Die Erschließung des neuen Baugebiets Osterfeld II in Haßfurt macht nach anfänglichen Verzögerungen inzwischen gute Fortschritte. So könnten im Herbst die ersten Häuser begonnen werden. Der Bau- und Umweltausschuss des Stadtrates war vor seiner Sitzung am Dienstag vor Ort, um sich über den Stand der Arbeiten zu informieren.
Wie Wolfgang Braun, technischer Leiter des städtischen Bauamtes, und Kai Niedergesäß, Geschäftsführer des Ingenieurbüros Alka, mitteilten, ist das Baugebiet in drei Abschnitte unterteilt. Der erste Abschnitt südlich des Osterfeldwegs ist bereits fertig erschlossen. Dort wurde auch schon mit dem Bau des ersten Wohnhauses begonnen. Die beiden anderen Abschnitte liegen nördlich der Straße. Dort wurden schon ganzflächig Kanalleitungen und Hausanschlüsse verlegt. Das Wasserleitungssystem und das Wärmeleitungssystem nähern sich der Fertigstellung, während Strom- und Telekomleitungen noch verlegt werden müssen. "Derzeit läuft der Straßenbau", berichtete Kai Niedergesäß. "Unser Ziel ist es, die Tragschichten bis Ende August im zweiten Bauabschnitt und bis Ende Dezember im dritten Bauabschnitt aufzutragen."
Nach seinen weiteren Aussagen ist die Fertigstellung der Erschließung voraussichtlich bis zum Frühjahr 2016 geplant.

Mainausbau trifft die Stadt mehrfach

Im Rathaus beschäftigte sich der Bauausschuss mit dem Planfeststellungsverfahren für den Ausbau der Fahrrinne des Mains in den Stauhaltungen Ottendorf und Knetzgau. Dieser Ausbau soll bis 2022 erfolgen. Dietmar Will von der Stadtverwaltung berichtete, dass die Stadt Haßfurt an mehreren Stellen betroffen ist. So sollen das südliche Ufer bei Wülflingen, das Ufer im Bereich des Gries' in Haßfurt südlich des Radweges sowie das Ufer im Bereich zwischen dem ehemaligen Naturfreundehaus und der Schleuse in Knetzgau zurückgenommen sowie umstrukturiert werden.

Am Gries und am ehemaligen Naturfreundehaus könnte, so Will, dem Wunsch der Bürger, einen so genannten Stadtstrand anzulegen, eigentlich entsprochen werden. Daher werde man diesen Vorschlag dem Wasserstraßen-Neubauamt Aschaffenburg als Träger des Verfahrens mitteilen. Schmerzhaft sei aber der geplante Eingriff in die Baumbestände am Ufer zwischen dem ehemaligen Naturfreundehaus und der Staustufe Knetzgau. Auch könne die Stadt, obwohl sie kooperativ sei, nicht alle gewünschten Flächen verkaufen. Denn einige benötige sie selbst als Ausgleich für die Ausweisung des Gewerbegebiets Ost (Nördlicher Teil). "Außerdem können wir dem Plan, im Haßfurter Hafen einen 200 Meter langen, schwimmenden Ponton für eine Liegestelle für die Güterschifffahrt zu errichten, nicht zustimmen", betonte Will. Denn diese Liegestelle kollidiere mit der bestehenden Anlegemöglichkeit für Personenschiffe in Haßfurt. Der Einzelhandel habe signalisiert, dass die Gäste der Kreuzfahrtschiffe eine nicht mehr zu unterschätzende Einnahmequelle seien.

Bürgermeister Günther Werner (FW) fügte an, dass immerhin rund 260 Kreuzfahrtschiffe jährlich in Haßfurt Station machen. Daher sollte die Anlegemöglichkeit erhalten bleiben. Zumal die Schiffsliegestelle für den Güterschiffverkehr nur für Notfälle wie Hochwasser benötigt werde. Der Stellungnahme von Dietmar Will stimmte der Ausschuss zu.

Annette Marquardt fand das das Geld für den Mainausbau "herausgeworfen". "Der Staat muss Geld haben ohne Ende, wenn man bedenkt, was das kostet", sagte sie und wollte wissen, ob bereits vor 2022 zum Ausgleich für die zu fällenden Bäume und Büsche Pflanzungen vorgenommen würden. Will erwiderte, dass ein gewisser Ausgleich erfolge. Jedoch schaffe die Natur selbst den besten Bestand, auch wenn Zeit nötig sei.

Kritik am Funkmast

Kein Verständnis für den geplanten Funkmastenbau in Prappach, Wülflingen und Kleinaugsfeld durch die Schnell-im-Netz GmbH zeigte Stadtrat Jürgen Kehrlein in der Sitzung des Bau- und Umweltausschusses. "Das schockt mich extrem, denn zum einen ist das technisch veraltet und zum anderen habe ich das nur durch Zufall erfahren", sagte der Stadtrat.

Bürgermeister Günther Werner erklärte, dass die Telekom von der Bundesnetzagentur den Auftrag für den Breitbandausbau in allen Stadtteilen bis auf Kleinaugsfeld, Prappach und Teile von Wülflingen erhalten habe. Für den Rest habe die Schnell-im-Netz-GmbH den Zuschlag bekommen, die per Richtfunk vom Zabelstein her die drei Stadtteile versorgen werde.

"Mir ist klar, dass die Funkmasten ein Stück weit das Straßenbild verschandeln, aber wir als Stadt sind machtlos dagegen", entgegnete Bürgermeister Günther Werner. "Wir haben bereits Gespräche geführt, doch wir haben keine rechtliche Handhabe dagegen, da die Funkmasten knapp unter zehn Meter Höhe liegen und genehmigungsfrei sind", sagte er.