Eine heftige Diskussion prägte die Sitzung des Gemeinderats Ebelsbach am Mittwoch. Um die Bezuschussung für den katholischen Kindergarten entwickelte sich ein reger Wortwechsel.

Dem Gemeinderat lag ein Antrag des Caritasvereins St. Magdalena für einen Zuschuss zur Renovierung der Rutschen-Anlage vor. Bei den Außenspielgeräten im Spielhof waren bei der Sicherheitsprüfung im April 2013 verschiedene Mängel festgestellt worden. Die Materialkosten für die Sanierung des Rutschenbereichs liegen bei 1081 Euro, zudem muss die Anbaurutsche ausgetauscht werden, was weitere Kosten in Höhe von 1367 Euro mit sich bringt, so dass sich die Gesamtkosten auf 2442 Euro belaufen. Nicht enthalten dabei sind die Montagekosten. Da die Auswechselung bis Mitte April abgeschlossen sein muss, bat der Caritasverein um finanzielle Unterstützung durch die Gemeinde.

ntrag wurde zurckgestellt

Der vorliegende Zuschussantrag sollte entsprechend dem Beschluss des Gemeinderates vom November 2013 zum Antrag auf 50-prozentige Kostenübernahme für die Neueinfassung der Sandbaustelle und Erneuerung maroder Spielgeräte behandelt werden. Dabei war festgehalten worden, dass eine Defizitberechnung abgewartet werden soll. Der Gemeinderat werde sich dann, nach Vorlage einer entsprechenden Berechnung, mit der Übernahme eines eventuell aufgelaufenen Defizits befassen. Der Beschluss hatte der Rat seinerzeit einstimmig gefasst, also auch einschließlich der CSU-Stimmen.

Der Gemeinderat entschied nun - bei drei Gegenstimmen - Folgendes: Die Kosten für die Renovierung der Rutschenanlage im Außenspielbereich des katholischen Kindergartens sollen in die Jahresrechnung 2014 einbezogen werden. Nach Vorlage der Jahresrechnung und der Berechnung eines Defizits wird sich der Gemeinderat mit der Deckung des Defizits auseinander setzen. Bei finanziellen Engpässen des Trägervereins wird der Gemeindeanteil vorfinanziert.

Nur zurückgestellt

Bürgermeister Walter Ziegler (Bürgernahe Liste) nahm Stellung zu einer Kritik von Susanne Langer (CSU). Ein Antrag zum Thema Kindergarten sei nicht von ihm alleine abgelehnt, sondern lediglich zurückgestellt worden: "Es ist falsch, dass ich nichts für die Kindergärten mache!" Er habe sich immer für die Kindergärten eingesetzt, erklärte er. Diese Haltung sei auch bei den letzten Sanierungsarbeiten am Gebäude deutlich geworden.
Die Gemeinde hatte ihr Versprechen gegeben, alle Maßnahmen am Kindergarten zu finanzieren, als noch kein Zuschuss von der Diözese in Aussicht stand. Der Gemeinderatsbeschluss fiel im Übrigen mit 12:3-Stimmen aus; auch die Gemeinderäte der CSU-Fraktion stimmten seinerzeit für die Zurückstellung des damaligen Antrags.

Susanne Langer erklärte, dass Rechnungen möglicherweise durch den Trägerverein vorfinanziert werden müssten. Bürgermeister Ziegler unterstrich aber, dass es in Ebelsbach "kurze Wege" durch Gespräche gebe: Bei finanziellen Engpässen des Trägervereins werde die Gemeinde ihren Anteil sofort bezahlen, versprach er.
Gemeinderat Helmut Schöpplein (CSU) wünschte eine Gleichbehandlung der Kindergärten in Ebelsbach und Steinbach, was den Zeitpunkt der Zuschüsse anbelange. Helmut Zirnsak, Fraktionsvorsitzender der Bürgernahen Liste, regte an, die Jahresversammlung des Trägervereins des Kindergartens nicht erst Ende März abzuhalten, sondern bereits zu Beginn eines Jahres, so dass die Jahresrechnung dem Gemeinderat bereits früher vorgelegt werden könne.

Leitungen unter der Erde

Die CSU-Fraktion beantragte, dass die Gemeinde mit dem Energieversorger Kontakt aufnimmt, um eine mögliche Erdverkabelung in Rudendorf im Zuge des Ortsstraßenausbaus in Rudendorf zu realisieren. Im Zuge des Ausbau der Staatsstraße zwischen Lußberg und Rudendorf soll in diesem Jahr die Ortsstraße in Rudendorf bis zur Abbiegung nach Schönbrunn in Angriff genommen werden. Damit bestehe die Möglichkeit, die noch bestehenden freien Leitungen unterirdisch verlegen zu lassen.

Bürgermeister Walter Ziegler informierte, dass der Ortsstraßenausbau die Möglichkeit biete, die Gehsteige zu erneuern. Im Zuge dieser Maßnahme, so ist es mit dem Energieversorger bereits abgesprochen, werden die Dachständer abmontiert und die Stromleitungen mittels Erdverkabelung verlegt, die für die Anlieger kostenfrei ist. Zugleich wird die Straßenbeleuchtung erneuert.
Dr. Engelbert Schröpfer plant die Errichtung einer Allgemeinarztpraxis in der Georg-Schäfer-Straße neben der Kirche. Der Eingang wird an der Ostseite des Gebäudes (Richtung Kirche) errichtet, an der südlichen Grundstücksgrenze entstehen acht Parkplätze.
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Fotos:
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2) Links neben der Kirche ist eine Allgemeinarztpraxis geplant.