Eine Runde rund um die Vorzüge, die die "Hauptstadt der Heiligen Länder" bietet, gefällig? Also Wanderstiefel schnüren und rauf auf den Genuss-Erlebnisweg. Noch steckt das Projekt in den Kinderstiefeln, aber es nimmt Formen an. Von der Streuobstwiese am Lehrbienenstand aus erfahren Wanderer, Spaziergänger, Schulklassen, Ausflügler, Touristen Interessantes über Fauna und Flora, übers Mosten und Schnapsbrennen. Die Attraktionen der Gemeinde sollen im Rahmen eines Leader-Projektes wie die Perlen an der Kette aufgereiht und präsentiert werden.

Der Gemeinderat hat die notwendigen Beschlüsse bereits gefasst, im Juni erwarten Bürgermeister Karl-Heinz Kandler (SPD) und ILE-Managerin Ulla Schmidt die Entscheidung, ob EU-Fördermittel fließen.

Seit Monaten laufen die Vorbereitungen. "Es gab schon etliche Besprechungen", blickt der Bürgermeister zurück, der damit eine Idee aufgreift, die von einem seiner Vorgänger, Peter Kirchner (CSU), stammt. Kreisheimatpfleger Lipp wirkt ebenso mit wie die Kreisfachberater Ulsamer und Bayer. Und ein Konglomerat der "Öko-Vereine" in der Gemeinde: Imkerverein, Obst- und Gartenverein, Sportanglerverein.

Auch eine Art kommunaler Wirtschaftsförderung hat Kandler dabei im Sinn: "Wir müssen auf dem touristischen Sektor etwas machen", ist er überzeugt und denkt dabei an die Eröffnung des Gästehauses mit 14 Zimmern im Pettstadter Gutshof, die Bernd Andres im Juli oder August plant.

80 000 Euro sind im Gemeinde-Haushalt für den Erlebnisweg eingeplant, wovon heuer schon 30 000 Euro ausgegeben werden könnten. Kandler: "Uns geht es doch im Urlaub genauso: Wir wollen an unserem Urlaubsort etwas geboten bekommen und schauen uns erst in der unmittelbaren Umgebung um."

Ausgangspunkt für den Rundweg, den auch mehrere Abkürzungsrouten durchziehen (siehe Grafik), ist die vor Jahren schon angelegte Streuobstwiese zwischen Altlauter-Anglersee und Bienenlehrstand, dem "Hauptquartier" aller Imker im Landkreis. "Dort werden noch viele weitere alte Obstsorten angepflanzt", schaut Bürgermeister Kandler voraus. Über 30 Bäume finden sich in einem Plan.

Dazu mehrere Informationspunkte zu den Themenbereichen Obst und Bienen, aber auch Spielecken für Kinder, so zum Beispiel eine Seilbahn.

Als Blickfang wird am Eingang aus Richtung Siedlung eine Holzfigur aufgestellt, der Leben eingehaucht wird, da ein Bienenvolk darin eingenistet wird.

Als Anlaufpunkte in Kirchlauter sind die Kirche, eine Schleuder- und Kelter-Anlage, Fledermauskeller und das Schmiedemuseum vorgesehen.

Über den früheren Kirchweg geht es weiter nach Pettstadt, vorbei an Wildhecken zum Schnapsbrenner im Gutsgasthof. Auch in Neubrunn warten zwei Schnapsbrenner. "Darüber kann man sich informieren, aber auch probieren", macht Kandler die Pläne schmackhaft. Weitere Stationen in Neubrunn sind - neben den beiden Gaststätten - ein Most-Keller und das Kneippbecken. Die Wanderroute führt weiter in Richtung Winterhof und zurück nach Kirchlauter, wo sich zwei weitere Wirtshäuser mit lukullischen Angeboten auf Besucher freuen.