Jetzt fehlen noch die Zustimmung des Aktionskreises "Haßfurt Aktiv" (Aha) und die Zusage der Regierung von Unterfranken für Fördergelder.

2013 hatte der Stadtrat ein Integriertes Städtebauliches Entwicklungskonzept (ISEK) beschlossen, das auch die Etablierung eines Citymanagements vorsieht und den Weg für Förderung freigemacht hat. 2015 wurde die Entwicklung des Konzepts beauftragt. Geschäftsführer Roland Wölfel erläuterte den Stadträten die Schritte von der Grundlagenanalyse über Expertengespräche, Befragungen und Workshops bis hin zum Handlungsleitfaden für das künftige Stadtmarketing.


Übergeordnete Organisation fehlt noch

"Schon jetzt arbeiten der Aha, das Kulturamt und das Tourismusbüro sowie die Stadtverwaltung in Teilbereichen des Stadtmarketings", sagte Wölfel. "Doch auch wenn sie sehr engagiert und stark sind, so fehlt doch ein integriertes, übergeordnet organisiertes Stadtmarketing." Daher wurden Aufgaben und Ziele des Stadtmarketings erarbeitet.

Darunter fallen die Entwicklung und Vermarktung einer gemeinsamen und einheitlichen Stadtmarke und die Kommunikation nach innen und außen "aus einem Guss", die Erzeugung eines Gemeinschaftsgefühls, die Stärkung des Einzelhandels und die Serviceorientierung gegenüber Bürgern, Kunden, Unternehmen und Touristen. Außerdem soll das kulturelle und touristische Angebot weiter überregional bekannt bleiben und die Gäste noch stärker an die Innenstadt binden.

Die Themenfelder sind eine Tourismusoffensive, eine (Innen-)Stadtbelebung, die Stadtentwicklung und Wirtschaftsförderung sowie die Zukunftsinitiative Haßfurt. "Darum muss sich jemand kümmern, sonst verkümmern diese Bereiche", erklärte Wölfel mit Verweis auf den künftigen Stadtmanager, der die Projekte umsetzt und die Schnittstelle zur Verwaltung darstellt. Um Fördergelder zu erhalten, muss dieser Stadtmanager bei einem Verein angestellt sein, dem neu zu gründenden "Stadtmarketing Haßfurt".

In diesen Verein werden drei Aha-Vertreter, ein Vertreter der Tourist-Info, zwei Vertreter der Haupt-, Bau- und Finanzverwaltung, ein Vertreter der Gewerbebetriebe/Industrie sowie Bürgermeister Günther Werner entsandt. Der Vorschlag, auch einen Vertreter des Kulturforums aufzunehmen, lehnte der Stadtrat nach Wortmeldungen von Norbert Geier und Hachem Farmand ab.

Wie sieht die Zusammenarbeit aus? Der Stadtrat schafft die Rahmenbedingungen und beschließt die Förderleitlinien künftiger Projekte, die Finanzmittel und die Mittel für einen Projektfonds. Der Stadtmarketingverein legt die Ziele und die strategischen Vorgaben fest. Der Stadtmanager koordiniert die Akteure, übernimmt die Information weiterer Gruppen wie Bürger, Unternehmer, Institutionen und anderer, die als Ideengeber und Unterstützer mitwirken können.


Umsetzung von gemeinsamen Projekten

Der Aha, das Kulturamt und die Tourist-Info, die Stadtverwaltung und die Gewerbe- und Industriebetriebe entwickeln Projekte und Projektvorschläge, die sie nach der Beratung durch den Stadtmanager und den Stadtmarketingverein umsetzen. Der Verein übernimmt die Erfolgskontrolle. Er kann zudem beratende Akteure wie Vereine, externe Berater, Kulturschaffende, Verbände oder Bürger einbeziehen.

Projektbezogene Umlagen, städtische Zuschüsse, Sponsorengelder und die staatliche Förderung sollen die Finanzierung sicherstellen. Derzeit werden die Gesamtkosten auf rund 150 000 Euro geschätzt. Darin enthalten sind 60 000 Euro für Personalaufwand, 60 000 Euro für Sach- und Verwaltungsaufwand inklusive der Kosten für den Bauhof und 30 000 Euro für den Projektfonds. Der Projektfonds, mit dem nur Projekte umgesetzt werden können, wenn in gleicher Höhe private Mittel investiert werden, muss bei der Regierung beantragt werden. Da der Aha, vorbehaltlich seiner Zustimmung in der Generalversammlung am 6. März, 20 Prozent der Personalkosten für den Stadtmanager tragen soll, muss die Stadt abzüglich der Fördermittel nur noch 100 000 bis 110 000 Euro übernehmen.

Mit den Mitteln aus dem Projektfonds können zum Beispiel Öffentlichkeitsarbeit, Gemeinschaftswerbung, neue temporäre Veranstaltungen, Qualifizierungsmaßnahmen, Workshops, die Aufwertung der Innenstadtgestaltung und kleinere projektbezogene Anschaffungen finanziert werden.

Roland Wölfel zeigte anschließend verschiedene Stadtmarketingprojekte in anderen Städten auf. Auf Nachfragen erklärte er, dass der Fokus des Stadtmarketings auf dem Sanierungsgebiet in der Innenstadt liege, aber ein Brückenschlag zu den Betrieben und Geschäften außerhalb erfolgen müsse.

Abschließend teilte Stephan Schneider, Leiter der Hauptverwaltung, mit, dass sich bereits 27 Personen auf die Stelle des Stadtmanagers bewarben. Sobald der Verein "Stadtmarketing Haßfurt" gegründet sei, könne dieser die Anstellung des Stadtmanagers vornehmen.


Große Photovoltaikanlage

Die Städtische Betriebe GmbH plant die Errichtung einer Eigenverbrauchs-Photovoltaikanlage auf der Fläche unterhalb des Betriebsgeländes der Stadtwerk Haßfurt GmbH in der Augsfelder Straße in Haßfurt. Dort sollen rund 2500 Standard-PH-Module mit polykristallinen Zellen, Aluminium-Rahmen und speziell gehärtetem Antireflexionsglas aufgestellt werden.

In seiner Sitzung beschloss der Stadtrat die Aufstellung eines Bebauungsplans Sondergebiet "Photovoltaik Im Heinig", wobei die Planer Markus Schlichting und Christiane Clemens Details vorstellten. So liegt die Fläche zwar im Überschwemmungs- und im Trinkwasserschutzgebiet, doch haben Landratsamt und Wasserwirtschaftsamt ihre Zustimmung bereits signalisiert. Die Erschließung ist von der Augsfelder Straße her geplant. Der Artenschutz wurde berücksichtigt, allerdings ist noch das Vorkommen der Zauneidechse zu prüfen. Auch eine Ausgleichsfläche wurde ausgewählt. Nun wird die vorgezogene Beteiligung der Öffentlichkeit und der Träger öffentlicher Belange in die Wege geleitet.


Kein Platz für die Kinder!

Vom Kinderboom völlig überrascht, muss die Stadt Haßfurt dringend die städtische Kindertagesstätte "Zwergenhaus" um eine Kindergartengruppe erweitern. Wie Stephan Schneider, Leiter der Hauptverwaltung, erklärte, könne das Gebäude, in dem eine Kindergartengruppe untergebracht sei, noch aufgestockt werden. Ferner müsse die räumliche Situation für den Personalaufenthalt und die Essenszubereitung und -einnahme an der Kindertageseinrichtung St. Barbara in Haßfurt durch einen Anbau verbessert werden.

Der Stadtrat stimmte zu, die Umsetzungsmöglichkeiten zu prüfen, Investitionskosten zu ermitteln und die Fördermöglichkeiten zu eruieren. Ion dem Zusammenhang verwies Bürgermeister Günther Werner auf die Situation in Augsfeld, wo schon 25 Kinder abgelehnt werden mussten. Zu dem Thema sei aber schon eine Besprechung mit allen Beteiligten vorgesehen.

Die Stadt Haßfurt möchte den Bebauungsplan "Östlich der Hofheimer Straße" (frühere Waldi-Schuhfabrik) ändern und dort 14 neue Bauplätze für Doppel-, Reihen- und Einfamilienwohnhäuser ausweisen. Robert Barth, Leiter der Bauverwaltung, erläuterte die Stellungnahmen aus der vorgezogenen Beteiligung, die eingearbeitet wurden. Damit zeigte sich der Stadtrat einverstanden, so dass nun die öffentliche Auslegung und die Beteiligung der Träger öffentlicher Belange erfolgen kann.

Keine Einwände gab es gegen den vorhabenbezogenen Bebauungsplan "Industriegebiet Fränkische Rohrwerke - Werk West", den die Stadt Königsberg aufstellen möchte.


Geschäftsräume in der Stadt "ausgebucht"

Wie Bürgermeister Günther Werner bekannt gab, gebe es fast keine Leerstände mehr in Haßfurt. Vielmehr hätten Geschäftsleute kaum noch Erfolg bei der Suche nach geeigneten Räumen. Erfreulich sei auch, dass das Altstadt-Hotel ab April wieder geöffnet sei.

Nachdem Kommunen das Verbrennen holziger Abfälle aus Gärten innerhalb zusammenhängend bebauter Ortsteile seit 1. Januar 2017 nicht mehr gestatten dürfen, hat der Stadtrat die Satzung aufgehoben. Bei einigen Stadträten machte sich darüber Unmut Luft.