Sie ist mit dem Baunachgrund und der schönen Auenlandschaft sehr verbunden: Buchautorin Elfriede Eckle aus Horb in Baden-Württemberg. Sie verbrachte ihre Kindheit und Jugend im Rentweinsdorfer Gemeindeteil Gräfenholz. Hier waren ihr die Großeltern, Johann Andres, der seinerzeitige Bürgermeister der Gemeinde Sendelbach und die Großmutter Doreth Andres sehr ans Herz gewachsen.

Einen Kurzurlaub im fränkischen Land nutzte sie, gemeinsam mit ihrem Ehemann, dem Pianisten Gerhard Eckle, um am vergangenen Dienstag beim Seniorenkreis der Kirchengemeinden Rentweinsdorf und Salmsdorf eine Lesung aus ihrem dritten Roman "Am Fluss bei den gelben Lilien" zu halten.

Der Leiter des Seniorenkreises Willi Andres freute sich im gut besetzten Marktsaal über den Besuch aus Horb.
Die 1939 in Nürnberg geborene Autorin ist sehr eng mit dem Baunachgrund verbunden, da sie einen Großteil ihrer Kindheit in Gräfenholz verbrachte. Das Leben im Rentweinsdorfer Gemeindeteil, den Biografen gerne versehentlich nach Oberfranken verlegen, und die Jugend in der Nähe der Zonengrenze zur damaligen DDR haben sie geprägt.
Die gelernte Dolmetscherin und Übersetzerin Elfriede Eckle wirkte zunächst im Schuldienst und arbeitete als freie Übersetzerin und in der Erwachsenenbildung. Einen breiteren Leserkreis eroberte sich Eckle als Romanautorin mit autobiografisch angehauchten Werken.


Zweite Lesung im Markt

Bereits im März 2015 las die Schriftstellerin aus ihrem Buch "Die Bäume weinen um Regen", einer packend erzählten Geschichte und einem Sittenbild dörflichen Lebens vor allem während der NS-Zeit, vor dessen Hintergrund sich das Schicksal der weiblichen Hauptfigur Doreth erfüllt.

Sie, die sich während des Ersten Weltkrieges zu selbstverantwortlichem Handeln emanzipiert hat, entscheidet sich zeitlebens für die Schwächeren. Darum zögert sie auch nicht, Existenz und Leben aufs Spiel zu setzen, als es gilt, ihre sephardischen Verwandten vor der Verfolgung durch das NS-Regime zu retten.
Auch der zweite Roman "Als Julia mir das Pelzchen gab" war von der Geschichte des vergangenen Jahrhunderts geprägt und wurde zu einem großen Erfolg.

Die Lesung am Dienstag stellte nun den dritten Roman mit dem Titel "Am Fluss bei den gelben Lilien" vor. Der neue Roman zeichnet ein Bild vom Dorf Gräfenholz und des Baunachgrunds allgemein im letzten Kriegsjahr 1944/45.


Das Ende in Sicht

Die Menschen sehen dem Ende entgegen. Die meisten mit Schrecken, einige wenige mit Hoffnung auf eine Befreiung. Zu den Letzteren gehört Doreth (da ist sie wieder!), die Bürgermeisterwitwe. Als es dann so weit ist und die Amerikaner einmarschieren, sitzen alle im selben Boot. Die Einheimischen wie die Ausgebombten, die Kriegsheimkehrer, die Flüchtlinge, die Zwangsarbeiter und die ehemals Verfolgten, alle, die der Krieg in dieses kleine Dorf am Fluss, der Baunach, verschlagen hat.

Sie müssen nun einen Neuanfang wagen. Symbol für diesen Neuanfang ist das selbst gebaute Boot, mit dem die Kinder den Fluss hinunterfahren. Im Mittelpunkt steht die zarte Liebesgeschichte zwischen der russischen Zwangsarbeiterin Marija und dem deutsch-amerikanischen Besatzungssoldaten Joe.
Das Buch enthält einfühlsame Erzählungen von Einzelschicksalen. Bekannte Namen wie der Mühlenbesitzer Günther Elflein, Alma Busch und Fritz Andres aus Manndorf erscheinen dort.
Die mit viel Beifall aufgenommene Lesung wurde von Gerhard Eckle mit drei Klavierstücken von Beethoven und Mussorgsky umrahmt.

Willi und Ursula Andres luden zum nächsten Seniorennachmittag für Dienstag, 20. Juni ein, dann wieder in freier Natur auf ihrem Grundstück am Sendelbacher Wald.