Rund 60 Bürger, vorwiegend Angehörige der Musiker der Blaskapellen aus Haßfurt, Unter- und Oberhohenried, Prappach, Augsfeld, Wülflingen und Sailershausen, waren in die Rathaushalle gekommen. Sie alle wollten erleben, wie die Musiker während der Audienz dem Papst und den Zuschauern in aller Welt einen musikalischen Gruß entbieten. Dass das Ständchen der Musiker dann nur kurz am Ende der Übertragung zu hören war und die Gruppe nicht namentlich erwähnt wurde, erfüllte nur manche mit Enttäuschung.

Eltmanner sorgt für die Übertragung vom Vatikan

Dafür, dass die Audienz, die vom Fernsehzentrum des Vatikans (CTV) gefilmt wurde, in die Rathaushalle in Haßfurt übertragen werden konnte, hatte Alexander Scheibel aus Eltmann gesorgt. Für die Bewirtung mit Getränken wiederum war Petra Lettang von der Stadt Haßfurt zuständig.

So konnten die Besucher, teils ganz entspannt, teils ganz aufgeregt, die Audienz erwarten. Punkt 10.30 Uhr begrüßte Papst Franziskus rund 150 000 Gläubige auf dem Petersplatz und Millionen Zuschauer an den Fernsehgeräten in aller Welt.

In der Katechese betonte er, dass der Ausdruck der Gemeinschaft der Heiligen, die im Glaubensbekenntnis bezeugt werde, zwei Bedeutungen habe: Gemeinschaft an den heiligen Dingen und Gemeinschaft der heiligen Personen.

Papst Franziskus betrachtete den zweiten Aspekt näher und sagte. "Es gibt eine Gemeinschaft des Lebens zwischen allen, die durch die Taufe zu Christus gehören. Gemeinschaft der Heiligen bedeute daher, in der Kirche in Gemeinschaft mit Gott zu sein." Die Teilhabe an der Liebe Gottes lasse dann auch alle untereinander ein Herz und eine Seele werden.

Überall, wo Menschen von der Liebe Gottes ergriffen seien, versuchten sie diese hinaus zu tragen. Das sei ein weiteres Merkmal der Gemeinschaft der Heiligen: nicht in sich verschlossen zu sein, sondern die Liebe mitzuteilen. Schließlich reiche die Gemeinschaft der Heiligen bis ins Jenseits. Besonders die Feier von Allerheiligen und Allerseelenbringe die gegenseitige Solidarität dieser Gemeinschaft zum Ausdruck. Sie werde im Beten füreinander lebendig.

Nach der Begrüßung der Pilger aus aller Welt sprach der Papst dann den apostolischen Segen und empfing noch besondere Gäste. Erst dann waren die Musiker aus Haßfurt und den Stadtteilen kurz mit einem Marsch zu hören.

Ein schönes Erlebnis

Rita Schmidt aus Prappach hatte die Audienz zusammen mit ihren Enkeln Hannes und Linus besucht. Schließlich waren ihre Tochter Tina Rudolph und ihr Schwiegersohn André Rudolph unter den Musikern. "Ich bin nicht enttäuscht, dass wir die Kapelle nicht länger gehört haben", sagte sie. "Es war ein schönes Erlebnis, die Audienz zu verfolgen."

Auch Monika Lutz aus Unterhohenried, deren Sohn Matthias Lutz ebenfalls zu den Rompilgern zählte, war nicht enttäuscht. "Ich hatte aber gedacht, dass wir die Musiker sehen könnten", gab sie an. Auch sie hatte ihre Enkelin Aylina mitgebracht, damit sie ihren Vater sehen konnte. Natürlich hätten sich die Kinder gewünscht, ihre Eltern auf dem Bildschirm spielen zu hören. Doch leider hatte dies die Übertragung nicht ermöglicht.

Katrin Hiernickel, die mit ihrem Mann Georg Hiernickel, dem Vorsitzenden der Stadtkapelle und Initiator der Pilgerfahrt, und ihren Kinder die Audienz in Rom besucht hatte, hingegen war begeistert. "Die Musiker aus Haßfurt und den Stadtteilen haben schon eine Stunde vor der Audienz gespielt", sagte sie am Telefon. "Die Kapelle saß direkt vor dem Papstbaldachin und hat abwechselnd mit zwei weiteren Musikgruppen vor den 150 000 Gläubigen unter der Leitung von Pastoralreferent Johannes Eirich gespielt."

Auch beim Einzug des Papstes auf den Petersplatz und nach der Audienz, als Papst Franziskus mehrere Gäste begrüßt und die Kranken gesegnet habe, hätten die Musiker ihr Ständchen mit dem Frankenlied und verschiedenen Märschen dargebracht. "Es war ein Riesenerlebnis", so Katrin Hiernickel.

Wie sie mitteilte, werde die Audienz vor allem bei zwei Kindern in tiefer Erinnerung bleiben. Denn Hannah Müller und Elias Beck hätten dem Papst beim Einzug die Hände schütteln können. "Papst Franziskus zeigte sich extrem volksnah, hatte keinerlei Berührungsängste und nahm sich sehr viel Zeit, um möglichst viele Gläubige persönlich zu begrüßen", so Katrin Hiernickel begeistert.