhorchen ließ.

"Zweifelsohne war der im Juni vom Obst- und Gartenbauverein Unterpreppach organisierte und von den dortigen Ortsvereinen abgehaltene "Tag der offenen Gartentür" ein weiteres Highlight was auch unter dem Thema Umwelt- und Natur nochmal genannt werden darf."
Limpert lobte das Interesse aller Fraktionen, denen im Waldgebiet "Steinert" bei einer Führung durch Fachleute ein "vielfältiger Mix" aus Informationen um eine ökologische und nachhaltige Waldbewirtschaftung geboten wurde. Er hob den Bericht von Förster Wolfgang Gnannt in einer Stadtratssitzung hervor, auch im Hinblick auf den Aufbau von kommunalen Ökokonten. "Gnannt denkt und handelt hier weitsichtig bereits im Vorgriff auf Ausgleichsflächen die wir seitens der Stadt irgendwann benötigen.", sagte er.

Mit etwas Wehmut blicke er auf das sich verändernde Stadtbild gerade in unserem Anlagenring. Bedingt dadurch dass die Verkehrssicherung stark im Vordergrund steht wurden in letzter Zeit zunehmend mehr alte Baumbestände entfernt. "Nachpflanzungen seien hier durchaus erwünscht, jedoch sollte nicht die Pflegeaufwendigkeit des Baumes sondern vielmehr der Ökologische- und Artenschutzaspekt gesehen werden."
Bei anstehenden Hochwasserschutzmaßnahmen wünscht sich Limpert Umwelt- und landschaftsbildverträgliche Lösungen. Auch wäre die Idee eines "Regionalladens" mit mehr Nachdruck zu verfolgen um damit die Vermarktung regionaler Produkte zu unterstützen.


Symbiose bei der Jugendarbeit

Als Jugendreferent im Stadtrat Ebern stellte Philipp Arnold (Freie Wähler) in seiner Situationsanalyse fest, dass Ebern eine relativ geringe Jugendkriminalität habe. "Das liegt auch daran, dass sowohl die Schulen als auch die offene Jugendarbeit in Symbiose miteinander eine hervorragende Präventivarbeit leisten", so Arnold. In seinen Ausführungen ging er detailliert auf die Angebote und Projekte ein, wo gut 3000 Jugendliche erreicht würden. "Das ist eine gute Quote." Arnold nannte die vielfältigen Angebote des Jugendtreffs, die Interessengebiete von Jugendlichen abdecken würden.

25 000 Euro schieße die Stadt Ebern jedes Jahr für die offene Jugendarbeit zu. Im Detail ging er auf verschiedene Ausgaben der Awo ein. Der Referent kam auf den Jugendschutz beim Altstadtfest Ebern zu sprechen. "Mit der Polizei wurde ein Sicherheitskonzept erarbeitet und es konnten im letzten Jahr keine wesentlichen Verstöße festgestellt werden."

Zum Thema Asyl führte der Referent aus, dass die Ermöglichung des Spracherwerbs im Austausch der Schulleiter in Ebern geschaffen wurde. Hervorzuheben sei die Arbeit des Helferteams "Asyl", welches vorbildliche Arbeit leiste. Stolz zeigte sich Arnold, selbst Rektor der Mittelschule Ebern, dass die Kinder der Schule mit zwei bayernweiten Preisen belohnt wurde und zwar den Sonderpreis des Landeschülerrates und den Verfassungspreis des Freistaates Bayern "Jugend für Bayern." Angegangen werden solle im kommenden Jahr eine Jugendversammlung und ein runder Tisch zum Thema Jugendarbeit.


"Soziale Stadt"

Isabell Kuhn (Junge Liste) würdigte als Referentin für Integration und Senioren in der Stadt Ebern den vielfältigen Einsatz für eine "soziale Stadt". Von 7924 Einwohnern seien 1528 Bürger 66 Jahre und älter. Im Seniorenzentrum St. Elisabeth seien 59 Bewohner, im Sozialpsychiatrischen Zentrum würden 63 Menschen betreut. "Die Lebenshilfe Schule und Tagesstätte betreut und beschult derzeit 14 Kinder und Jugendliche, im Diagnose- und Förderzentrum befinden sich momentan 100 Kinder und Schüler. Derzeit befinden sich zudem etwa 250 Asylbewerber bei uns in Ebern", führte die Referentin aus.

Sie ging auf die Vorüberlegungen des Diakonischen Werkes Bamberg-Forchheim bezüglich eines Neubaus im Baugebiet Mannlehen ein, was sie sehr begrüße. Positiv sieht sie, dass in Ebern Wohnraum für geistig behinderte junge Erwachsene geschaffen wird. Momentan begleiten neben den Hauptamtlichen über 50 ehrenamtliche Personen in Ebern die Familien, Frauen, Männer und Kinder.
Das Thema "Mobilität im Alter" werde in Zukunft eine große Herausforderung sein. Die Polizei in Ebern habe angeboten, für Senioren ein Präventionsveranstaltung "Verkehrssicherheit - Senioren im Straßenverkehr" durchzuführen. Wünsche hat Isabell Kuhn für das Jahr 2016 auch: Treffen des Seniorenbeirates, ein runder Tisch Barrierefreiheit und die Neuerstellung einer Sozialbroschüre, um nur einige zu nennen.


Großes Interesse am Wald

Dritter Bürgermeister Werner Riegel (SPD) sagte als Waldreferent, dass der jährliche Waldgang eine gute Informationsveranstaltung sei, sich als Mitglied des Stadtrates aus erster Hand in der freien Natur über waldbauliche Maßnahmen informieren zu lassen. "Eine so große Resonanz wie im letzten Jahr, es waren 30 Personen dabei, war noch nie da." Sehr informativ seien die Ausführungen von Förster Wolfgang Gnannt gewesen und von Heinz Fausten habe man im Waldgebiet "Steinert" umfassende Informationen über Heilsteine und den Albersdorfer Steinbruch erhalten. Die große Hitze des letzten Jahres hätte dem Wald geschadet, Auswirkungen müsse man abwarten.

Der Stadtwald habe eine Größe von 920 Hektar, 1,5 Hektar habe man aufgeforstet. "Wir haben im Stadtwald 225 000 Euro eingenommen und Ausgaben von 150 000 Euro, also unter dem Strich 75 000 Euro Gewinn", so Riegel. Wildverbiss sei nach wie vor ein Problem und auch Wildsauen mussten intensiv bejagt werden. Sein Dank galt den Jagdgenossenschaften im Stadtgebiet, für die vorbildliche Unterhaltung der Waldwege, wozu die Stadt einen Zuschuss von 25 Prozent gewähre.


Fusionen bei der Feuerwehr

"Die Feuerwehren im Stadtgebiet sind im Umbruch, der Feuerwehrbedarfsplan muss nach einer Bestandsaufnahme angepasst werden", sagte Stadtrat Markus Fausten (CSU). In Albersdorf musste die Feuerwehr aufgrund Personalmangels aufgelöst werden, Fierst wurde in eine Löschgruppe umgewandelt. Auch Gemünd und Welkendorf schließen sich als Löschgruppe der Feuerwehr Weißenbrunn an. Auch an der Spitze mangele es. Kommandanten fehlen in Heubach und Neuses.

Die Feuerwehren mit großer Mannschaftsstärke, wie Jesserndorf, Unterpreppach und Eyrichshof sollen laut Bedarfsplan, neben Ebern künftig als eine Art Stützpunktwehren ausgebaut werden. Ein Feuerwehrgerätehausneubau stehe für Unterpreppach an, Ersatzbeschaffungen für die veralteten Fahrzeuge in Jesserndorf und Eyrichshof müssten folgen.

"Im Jahr 2015 waren unsere Feuerwehren 47 Mal bei Brandeinsätzen im Einsatz, hinzu kommen 66 Einsätze bei Unfällen und technischen Hilfeleistungen. Sicherheitswachten waren standen 21 an, sonstige Hilfeleistungen 43 Mal", sagte Fausten. Einsatzstunden wurden 3268 geleistet. Bei nahezu allen Ausbildungen arbeiten alle Wehren im Stadtgebiet zentralisiert zusammen. Neu hinzu kommt die Ausbildung im Digitalfunk.


Verwerfungen beim Kulturring

Besonders beim Kulturring gab es Höhen und Tiefen", sagte Stadtrat Rainer Kaffer (Junge Liste), Kultur- und Vereinsbeauftragter. Dies vor allem bei der Umstrukturierung in der Geschäftsführung, sagte Kaffer. "Hier hätten rechtzeitige Gespräche bezüglich der Bestrebungen seitens der Verwaltung einigen Ärger vermieden können", kritisierte er. 106 Vereine sind beim Kulturring.

Der Referent wies auf den kommenden Fasching hin, der "Eberner närrische Zeitreise" zum Thema habe. "Tolle Veranstaltungen" habe es gegeben, wobei er den Tag der offenen Gartentür in Unterpreppach nannte, die Veranstaltungen des Bürgervereins, das Oldtimertreffen des AC Ebern, Musikveranstaltungen im Schloss Eyrichshof und die Musiknacht in Ebern. 20 Vereine hätten sich beim Ferienprogramm eingebracht. "Die Arbeit der Vereine sollten besser in der Öffentlichkeit dargestellt werden", meinte Kaffer. Mit einem Blick nach vorne warb er für den Tag der Vereine in 2017.