Einen Bade-Sandstrand am Main mit Palmen, dazu einen Bratwurststand und leckere Bananencocktails. "Das wär's", meinten junge Leute aus der Gemeinde Gädheim, die der Einladung von Bürgermeister Peter Kraus (CSU) zur ersten Kinder- und Jugendbürgerversammlung ins Rathaus gefolgt waren. Auch wenn der Wunsch nach Palmen, Bratwurststand und Cocktails eher flapsig dahin gesprochen war, so war die Frage nach einem Sandstrand am Main doch ernst gemeint.


Gemeinde tut schon viel


Acht Jungen und Mädchen zwischen neun und 18 Jahren und fünf Gemeinderäte konnte der Bürgermeister willkommen heißen. Zunächst betonte er, dass sich die Gemeinde Gädheim schon bisher um die Kinder und Jugendlichen bemüht. Unterstützt würden zum Beispiel die Kindertagesstätte, die sinnvolle Jugendarbeit in den Vereinen und natürlich die Schule.

Die Kommune unterhalte aber auch Spielplätze in allen Gemeindeteilen und habe das zweiwöchige Ferienprogramm initiiert, das alljährlich mit den Vereinen angeboten werde. "Jetzt möchten wir gerne einmal erfahren, was ihr euch noch wünscht, damit wir unsere Gemeinde noch ein Stück weit kinder- und jugendfreundlicher machen können", wandte sich Kraus an seine Zuhörer.


Jugendraum soll wieder geöffnet werden


Was diese am meisten beschäftigt, ist die Möglichkeit, sich in einem Jugendraum treffen zu können. Allerdings wussten Regina Gräfe und Ina-Sofie Müller aus Ottendorf nicht, ob der Jugendraum in der alten Schule überhaupt noch geöffnet ist. "Man kriegt einfach nichts mit", sagten sie.

Peter Kraus erläuterte, dass der Jugendtreff eigentlich am Wochenende und in den Ferien täglich geöffnet sein sollte. Um einen Neustart zu versuchen, wird er im nächsten Mitteilungsblatt einen Termin veröffentlichen, an dem sich die Jugendlichen und verantwortliche Erwachsene über die künftige Nutzung unterhalten können.
Auf die Frage von Ina-Sofie Müller, ob auch Auswärtige den Jugendtreff besuchen könnten, sagte er: "Grundsätzlich habe ich nichts dagegen. Aber alle müssen sich dann auch an die Regeln und die Benutzerordnung halten." Weil die Jugendlichen in Greßhausen zeitweise über die Stränge geschlagen hätten, sei der dortige Jugendraum für sechs Wochen geschlossen und erst vor kurzem wieder geöffnet worden. Woraufhin Mona Besendorf anmerkte: "Der Jugendtreff in der alten Schule in Gädheim ist schon länger als sechs Wochen geschlossen."


Ärger mit den Nachbarn


Peter Kraus sagte dazu, dass er bisher noch keine offizielle Anfrage erhalten habe, die Räume wieder zu öffnen. Er erinnerte an den Ärger mit den Nachbarn und an einige junge Leute, die die neu gestalteten Räume "schlecht behandelt" hätten. "Wir brauchen verantwortliche Erwachsene, auch wenn sie nicht immer vor Ort sein müssen", fügte er an.

Zu den Wünschen, die anschließend geäußert wurden, zählten auch ein Zeltlager und Tagesausflüge für Jugendliche aus dem Gemeindebereich sowie eine Rubrik "Jugend" im Mitteilungsblatt, unter der auch Angebote für Jugendliche von überörtlichen Trägern veröffentlicht werden sollten.

Zum Schluss regte dann Regina Gräf an, im Zuge des Mainausbaus bei Gädheim doch einen Sandstrand anzulegen. Die Frage von Jonas Erickson, ob es möglich sei, dort auch Palmen anzupflanzen, war zwar nicht ganz ernst gemeint. Doch Gemeinderat Klaus Sterlings berichtete, dass bereits in Volkach, Fahr, Kitzingen oder Ochsenfurt, wo der Mainausbau bereits vollzogen worden sei, solche kleinen Strände existierten und sich größter Beliebtheit erfreuten. So wird sich Peter Kraus mit diesem Thema doch ein wenig näher beschäftigen. Er sagte zu, dass künftig einmal im Jahr eine solche Jugendbürgerversammlung stattfinden solle.