"Die überm Mee drübm, die sprechn annerschd wie mir hübm", erklärt Rüth. Ja, wie annerschd denn? So annerschd: "Die überm Maa gesd, redn annerschd wie mir do hesd." So klingt der Satz, wenn ihn ein Sander oder eine Sanderin ausspricht. Da kann man nicht behaupten, dass jeder gleich versteht, dass "gesd" für "drüben" und "hesd" für "hüben" steht.

Ulrike Rüth und Emma Michl sind zwei Frauen, die sich in ihrem Alltag normalerweise ihres heimischen Dialekts bedienen. Für beide ist es ihre Muttersprache, sie sind damit aufgewachsen. "Nur ganz selten kommt es beruflich bedingt mal vor, dass ich Hochdeutsch spreche", erklärt Ulrike Rüth auf trotzdem fränkisch angehauchten - nun ja: Hochdeutsch. Die 54-Jährige arbeitet in einem Altenheim. Dort gibt es auch mal den ein oder anderen Bewohner, der nicht von hier ist. Aber ganz abstellen kann sie den Dialekt nicht. "Wenn ich nur so nouch der Schrift sprech soll, dann bin ich nix mehr ich", erklärt sie und lacht.


Von Berlin nach Unterfranken



Doch wie wirkt das alles auf Auswärtige? Mareen Wiesecke stammt aus Berlin und lebt seit sieben Jahren in Unterfranken. Sie empfindet das Fränkische "als eine angenehme Sprache". Die 32-Jährige hat hier Freunde gefunden, Arbeit und ist in einer Beziehung. "Ganz am Anfang", erinnert sie sich, "habe ich einige Ausdrücke gar nicht verstanden." Da kam es zu Missverständnissen: "Eine Arbeitskollegin sagte immer: ,Der Moo vo meiner Mudder...' - da habe ich eine Zeit lang geglaubt, dass es hier um eine Person geht, die ,Moo' heißt. Bis ich herausgefunden habe, dass es um den ,Mann meiner Mutter' geht." Einige Worte musste sie also ganz neu lernen, aber allzu schwer ist es ihr dann doch nicht gefallen: "Das Schöne ist: Wir reden ja alle Deutsch. Nur jeder redet eben anders Deutsch."

Den ausführlichen Artikel lesen Sie in unserer Printausgabe, Fränkischer Tag, Lokalausgabe Haßberge, vom 21. Februar 2012