Ein Ernteunfall zu einem ungewöhnlichen Zeitpunkt: Drei Tonnen Weizen haben sich am Donnerstagmorgen über die Industriestraße in Haßfurt ergossen. Auf dem Weg von der Waage im Baywa-Lagerhaus zur Schiffsverladung im Haßfurter Hafen hatte sich ein Bolzen der Ladebordwand gelöst.

Der Landwirt aus dem Königsberger Raum war mit seinem Laster-Gespann und 15 Tonnen Weizen an Bord auf dem Weg zum Haßfurter Hafen. Dort sollte das Getreide, das seit der Ernte 2011 auf dem Hof gelagert war, auf den Frachter "Martina" umgeladen und in eine Mühle im belgischen Brüssel gefahren werden. Da der Haßfurter Hafen (anders als der moderne Umschlagplatz in Zeil) nicht mit einer Waage ausgestattet ist, machte der Landwirt einen kleinen Umweg über die Industriestraße: Dort ließ er seine Fracht im Baywa-Lagerhaus wiegen.

Spur auf der Straße


"Bis zu diesem Zeitpunkt war alles im grünen Bereich", erzählte der Landwirt später mit dem Schrecken in den Knochen. Denn schon beim Verlassen des Bawya-Geländes muss sich einer der Bordwandverschlüsse an dem Dreiachs-Anhänger gelockert haben. "Einer der Haltebolzen ist gebrochen", erklärte der Landwirt das Malheur, das zunächst nur eine Weizenspur auf der Industriestraße hinterließ und schließlich beim Einbiegen in die B26 seinen Lauf nahm.

Die Bordwand öffnete sich vollends, und ein Teil der Ladung ergoss sich als großer Haufen auf die Fahrbahn. Dank der trockenen Witterung ist der Weizen nicht unbrauchbar geworden. Er landet zwar nicht wie geplant per Schiff in einer Mühle in Belgien, kann aber nach der Reinigung vom Straßenstaub in einer Biogasanlage eingesetzt werden.