"Die würden auch nicht mehr schmecken", sagt Friedlinde Albert, denn Ganter Paul ist schon über 20 Jahre alt, seine "Frau" Pauline über zwölf. "Die sind wie ein altes Ehepaar", ergänzt Sohn Hans. Die beiden Gänse sind ein Wahrzeichen am Ortseingang von Tretzendorf, denn für den Hof von Oberaurachs Zweitem Bürgermeister sind sie so etwas wie die Hofhunde.

"Der Paul ist schon ein bisschen altersschwach", erklärt Hans Albert, aber er bekommt hier sein Gnadenbrot ebenso wie Pauline. Die ist Pauls "zweite Frau", denn seine frühere Gans lag eines Morgens tot im Stall.
Nun sind Gänse sehr treue Tiere, und Paul und Pauline wurden lange nicht wirklich warm miteinander. "Und Nachwuchs haben sie auch nicht produziert". Obwohl Pauline immer wieder Eier legt, gab es nie kleine Gänslein. "Und jetzt wird das sicher auch nichts mehr", glaubt Hans Albert.


Ein paar Hühner als Gesellschaft

Weitere Gänse gibt es auf dem Hof nicht mehr. Ein paar Hühner hält Friedlinde Albert noch - und die Pferde sind die große Passion der ganzen Familie auf dem Anwesen im Gemeindeteil von Oberaurach. Amüsant ist das Verhalten des Gänsepaares, das seinen bevorzugten Platz auf der Grünfläche an der Hofeinfahrt hat. "Ohne sie ist er eigentlich total friedlich", beobachtet Hans Albert schmunzelnd. Aber wenn Pauline in der Nähe ist, womöglich noch Ton gibt, dann legt auch er los - und wenn beide die Hälse lang machen, kriegt jeder Respekt.

"Meine Tochter hat immer was in der Hand, wenn sie hinten in den Garten kommt", erzählt Friedlinde Albert. "Gänse sind extrem mutig," bestätigt Sohn Hans. "Die gehen auch auf Zwei-Meter-Männer los, die den Hof betreten." Das ganze Dorf und viele regelmäßige Passanten kennen Paul und Pauline und wünschen ihnen ein langes Leben - Weihnachten kann ihnen nun ja nicht mehr gefährlich werden.