Großes Aufgebot im Maroldsweisacher Hartleb-Saal. Die Ratsgremien von sieben Gemeinden saßen erstmals an einem Tisch. Die Mitglieder der "Gemeinde-Allianz-Hofheimer-Land" (Hofheim, Riedbach, Aidhausen, Burgpreppach, Ermershausen, Bundorf und Maroldsweisach) basteln an einem gemeinsamen Entwicklungskonzept. Überörtlich und integriert soll es sein und die öffentliche Daseinsvorsorge in den Mitgliedsgemeinden sichern. Hintergrund ist der Bevölkerungsschwund und die drohende zunehmende Verödung der Ortskerne. Ein Trend, dem man zunächst vor allem mit städtebaulichen Mitteln begegnen will.

"Allianz" will Verein gründen

Um an öffentliche Fördermittel zu gelangen, will die "Allianz" einen Verein gründen und einen Manager einsetzen, können, der im neuen Interkommunalen Bürgerzentrum in Hofheim (IBH) seinen Sitz haben wird. Er soll die Allianz voranbringen und interkommunale Aktionen koordinieren. Für die Projekte im Allianz-Gebiet (zum Beispiel Bürgerhäuser oder Dorfläden) steht die Aussicht auf Förderungen bis zu 80 Prozent der Investitionssummen im Raum.

Die Stelle eines Allianz-Managers verursacht jährlich Kosten in Höhe von 80 000 Euro, wovon 60 Prozent bezuschusst werden. Den Rest von 32 000 Euro haben die Mitgliedsgemeinden, anteilig gemessen an der Einwohnerzahl zu tragen. Dies würde pro Einwohner jährlich zwei Euro bedeuten, berichteten Vinzens Dilcher und Matthias Seidel vom Planungsbüro "Umbau Stadt" aus Weimar, das die Allianz berät. Dem Verein können neben den Kommunen auch divers Personen beitreten.

Bundesweit bekannt

Bürgermeister Wilhelm Schneider (CSU) als Gastgeber der Sitzung meinte, die großen Herausforderungen durch die demographische Entwicklung würden die einzelnen Gemeinden allein überfordern. Seit der Gründung 2008 habe man erfahren, dass harmonische Zusammenarbeit weiterhilft. Die Gemeinde Allianz Hofheimer Land, kurz "Gahl", sei inzwischen bundesweit als Pilotprojekt bekannt geworden.

Dafür habe vor allem Hofheims Bürgermeister Wolfgang Borst (CSU) als Vorsitzender und als Multiplikator gesorgt. Er treibe den Prozess mit Wissen und Einsatz voran. Laut Borst kann man heute schon heute auf große Erfolge blicken, wenn man zum Beispiel die Einrichtung des Bürgerzentrums oder erste Erfolge bei der Reaktivierung der Ortskerne betrachte.

Die Planer aus Weimar stellten das weitere Konzept für die "Gahl" vor. Man wolle die Stärken der Allianz als Einheit und der angeschlossenen Gemeinden herausstellen und Probleme anzugehen. Synergieeffekte seien nur dann möglich, wenn die Rückkippelungen zur Allianz funktionieren, ein roter Faden eingehalten werde und die Mitgliedsgemeinden sich als Einheit verstehen. Bürgermeister Borst meinte dazu, alle Aktivitäten sollten konsequent und effektiv, aber für die Kommunen verträglich angesetzt werden.

Manfred Grüner von der unterfränkischen Regierung versicherte der "Gahl" das Wohlwollen und die Unterstützung der Regierung. "Wir werden das Projekt voll unterstützen und alles, was machbar ist", so Grüner. Zunächst sei wohl ein Schulungs- und Umdenkungsprozess erforderlich, um den richtungsweisenden Allianzgedanken auszuführen.