Die 1200-Jahrfeier, die Hellingen im Jahr 2024 begehen kann, wirft ihre Schatten voraus. Immerhin wird der heutige Königsberger Stadtteil Hellingen unter dem Datum des 5. Juni 824 gleich in drei Schenkungsurkunden erwähnt, von denen eine Urkunde sogar eine Frau namens "Folcrat" eigenhändig unterzeichnete, ein außergewöhnlicher Vorgang in einer damals von Männern dominierten Welt.

Wappen liegt Bürgermeister vor

In Vorbereitung auf das Jubiläum beauftragte Charly Buld aus Hellingen Kreisheimatpfleger Günter Lipp, ein Wappen für die Gemeinde Hellingen zu entwerfen, das inzwischen zur Begutachtung bei Bürgermeister Claus Bittenbrünn in Königsberg liegt.

Als Kreisheimatpfleger und Vorsitzender des Historischen Vereins Landkreis Haßberge, Wolfgang Jäger, in der inzwischen an das Landeskirchliche Archiv der evangelischen Kirche in Bayern abgegebenen Chronik der Pfarrei Hellingen auf Seite 20 las, dass im Jahr 1580 die Pfarrbesoldung "Herbsthühner von 9 Acker Arthfeldes [...] auf der Heimenburg beinhaltete", bat er Charly Buld, Ernst Hümmer und Rudi Bätz, sich auf die Suche nach der Lage einer möglichen Burgstelle zu machen. Denn an der Grenze zwischen den Gemarkungen Hellingen und Junkersdorf gibt es auf einem sanften Hügel die Flurbezeichnungen "Heburg" (Junkers dorf) und "Hellburg" (Hellingen).

Weitere Hinweise gibt es

Auch ein "Heerweg" führt dort vorbei und ein "Schlechtfeld" liegt ebenso in dieser fruchtbaren Umgebung.
Am Freitag, dem bisher heißesten Tag dieses trockenen Sommers, trafen sich früh um 9 Uhr Heimatforscher und Mitglieder des Historischen Vereins Landkreis Haßberge in der Flurlage "Heburg" am "Heerweg". Dort hatten Rudi Bätz, Charly Buld und Ernst Hümmer inzwischen eine mögliche Burgstelle identifiziert. Rudi Bätz hatte die Ausmaße dieser potenziellen Burgstelle abgeschätzt, nach Rücksprache mit dem Eigentümer des Grundstücks mit Pfosten und Bändern markiert und Ernst Hümmer die Position per GPS-Daten festgehalten.

Schlackereste gefunden

Günther Reiß von der Fachgruppe Archäologie des Historischen Vereins Landkreis Haßberge machte sich sofort auf die Suche und fand Schlackereste und möglicherweise mittelalterliche Scherben. Eine systematische Begehung der betroffenen Grundstücke würde wohl weitere Fundstücke zutage fördern, vermuten die Hobbyhistoriker.

Charly Buld wird in Zusammenarbeit mit Klaus Kunkel, einem ausgewiesenen Kenner des Landkreises und Fachmann für Flurnamen, die vom Historischen Verein in seinem langjährigen Projekt entstandene Flurnamensammlung überprüfen, ob sich nicht weitere Erkenntnisse über das Altsiedelland um Hellingen gewinnen lassen.

Es waren elf Ganerbendörfer

Es wäre schön, wenn das Jubiläum zu weiteren Erkenntnissen über die Geschichte von Hellingen führen würde. Denn Hellingen gehörte neben Altershausen, Holzhausen, Junkersdorf, Kleinmünster, Oberhohenried, Römershofen, Rügheim, Sylbach, Uchenhofen und Unfinden zu den elf Ganerbendörfern in denen sich bis 1803 unter anderem die beiden Territorialmächte, das Herzogtum Sachsen-Hildburghausen und das Hochstift Würzburg, die Herrschaft geteilt hatten. Erst 1920 war Hellingen mit Königsberg nach Bayern gekommen.