Die Geschichte der Imkerei ist eng mit der Geschichte der Menschheit verbunden. Seit Jahrtausenden werden Bienen wegen ihrer Produkte wie Honig oder Wachs von den Menschen gehalten und genutzt. Und: Die Bienenzucht ist alles andere als nicht mehr zeitgemäß. Einer, der zusammen mit seiner Mutter vor fünf Jahren zur Imkerei kam, ist der heute 16-jährige Jakob Groh aus Unterpreppach. Fünf Bienenvölker, die an unterschiedlichen Standorten stehen, haben die Grohs. In einem Bienenstock können zwischen 40 000 bis 80 000 Bienen leben.
"Ganz einfach wird es heute nicht sein, zu den Bienen zu gehen, ein schwüler und gewittriger Tag wie heute bietet hierfür nicht die besten Voraussetzungen", sagt Jakob Groh und feixt: "Vielleicht bekommen wir den einen oder anderen Stich ab." Er nimmt seinen Imkerschutzanzug unter den Arm und macht sich auf den Weg zu seinen Bienenvölkern, die er auf dem großflächigen Gartengrundstück seiner Eltern hält.


Pate half am Anfang

Dabei erzählt er, dass er mehr zufällig zur Imkerei kam: "Als ich elf Jahre alt war, grillten wir zu Hause, und da war Helmut Sperber, der mit uns verwandt ist, zu Besuch. Am Nachmittag hat er dann gesagt, dass er mal nach seinen Bienen sehen müsse, und er fragte mich, ob ich mitkommen möchte", sagt Jakob. Helmut Sperber ist der Vorsitzende des Imkervereins Ebern und hatte damals 15 bis 20 Bienenvölker in Treinfeld. "Ich habe dem Helmut zugesehen, wie er seine Bienen versorgte, und das hat mein Interesse geweckt", erklärt Jakob Groh.
Wieder zu Hause angekommen entschloss sich Jakob zusammen mit seiner Mutter Theresia, mal an einem Jungimkertag teilzunehmen: "Danach haben meine Mutter und ich beschlossen, dass wir mit der Imkerei anfangen. Helmut Sperber stand uns für ein Jahr als sogenannter Imkerpate zur Seite, gab uns Ratschläge und Tipps."
Aus zwei Völkern des Imkerpaten wurden "Ableger" gezogen und bald hatten Jakob und seine Mutter Theresia zwei eigene Bienenvölker. Mit ihnen arbeiteten er und seine Mutter dann mehr oder wenig selbstständig. "Na ja, ab und zu holten wir uns schon noch Rat vom Helmut", sagt Jakob. Derzeit haben die Grohs fünf Völker, drei in ihrem Gartengrundstück und zwei bei Oma Klara und Opa Günther Schramm auf einem anderen Grundstück.


Stiche bleiben nicht aus

Am Bienenhaus im heimischen Garten angekommen, stülpt Jakob Groh seinen Imkerschutzanzug über. "Das mache ich eigentlich grundsätzlich, gestochen wurde ich schon oft genug", sagt der junge Mann, dem nach Abschluss der Realschule eine Lehre als Mechatroniker vorschwebt. "Ach ja, sollte eine Biene einmal stechen, darf man den Stachel nicht rausziehen. Oben an diesem befindet sich nämlich die Giftblase und wenn man diese anfasst, um den Stachel rauszuziehen, gelangt das Gift erst in den Körper. Besser ist es, wenn man den Stachel abstreift", erklärt Imker Jakob mit fachmännischem Imkerwissen. Bei einem Stich helfen die Hausmittel wie eine Zwiebel und Kühlung, sagt Jakob noch.
Bevor er einen Bienenkasten öffnet, sagt er noch, dass man ganz ruhig sein soll. "Die merken sofort, wenn man aufgeregt ist oder auch wenn man zum Beispiel frisch geduscht ist und nach irgendeinem Duschgel riecht. Das macht die mitunter dann schon etwas verrückt."


Die "Stockkarte" weiß alles

Im Bienenhaus gibt es eine sogenannte "Stockkarte". Hier werde alles eingetragen was wichtig ist, um einen Bienenstock zu überwachen. So wird nach der Königin gesucht, ob Eier und Brut vorhanden sind, ob die Anzahl der Bienen nicht abnimmt und anderes mehr. "Wenn alles passt, kann man daraus schließen, dass die Bienen gesund sind", sagt Jakob.
Mit ruhiger Hand nimmt er eine Wabe aus einem Kasten und sein prüfender Blick sucht sie ab. Die Bienen sind offensichtlich, trotz der schwülen Witterung, "ganz relaxt". Keine sticht. Jakob erklärt, dass der produzierte Honig nur in der eigenen Familie bleibt und gibt einen Hinweis, dass Bienenhonig sehr gesund ist. Seine Prüfung an diesem Tag hält er relativ kurz.


Wespenangriff im Bienenstock

Danach erzählt er, dass er und seine Mutter auch schon mal Pech mit ihren Bienen hatten. Offensichtlich haben sie für die Waben Rahmen verschiedener Bauarten verwendet, sodass diese nicht voll abgedichtet waren. Deshalb hätten sich Wespen in den Waben breit gemacht und die gesamten fünf Völker vernichtet. "Normal ist es so, dass am Einflugloch Wächter sind, die fremde Bienen oder anderes Getier nicht rein lassen.
Aber durch die genannten "Hintertürchen" ist es den Wespen, die in diesem Jahr sehr stark waren, gelungen, in die Bienenvölker einzudringen. "Da war ich schon sehr frustriert und hatte fast die Lust verloren, aber meine Mutter hat mich ermuntert, weiterzumachen", berichtet Jakob: "Jetzt haben wir wieder fünf Völker und ich hoffe, so was passiert nicht noch einmal!"
Er sagt überzeugend, dass er jetzt froh sei, mit der Imkerei nicht aufgehört zu haben, weil er viel Freude daran habe. Zweimal im Jahr "schleudern die Grohs, ernten einmal Blüten- und einmal Waldhonig. "Wer einigermaßen naturliebend ist, kann mit der Imkerei eine sinnvolle Freizeitbeschäftigung haben", ist sich Jakob Groh sicher.