Um knapp fünf Prozent steigt heuer der Verwaltungshaushalt der Gemeinde Gädheim. Der Etat schließt mit 1,887 Millionen Euro. Der Vermögensplan hat ein Volumen von 1,036 Millionen Euro. Erfreulich ist: Die Gemeinde muss keine neuen Schulden machen und will stattdessen einen Überschuss erwirtschaften.
In der Sitzung des Gemeinderats wurde der Gesamthaushalt 2017 einstimmig angenommen. Zuvor hatte der Kämmerer der Verwaltungsgemeinschaft Theres, Markus Hahn, die Details erläutert.

Investieren will Gädheim in folgende Projekte: die Sanierung der alten Schule in Gädheim (230 000 Euro), den Breitbandausbau (243 000 Euro) und Verlegung des Radwegs (100 000 Euro).
Weitere, größere Ausgabeposten sind die Planungskosten für die Kläranlage Greßhausen (50 000 Euro). Außerdem können 183 080 Euro den Rücklagen zugeführt werden.


Der Schuldenstand sinkt

Die Schulden, die Anfang des Jahres 721 228 Euro betrugen, werden sich heuer laut Kämmerer voraussichtlich auf 652 128 Euro verringern. Die Pro-Kopf-Verschuldung würde sich dann von bisher 558 Euro auf 505 Euro senken lassen.

Bürgermeister Peter Kraus (CSU) bezeichnet den Haushalt als solide. Den Gemeinderäten gab er eine Übersicht über die größten Projekte bis zum Jahr 2027. Neben der Haushaltssatzung musste aber nur der Finanzplan bis 2020 genehmigt werden. Beide Beschlüsse fielen einstimmig.

Einige weitere Punkte besprach der Gemeinderat. Die Firma Bioenergie Gädheim GbR als Betreiber der Biogasanlage in Gädheim hatte die wasserrechtliche Genehmigung der Versickerungsflächen durch die Gemeinde Gädheim beantragt. Dazu erklärte Peter Ruck vom Technischen Büro Werner (Eltmann), dass die Firma das Oberflächenwasser auf insgesamt 900 Quadratmetern ableiten müsse. Davon seien 186 Quadratmeter öffentlicher Grund im Böschungsbereich, wofür die Firma die Genehmigung der Gemeinde benötige. Das Oberflächenwasser der Betriebsfläche solle über eine Regenwasser-Sedimentationsanlage behandelt und dann in den Straßengraben Richtung Westen abgeleitet werden. Ein Regenrückhaltebecken sei dafür nicht mehr notwendig.

Der Gädheimer Gemeinderat stimmte der Nutzung des öffentlichen Grunds zu, soweit keine wasserrechtlichen Belange der Gemeinde betroffen sind. Sollte die Gemeinde die Fläche aber irgendwann selbst benötigen, behält sie sich die Eigennutzung vor.


Neue Fenster

Bürgermeister Peter Kraus teilte mit, dass die energetische Sanierung der alten Schule in Gädheim im März dieses Jahres beginne. Es sei geplant, die großen Fenster auf der Südseite zurückzubauen und den ursprünglichen Zustand wiederherzustellen, alle Fenster zu erneuern und auch die zugemauerten Fenster teilweise zu öffnen, das Haus innen zu dämmen und an die Nahwärmeversorgung der Biogasanlage anzuschließen, das Dach neu einzudecken und zu isolieren. Für den barrierefreien Zugang sollten eine Rampe gebaut, die Eingangstür zum ehemaligen Schulraum verlegt und ein behindertengerechtes WC eingebaut werden. Auch sollten der Kamin entfernt, neue Böden verlegt und neue Türen eingebaut werden.


Die Finanzlage entscheidet

Je nach finanzieller Lage der Gemeinde werde man eine Küche für den Nebenraum im Erdgeschoss sowie neue Stühle und Tische erwerben. Im Erdgeschoss werde ein Gemeinschaftsraum für Vereine und Veranstaltungen entstehen, während im Obergeschoss je nach Engagement der Jugendlichen ein Jugendraum eingerichtet und Räume für den Musikbahnhof zur Verfügung gestellt werden.

Kraus gab weiter bekannt, dass Ende März/Anfang April die Grabsteine in den Friedhöfen auf ihre Standsicherheit überprüft würden. Dazu sei die Gemeinde verpflichtet. Die Kosten lägen bei knapp zwei Euro pro Grabstein.
Udo Knauer bemängelte den Zustand des Parkplatzes westlich von Gädheim. "Der Müll nervt", sagte er und bat den Bürgermeister, mit der Straßenmeisterei über die Reinigung des Parkplatzes zu sprechen.