Wer in Zeil zügig die Hauptstraße passieren will, braucht entweder Glück oder muss nachts um drei Uhr unterwegs sein. Dann hat er die Chance, ohne Gegenverkehr und Hindernisse durchfahren zu können. Üblich ist eher, dass man hinter einem halb auf dem Gehweg stehenden Auto halten und warten muss, bis der Gegenverkehr durch ist. Es sei denn, man quetscht sich durch - in der Hoffnung, dass der Außenspiegel dran bleibt. Oder man prescht durch - in der Hoffnung, dass der andere wartet. Die Hauptstraße ist wie einige andere Straßenabschnitte in Zeil ein Nadelöhr. Der Ärger fährt ständig im eigenen Auto mit. Oder läuft mit beim Fußgänger, denn nicht selten müssen Passanten auf die Straße ausweichen, weil geparkte Autos die Gehwege blockieren.


Stadtrat will das nicht mehr hinnehmen

Der Stadtrat will das jetzt nicht mehr länger hinnehmen und beschloss am Montagabend in seiner Sitzung im Rathaus, eine kommunale Parküberwachung einzuführen. Bei einer Gegenstimme sprach sich der Stadtrat dafür aus, das in Gemeinschaft mit vier anderen Kommunen (Ebern, Königsberg, Sand und Knetzgau) zu tun. Die Firma K & B Dienstleistungsgesellschaft mbH aus Mühldorf am Inn soll damit beauftragt werden.

Das Landratsamt hat laut Bürgermeister Thomas Stadelmann (SPD) signalisiert, dass es eine Zweckvereinbarung der Kommunen akzeptieren würde. "Die Genehmigung wird in Aussicht gestellt", sagte Stadelmann. Vor Wochen hatte es noch so ausgesehen, dass die Behörde nicht mitspielen würde. Das ist jetzt offenbar anders.
Zeil plant eine Probephase von vermutlich einem Jahr. Die Überwachungs- und Kontrollzeiten werden noch besprochen. Der Startschuss fällt frühestens am 1. April. Wo überall kontrolliert wird, muss noch festgelegt werden. Sicher scheint zu sein, dass es um den Marktplatz, die Hauptstraße, die Sander Straße vor allem im Bereich der Sparkasse und die Bamberger Straße gehen soll sowie das Areal am Gasthaus Göller.


Die Ziele

Und diese Ziele will die Stadt mit der Parküberwachung erreichen: freie (zeitlich begrenzte) Parkplätze für Geschäftskunden, einen geregelten Verkehrsfluss, den Ausschluss der Dauerparker und mehr Sicherheit für die Fußgänger. "Wir wollen die Dauerparker weg haben", unterstrich der Bürgermeister als zentrales Anliegen.
Appelle haben bisher nicht gefruchtet. Deshalb ist sich der Stadtrat darin einig, jetzt zu drastischeren Maßnahmen greifen zu müssen. "Die meisten denken erst einmal nach, wenn sie den Geldbeutel aufmachen müssen", bestätigte Stadträtin Adelinde Friedrich (CSU).

Im Gremium gab es am Montagabend Vorschläge für weitere Bereiche, die überwacht werden sollen. Adelinde Friedrich etwa sprach die Zone an der Schule und dem Seniorenheim an und ihr Fraktionskollege Andreas Diehm die Bamberger Straße in der Nähe der Altach-Brücke. Das seien Punkte mit Gefahrenpotenzial, argumentierten sie.


Stadt kann nicht über Straßenverkehrsordnung hinweg entscheiden

Stadelmann gab den beiden Stadträten im Grundsatz Recht und machte darauf aufmerksam, dass die Stadt jederzeit neue Kontrollbereiche festlegen könne. Die Stadt beobachte das Geschehen, und "wir werden gegebenenfalls nachjustieren", versicherte er.

Ein Problem machte er in diesem Zusammenhang allerdings deutlich. Die Stadt könne zwar durch eine Parküberwachung eingreifen, aber die Straßenverkehrsordnung nicht einfach beeinflussen. So ist das Parken ganz auf der Straße beispielsweise erlaubt, etwa im angesprochenen neuralgischen Bereich der Bamberger Straße. Um etwas zu ändern, müsste dort ein Halteverbot erlassen werden, und dabei müssen laut Stadelmann die Polizei und das Staatliche Bauamt (Schweinfurt) mitmachen.