"Wie viele dreistellige positive ganze Zahlen gibt es im Zehnersystem insgesamt, die bei unveränderter Schreibweise in jedem erlaubten Zahlensystem eine Quadratzahl darstellen?" Vier junge Mathematiker aus der zehnten Klasse des Regiomontanus-Gymnasiums Haßfurt hatten fast keine Probleme, diese Knobel-Aufgabe beim "Internationalen Bolayi Mathematik Teamwettbewerb" zu lösen. Gemeinsam mit ihrer Fachbetreuerin Regina Krieger waren Felix Buld, Simon Eußner, Clemens Reitelbach und Maximilian Gerschütz ins ungarische Budapest gereist und belegten dort den zweiten Platz.

Im Vorfeld waren viele Teams - unter anderem aus Bayern, Baden-Württemberg und Sachsen - an den Start gegangen und hatten um die Wette geknobelt. Die Teilnehmer mussten Vierermannschaften aus den jeweiligen Klassenstufen bilden. Abgedeckt waren am Regiomontanus Gymnasium die Jahrgangsstufen sechs bis zehn. Die Arbeitszeit für die 14 Aufgaben betrug 60 Minuten. Das Team mit Felix, Simon, Clemens und Maximilian, das sich "Breiter als der Term" nannte, war bayern- und deutschlandweit am besten und freute sich auf die europaweite Herausforderung in Budapest - nebst Kulturgenuss bei Tag und Nacht.

"Im Team konnte jeder seine Stärken einbringen", sagt Maximilian. Die Teamfähigkeit und die Freude am gemeinsamen Lösen von Denk- und Knobelaufgaben standen im Mittelpunkt. Im Finale in Ungarn mussten fünf Aufgaben gelöst werden. "Die hatten es in sich", ist sich das Team einig. In 60 Minuten musste manch harte Nuss geknackt werden. Eine davon war die eingangs erwähnte Aufgabe, "die mit Abstand die schwierigste war", wie Felix zugesteht.

Im "Multiple-Choice-Stil" waren verschiedene Antworten möglich und von keiner bis alle konnten die Lösungsansätze richtig oder falsch sein. Nach dem Test rätselte das Quartett noch lange an dieser Aufgabe, bei der fünf Lösungen mit den Zahlen von sechs bis zehn möglich waren, aber nur eine richtige Antwort anzukreuzen war: nämlich die Zahl neun. Mit Ideenreichtum, Flexibilität und logischem Denken hatten die vier, die sich nicht zu den "Mathehassern" zählen, ihre eigenen Strategien ausgearbeitet. Man musste überlegen, was man ankreuzt und was lieber nicht, denn es gab auch Punkteabzug für die falsche Lösung. Hinzu kam, dass besagte Aufgabenstellung Stoffgebiet teilweise aus dem G8-Lehrplan war, der gestrichen worden war.

Geringer Aufwand, hoher Ertrag

Unter der Anleitung von Fachbetreuerin Regina Krieger waren die Voraussetzungen bestens. Man sei den Wettbewerb locker angegangen und habe bei geringem Aufwand, wie sich alle vier einig sind, einen großen Ertrag eingefahren. "Es war das erste Mal, dass unsere Schule an diesem Wettbewerb teilgenommen hat", berichtet Regina Krieger. Der Anreiz waren vier Tage Budapest, die vom Veranstalter, dem Herrenhofbund und dem Elternbeirat, finanziert wurden.

Insgesamt erreichten die Vier in Budapest 57 von 70 Punkten. Das wurde mit einer Urkunde, einer Medaille und einem Buchpreis honoriert. Insgesamt zählt der vor elf Jahren an einem Gymnasium in Budapest von einer Handvoll Lehrern initiierte Wettbewerb heute allein in Ungarn über 80 000 Teilnehmer. Nach dem erfolgreichen Abschneiden 2015 will man es ist im nächsten Jahr noch besser machen. "Dann fahren wir nach Ungarn und holen uns mit voller Punktzahl die Goldmedaille", freut sich das Quartett.