Die Stadt Haßfurt hat einen neuen Ehrenbürger: Der Stadtrat verlieh in seiner Sitzung am Montagabend (8. April) dem Landrat Rudolf Handwerker, der von 1978 bis 1990 als Bürgermeister der Kreisstadt gewirkt hatte, einstimmig die Ehrenbürgerwürde. In einer Feierstunde am Freitag, 26. April, um 11 Uhr im alten Rathaus in Haßfurt wird ihm die entsprechende Urkunde überreicht.

"Ich freue mich, dass alle Fraktionen im Stadtrat meiner Anregung, unseren früheren Bürgermeister, Landrat Rudolf Handwerker, die Ehrenbürgerwürde der Stadt Haßfurt zu verleihen, angenommen haben", sagte Bürgermeister Rudi Eck (parteilos) vor dem Ratsbeschluss. Der gemeinsame Antrag aller Fraktionen zeige, dass sein Wirken für die Stadt mit allen Stadtteilen und die gesamte Bevölkerung für die Entwicklung der Stadt hervorragend und nachhaltig gewesen sei. "Rudolf Handwerker hat am 2. Mai 1978 seine Amtszeit als Bürgermeister angetreten, und es ist treffend, dass ihm 35 Jahre danach in einem Jubiläumsjahr von Großprojekten, die in seiner Amtszeit angeregt und umgesetzt wurden, die Ehrenbürgerwürde verliehen wird", erklärte Eck weiter. "So feiern wir heuer 25 Jahre Stadthalle und 25 Jahre Freizeitzentrum, wobei die Eishalle bereits seit 30 Jahren in Betrieb ist."

Preiswerte Wohnungen

Im Antrag der Fraktionen heißt es, Rudolf Handwerker habe erkannt, dass die Stadt Haßfurt, deren Bevölkerung in den vier Jahren vor Beginn seiner Amtszeit um 4,5 Prozent abgenommen hatte und deren Arbeitslosenquote bei über zehn Prozent lag, nur lebenswert und liebenswert bleiben und ihre Anziehungskraft auf das Umland beibehalten und verstärken könne, wenn zusätzliche Ausbildungs- und Arbeitsplätze geschaffen werden könnten. Rudolf Handwerker habe sich deshalb als Schwerpunkte preiswertes Wohnbau- sowie ausreichendes und attraktives Industrie- und Gewerbegelände gesetzt. Außerdem habe er intensive Gespräche mit verantwortlichen Vertretern der Wirtschaft geführt, um Vertrauen zu erwerben. Er habe es geschafft, mit persönlichem Engagement die Verbindungen zur Wirtschaft aufzubauen und zu vertiefen. Davon zeugten auch die Ansiedlung und Entwicklung der Firmen Engelhardt und Unicor.

Bürgernah

Darüber hinaus sei Handwerker ein sehr bürgernaher Bürgermeister gewesen, heißt es in dem fraktionenübergreifenden Antrag weiter. Er habe erkannt, dass die bayerische Gemeinde- und Gebietsreform Haßfurt aufgewertet habe und es diese Chance mit einer lebendigen kommunalen Selbstverwaltung zu nutzen gelte. Mit dem Bau des Freizeitzentrums mit Eishalle und Erlebnisbad sowie der Stadthalle habe er eine äußerst positive Entwicklung eingeleitet, die mit der Ansiedlung neuer Betriebe zu einem stetigen Bevölkerungswachstum geführt habe. "Die Verleihung der Ehrenbürgerwürde soll sein Wirken würdigen und Ausdruck des Dankes der Stadt Haßfurt sein", lautet die Zusammenfassung der Begründung.

Dass neben der CSU-Fraktion auch die anderen Fraktionen den Antrag unterzeichnet hatten, freute den CSU-Fraktionsvorsitzenden Norbert Geier besonders. "Dies zeigt die Wertschätzung aller Stadträte, egal, welcher Partei sie angehören", betonte der Stadtrat. Handwerker gehört ebenfalls der CSU an.

Reiner Greich legt Eid ab

Reiner Greich von der SPD ist zudem neuer Stadtrat in Haßfurt. Er wurde in der Ratssitzung am Montagabend im Rathaus von Bürgermeister Rudi Eck vereidigt. Greich rückt als Nachfolger für Werner Holzinger in den Stadtrat nach. Holzinger ist auf eigenen Wunsch aus gesundheitlichen Gründen aus dem Gremium ausgeschieden. Der 53-jährige Bauschlosser Reiner Greich, der in Unterhohenried wohnt, ist Betriebsratsvorsitzender bei der Firma Bosch-Rexroth in Augsfeld. Er ist Kreisvorsitzender des DGB. Greich wird auch den Sitz von Werner Holzinger im Bau- und Umweltausschuss übernehmen.