"Das Wetter ist schlecht, aber es verdirbt uns nicht die gute Laune", sagten Matthias Burger und seine Lebensgefährtin Katharina Burk. So oder so ähnlich äußerten sich viele Besucher des 36. Haßfurter Straßenfestes - zumindest am Samstag. Denn während am Freitag, dem ersten Tag des beliebten Festes, das Wetter ganz annehmbar war und Tausende in die Kreisstadt gekommen waren, regnete es am Samstag teilweise in Strömen.

"Wir haben erst einmal in der warmen Rathaushalle bei den Korbballern des TV Haßfurt fleißig Kaffee getrunken und Kuchen gegessen", erzählte Matthias Burger, der aus Wülflingen stammt und aus Liebe zu Katharina Burk nach Landau in die Pfalz zog. "Danach haben wir ein wunderbares Konzert mit der Kapelle ,Böhmisches Fieber' auf der Hauptbühne am Marktplatz gehört und jetzt lassen wir uns überraschen, was das weitere Programm zu bieten hat." Als Grund, warum er mit seiner Lebensgefährtin das Straßenfest besucht hat, nannte er: die "Familienangehörigen und Freunde treffen." Aber auch die guten Haßfurter Bratwürste hätten ihn in die Heimat gezogen. "Wir machen unseren Kofferraum voll mit Bratwürsten", gab Katharina Burk an. "Denn nur so kann ich meinen Franken in der Pfalz halten", fügte sie humorvoll an.

Und Humor brauchten die Besucher, die am Samstag dem Wetter trotzten: die Kinder, die trotz des Regens im Fliegerkarussell ihre Runden drehten, die Buben und Mädchen, die mit einem Regenschirm in der Hand am Enten-Angel-Spiel der Wasserwacht teilnahmen, die Standbetreiber, die wegen der überwiegenden Untätigkeit froren, die Bands auf den kleinen Bühnen in der Hauptstraße, aber vor allem auch die vielen Tanzgruppen der Volkshochschule (VHS) Haßfurt. Denn sie gestalteten das Programm auf der Bühne in der Unteren Hauptstraße, die zwar überdacht, aber von allen Seiten offen war, so dass sie zumindest teilweise dem Wind und Regen ausgesetzt waren. Außerdem hatten sie mit einer unzureichenden Technik zu kämpfen.

All das trübte jedoch nicht ihre Laune. Mit großer Freude und Begeisterung zeigten sie den Besuchern, was sie in Kursen bei der VHS gelernt hatten: Tango Argentino, Zumba, orientalischen Tanz, Cardio-Dance, Flamenco, Standard- und lateinamerikanische Tänze, Zaumbatonic, Yoga Dance sowie Hip Hop und Modern Dance. "Stellen Sie sich vor, die Sonne scheint und es ist heiß" ermunterte beispielsweise die Flamenco-Lehrerin Manuela de Cartuja die Zuschauer. "Die Haßberge sind Andalusien und Haßfurt ist Sevilla!" Bei so viel Temperament, das sie mit ihren Schülerinnen Dagmar Hußlein-Meidenbauer aus Ebelsbach und Christina Männling aus Knetzgau, dem Sänger David Moran und dem Gitarristen Florian Schützeichel bei ihren Tänzen an den Tag legte, wurde den Besuchern zumindest ums Herz ganz warm.

Die Künstler auf der Hauptbühne hatten es deutlich besser. Sie konnten vom Regen unbehelligt auftreten, und ihre Zuschauer saßen und standen unter dem großen Zelt im Trockenen. So hatten der Kinder- und Jugendchor St. Kilian, "Erna, die rasante Dampfnudel", die Einradgruppe des Schulzentrums Haßfurt, "Crazy Chicks", der Irish-Dancer Tassilo Heinrich, die "Fit4Life"- und "On-Point"-Tanzgruppen, die Schüler von "Musik Coaching Barthelmeß" und die Rapper des Jugendtreffs "Dragon" ein großes Publikum, das stets begeistert applaudierte. Auch das Abendprogramm kam an

"Gestern hui, heute pfui" urteilte am Samstagnachmittag Stephan Schneider, Vorsitzender des ausrichtenden Straßenfest-Fördervereins, über die äußeren Bedingungen. Er war positiv überrascht, dass bei dem relativ kühlen, wenn auch trockenen Wetter am Freitag so viele Besucher gekommen waren. "Sie hatten sehr viel Spaß", sagte er, "und auch am Abend war die Stadt richtig voll!" Schade sei nur gewesen, dass einige Geschäfte schon um 18 Uhr geschlossen hätten, obwohl sie bis 20 Uhr hätten öffnen können.

Begeistert zeigte sich Stephan Schneider, dass sich trotz des Regens am Samstag viele Bürger nicht hatten abhalten lassen, mit dem Schirm das Straßenfest zu besuchen. "Gerade die große Zahl an Zuschauern im Zelt vor der Hauptbühne zeigt, dass das Programm gut ist und ankommt", freute er sich.