In mehreren Fällen haben Betrüger dieser Tage versucht, Bürger um ihr Erspartes zu bringen. Da sich das Phänomen "Enkeltrick" oder "Schockanruf" inzwischen bei dem gefährdeten Personenkreis älterer Menschen immer mehr herumspricht, liefen die Bemühungen der Betrüger, an das Geld ihrer Opfer zu kommen, fast ausnahmslos ins Leere. Allerdings waren sie in einem Fall (in Haßfurt) trotzdem wieder erfolgreich, bedauert die Polizei.

Zunächst klingelte am Mittwochvormittag gegen 9 Uhr das Telefon bei einem 49-jährigen Haßfurter. Der Anrufer gab an, dass der Sohn des Mannes bei einem Sturz verletzt worden ist und auch ein kleines Mädchen verletzt wurde. Nun würde ein Anwalt kommen, um eine größere Summe Geld für die Familie des Kindes abzuholen.

Der Angerufene reagierte laut Polizei richtig: Er ging nicht auf die Forderungen des Anrufers ein und rief seinen Sohn an. Dabei stellte er fest, dass es diesem gut ging, und verständigte umgehend die Polizei über den Vorfall.

Bei einer 81-jährigen Frau aus Haßfurt hatten die Betrüger mehr Glück. Auch hier wurde unter dem Vorwand eines Unfalls Geld gefordert. Kurz darauf übergab die Rentnerin gegen 11.30 Uhr 3000 Euro an einen Unbekannten. Als die Geschädigte dann die Polizei verständigte, war der Unbekannte bereits spurlos verschwunden.

Von ihm liegt folgende Beschreibung vor: Er ist etwa 165 bis 170 Zentimeter groß, 20 bis 25 Jahre alt und schlank. Er war bekleidet mit einem grauen Oberteil, vermutlich einem T-Shirt, und einer langen Hose. Er hatte kurze, blonde Haare und trug keine Brille und keinen Bart.

Personen, die den Tatverdächtigen gesehen haben oder die sonst Auffälliges in Zusammenhang mit den Betrugsfällen bemerkt haben, werden gebeten, sich bei der Kripo unter Telefon 09721/2021731 zu melden.

Gegen 14.30 Uhr blitzten die Betrüger mit der gleichen Masche in Bad Kissingen ab. Ein 61-jähriger Bad Kissinger ignorierte die Forderung des angeblichen Anwaltes über mehrere tausend Euro und verständigte sofort die Polizei. Weitere Anrufe blieben bei ihm aus.

Die Kripo Schweinfurt hat in allen Fällen die Sachbearbeitung übernommen und warnt die Bevölkerung weiterhin eindringlich vor dieser Gauner-Masche. Der Grundsatz muss lauten, niemals an fremde Menschen Bargeld zu übergeben. Insbesondere ältere Mitbürger sollten durch Verwandte, Freunde oder Bekannte auf die Arbeitsweise dieser Betrüger aufmerksam gemacht und sensibilisiert werden. Für die Ermittlungsarbeit ist es laut Polizeiangaben außerdem immer wichtig, sich die Telefonnummer der Anrufer aufzuschreiben und ohne Zeitverzug die Polizei zu informieren.